© UNICEF/UNI991038/DejonghErdnusspaste Herstellung: Ein Kleinkind wird von seiner Mutter mit Erdnusspaste gefüttert.
Blog

Erdnusspaste – direkt vom Fließband gegen den Hunger

Erdnüsse, Milchpulver, Öl und Zucker: Viel mehr braucht es nicht, um Kinder vor den Folgen des Hungers zu schützen. Die wenigen Zutaten, mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert und zu einer weichen Erdnusspaste verarbeitet, sind seit 30 Jahren das wichtigste Mittel im Kampf gegen Mangelernährung.

Kinder im Südsudan, in Madagaskar, im Jemen und in vielen anderen Ländern kommen mit Hilfe der nahrhaften Erdnusspaste oft in wenigen Wochen wieder zu Kräften. Wir von UNICEF sind der weltweit größte Lieferant von Erdnusspaste. Um die Spezialnahrung schnell und kostengünstig in die betroffenen Gebiete zu den Kindern zu bringen, arbeiten wir mit lokalen Fabriken zusammen, in denen die Erdnusspaste hergestellt wird.

Erdnusspaste gegen Mangelernährung: Woher kommt RUTF (Ready-to-Use-Therapeutic Food)?

Mangelernährung ist ein weltweites humanitäres Problem. Knapp 43 Millionen Kinder sind von Hunger betroffen, mehr als zwölf Millionen von ihnen sind lebensbedrohlich mangelernährt. Erdnusspaste bietet einfache und effektive Hilfe bei der Behandlung dieser Kinder. Die weiche, in Portionsbeuteln abgepackte Paste ist ein sogenanntes RUTF: Ready-to-Use Therapeutic Food – also Spezialnahrung, die sofort und ohne Zubereitung zu sich genommen werden kann.

Aber wie wird die therapeutische Spezialnahrung hergestellt? Wir zeigen am Beispiel einer Fabrik in Kenia den Weg von der Produktion über die Auslieferung in betroffene Länder und bis zu den Kindern, die Hilfe brauchen.

Info
Was bedeutet RUTF?
  • RUTF steht für „Ready-to-Use Therapeutic Food“. Die deutsche Bezeichnung lautet in etwa „gebrauchsfertige therapeutische Nahrung“ oder auch „therapeutische Fertignahrung“.

  • Es gibt unterschiedliche Arten von RUTF, Erdnusspaste ist die bekannteste Form.  

  • Der Markenname „Plumpy Nut“ stammt von der französischen Firma Nutriset, die die Erdnusspaste im Jahr 1996 entwickelt hat.  

  • Erdnusspaste wird weltweit zur Behandlung bei akuter Mangelernährung eingesetzt, vor allem bei Kindern unter fünf Jahren.  

  • Sie muss nicht gekocht oder angerührt werden und kann daher sofort helfen, selbst wenn kein Strom oder Wasser verfügbar sind.  

  • Neun von zehn Kindern erholen sich durch die Behandlung mit RUTF von ihrer Mangelernährung.

So wird Erdnusspaste in der Fabrik hergestellt

UNICEF bezieht die Erdnusspaste aus mehreren Fabriken, unter anderem in Kenia und Haiti. Dort kann die Spezialnahrung komplett produziert und schnell in die umliegenden Regionen verteilt werden.

RUTF-Produktion in Kenia: Eine Fabrik für Erdnusspaste

Die Fabrik von INSTA Products in Nairobi ist die größte Produktionsstätte für RUTF in Afrika. 24 Stunden am Tag, an sieben Tagen in der Woche kann hier Erdnusspaste hergestellt werden. Trotzdem kann die Produktion den Bedarf in Kenia und den umliegenden Ländern kaum decken: Auch Südsudan, Äthiopien, Ruanda, Burundi und weitere Länder brauchen dringend therapeutische Spezialnahrung.

UNICEF kauft einen Großteil der Produktion aus Kenia, um die Erdnusspaste schnell zu den betroffenen Kindern zu bringen. Als größter Lieferant hat UNICEF hohe Anforderungen an Qualität und Wirtschaftlichkeit in der gesamten Produktionskette.

Warum ist die lokale Produktion von Erdnusspaste so wichtig?

Lange Zeit wurde die Erdnusspaste „Plumpy Nut“ in erster Linie in Frankreich produziert. Dort hat die Firma Nutriset ihren Sitz – sie haben Plumpy Nut vor 30 Jahren im Kampf gegen den Hunger entwickelt. Doch der immer weiter steigende Bedarf nach der lebensrettenden Spezialnahrung legte es nahe: Warum die Erdnusspaste nicht direkt dort produzieren, wo sie am meisten gebraucht wird?

In Fabriken wie in Kenia und Haiti kann die Erdnusspaste vollständig vor Ort hergestellt werden – mit mehreren Vorteilen:

  • Kurze Transportwegen sichern eine gute Verfügbarkeit – die Erdnusspaste kommt schnell dort an, wo sie am meisten gebraucht wird.

  • Die lokalen Fabriken beschäftigen fast ausschließlich einheimische Mitarbeiter*innen – das schafft Arbeitsplätze und stärkt die Wirtschaft vor Ort.

  • Für die Produktion werden, wann immer möglich, lokale und regionale Rohstoffe eingekauft – auch das stärkt die Wirtschaft des Landes.

  • Beim Einkauf, in der Produktion und Distribution können regionale Strukturen eingebunden werden, um die Lieferkette möglichst effizient zu gestalten.

So gelangt die Erdnusspaste von der Fabrik zu den Kindern

Wenn die Erdnusspaste fertig abgefüllt ist, wird jede Charge direkt in der Fabrik einer Qualitätsprüfung unterzogen. Erst nach der Freigabe kann die Spezialnahrung verteilt werden. Aus dem Lager der Fabrik wird sie zum Beispiel an Gesundheitszentren, Ernährungskliniken und Krankenhäuser in ganz Afrika ausgeliefert. Auch einzelne Gesundheitshelfer*innen liefern Pakete mit Erdnusspaste in abgelegene Regionen aus.

Weitergabe durch Helfer*innen vor Ort

Durch die gezielte Einbindung von lokalen Gesundheitsstrukturen wie Gesundheitszentren, Krankenhäuser und einzelne Gesundheitshelfer*innen erreicht die Erdnusspaste viele Kinder – und die Ausgabe kann gut kontrolliert werden: Die Familien bringen ihre Kinder einmal in der Woche zur Untersuchung. Danach erhalten sie die Wochenration Erdnusspaste für die Behandlung zuhause. Hat sich der Zustand eines Kindes im Laufe der Woche nicht verbessert oder sogar verschlechtert, kann es im Krankenhaus behandelt werden.

Info
Erdnusspaste hat die Hilfe für mangelernährte Kinder revolutioniert

Seit der Entwicklung vor 30 Jahren ist Erdnusspaste unser wichtigstes Mittel im Kampf gegen Mangelernährung weltweit. Dafür gibt es mehrere Gründe:  

  • Die Erdnusspaste („Plumpy Nut“) enthält genug Energie und Nährstoffe, um ein Kind mit allem zu versorgen, was es braucht.  

  • In Folienbeuteln verpackt, ist die Spezialnahrung vor Verunreinigungen geschützt und lange haltbar.  

  • Die Portionsbeutel sind einfach zu dosieren und die weiche Paste auch für kleine Kinder leicht zu essen. 

  • Die Erdnusspaste kann gut in Kartons verpackt und unkompliziert transportiert werden.  

  • „Plumpy Nut“ kann ohne Wasserzugabe und ohne weitere Zubereitung sofort verzehrt werden.  

Jetzt mangelernährten Kindern helfen

Ihre Spende hilft, damit mangelernährte Kinder überall auf der Welt wieder zu Kräften kommen. 

Hintergrundinfos: Wie Erdnusspaste hilft, Kinderleben zu retten

Weltweit liefert UNICEF Erdnusspaste an Krankenhäuser und Gesundheitszentren, damit mangelernährte Kinder schnell behandelt und sich wieder erholen. Erfahren Sie auf unserer Projektseite zur Erdnusspaste mehr darüber, wo wir die Spezialnahrung im Kampf gegen den Hunger einsetzen, und warum Erdnusspaste Familien in vielen Ländern neue Hoffnung gibt.

Autor*in UNICEF Redaktion

Diesen Artikel hat das Team der UNICEF-Redaktion für Sie recherchiert und verfasst.