Divine und ihre Mutter knüpfen die Schuluniform zu.
© UNICEF/UN0441851/PrinslooDivine und ihre Mutter knüpfen die Schuluniform zu.
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Burundi: Der Weg aus der Armut

Divine lebt in Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt. Die Familie der Achtjährigen besitzt nur eine Lehmhütte auf einem kleinen Stück Land. Doch eines gibt Divine Hoffnung: die Schule.


von Verena Linde

Wenn Divine in ihrer sandfarbenen Schuluniform im Unterricht sitzt, haben ihre Sorgen Pause. Dann konzentriert sie sich auf das kleine Einmaleins in ihrem Lieblingsfach Mathe und auf die neuen Wörter der Sprache Swahili, die die sie und ihre rund 40 Klassenkameradinnen und Kameraden lernen.

Doch sobald die Achtjährige um ein Uhr mittags den sandigen Weg zu ihrer Lehmhütte einschlägt, kehren die bedrückenden Gedanken zurück. Dann liegt ein Kilometer Fußmarsch vor ihr, gesäumt von den Fragen: Wann wird ihre Mutter zurückkommen? Heute, morgen, übermorgen? Müssen die vier Geschwister wieder hungrig einschlafen? Wann wird es endlich wieder eine Ernte auf dem spärlichen Land geben?

Das satte Grün täuscht: Die Ernte der Familie ist vertrocknet.

Das satte Grün täuscht: Die Ernte der Familie ist vertrocknet. Die verdorrten Sonnenblumen zeugen davon.

© UNICEF/UN0441843/Prinsloo

Divine lebt in Kibande Hill, im Norden von Burundi. Das kleine Land liegt im Osten Afrikas und zählt zu den ärmsten der Welt – unter anderem, weil sich Politiker und Politikerinnen an dem Geld bedienen, das eigentlich für Straßen, Schulen und Krankenhäuser vorgesehen ist.

Dazu kommt der Klimawandel: In Burundi regnet es immer weniger. Vielerorts vertrocknen ganze Ernten. Auch die Maispflanzen von Divines Familie sind bloß noch ein paar braune Stängel. Damit Divine und ihre Geschwister etwas zu essen haben, arbeitet ihre Mutter auf fremden Feldern. Oft ist sie mehrere Tage fort. Die Kinder wissen nicht genau, wann sie zurückkehrt. Der Vater hat die Familie schon vor Jahren verlassen.

Divine darf zur Schule gehen.

Lernem statt schuften: Obwohl die Familie ihre Arbeitskraft gut brauchen könnte, darf Divine zur Schule gehen.

© UNICEF/UN0441853/Prinsloo

Auch Divines 16-jährige Schwester Veneranda versucht, hier und da Arbeit zu finden, um für ihre Geschwister etwas zu essen zu beschaffen. Verglichen mit ihr hat Divine es gut, denn sie darf zur Schule gehen.

Dass sie dafür die nötige Uniform hat, verdankt sie UNICEF. Sorgsam legt sie Rock und Hemd zusammen, sobald sie von der Schule nach Hause kommt. Die Schuluniform ist das Kostbarste, das Divine besitzt – und zugleich eine Art Versprechen: Wenn sie fleißig lernt und einen guten Abschluss schafft, kann sie vielleicht eines Tages einen Beruf ergreifen, der die ganze Familie aus der Armut führt.

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Verena Linde, Textredakteurin beim Kindermagazin GEOlino
Autor*in Verena Linde

Verena Linde ist Textredakteurin beim Kindermagazin GEOlino und schreibt dort unter anderem über UNICEF-Projekte aus aller Welt.