8. MAL EIN BEISPIEL: UNICEF SETZT SICH JA DAFÜR EIN, DASS JEDES KIND ZUR SCHULE GEHEN KANN. WIE SIEHT ES MIT DER UMSETZUNG DIESES ZIELS AUS?

Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung. Dieses Recht ist in Artikel 28 der Kinderrechtskonvention und in SDG 4 verankert.

Bildung ist ein Schlüssel zu Entwicklung und eine wichtige Grundlage für Zukunftschancen. Doch gerade in diesem wichtigen Bereich zeichnet sich derzeit ein kritisches Bild ab:

2018 hatten weltweit 258 Millionen der Kinder und Jugendliche keinen Zugang zu Bildung – das sind 17 Prozent aller Kinder und Jugendlichen. Allein in Subsahara-Afrika haben 97 Millionen Kinder keinen Zugang zu Bildung. Viele Schulen in Subsahara-Afrika sind nicht an die Wasser- und Stromversorgung angeschlossen und haben nicht ausreichende gut ausgebildete Lehrkräfte.

Bei Kindern, die kurz vor dem Schuleintritt standen, lag die Beteiligung an formalen Bildungsangeboten im Jahr 2018 bei 67 Prozent. Gerade in armen Ländern profitieren nur wenige Kinder von frühkindlicher Bildung. Trotz eines Anstiegs in den vergangenen Jahren besuchen nur drei Viertel der 15-Jährigen in Ländern mit mittlerem Einkommen noch die Schule. Nur die Hälfte von ihnen erlangt grundlegende Kenntnisse im Lesen und Rechnen.

Schätzungen zufolge, werden im Jahr 2030 noch immer 225 Millionen Mädchen und Jungen nicht zur Schule gehen können.

Der Zugang zu Bildung ist vor allem in Krisen und Konflikten besonders bedroht. So konnten  beispielsweise in West- und Zentralafrika Mitte 2019 fast zwei Millionen Kinder nicht zur Schule gehen, weil über 9.000 Schulen infolge von Gewalt und Unsicherheiten geschlossen werden mussten.

Die Covid-19-Pandemie wirkt sich weltweit auf den Zugang zu Bildung für Kinder aus, doch die Auswirkungen für Kinder in Krisen- und Konfliktregionen sind besonders groß. Der Besuch von Bildungseinrichtungen bedeutet für sie neben der Chance auf Bildung auch Schutz und den Zugang zu anderen Maßnahmen und Programmen. Die bereits fragile Situation wird durch die Pandemie verfestigt oder verschlechtert – beispielsweise für Kinder im Zentralen Sahel.

Burkina Faso: Der 14-jährige Hussaini malt ein Bild von dem Anschlag auf seine Schule.

Der 14-jährige Hussaini (Name geändert) aus Burkina Faso malt ein Bild von dem Anschlag auf seine Schule in dem Dorf, aus dem er und seine Familie fliehen mussten.
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