Hunger in Madagaskar: Ein mangelernährtes Mädchen im Gesundheitszentrum

Madagaskar: Dürre und Hungerkrise – jetzt spenden

Hunger bringt eine halbe Million Kinder in Gefahr

Die Menschen im Süden Madagaskars hungern. Seit Jahren hat es hier nicht mehr geregnet – es herrscht die schlimmste Dürre seit über 40 Jahren. Etwa 1,6 Millionen Menschen sind extrem mangel- oder unterernährt (Stand: Januar 2022). Besonders die Kleinsten bringt der Hunger in Lebensgefahr: Die Expert*innen von UNICEF und Welternährungsprogramm erwarten, dass rund eine halbe Million Kinder unter fünf Jahren bis April 2022 von akuter Mangelernährung betroffen sein könnte, wenn sie nicht so schnell wie möglich Hilfe bekommen. Zehntausende Mädchen und Jungen könnten bald gar so schwer mangelernährt sein, dass sie jeden Tag um ihr Leben kämpfen müssen.

Hunger in Madagaskar: Kinder sitzen auf dem Boden und essen Erdnusspaste

Die ältere Schwester von Samberahae (3) und Fedraza (2) öffnet für die beiden jeweils ein Päckchen Erdnusspaste. Die jüngeren Geschwister sind mangelernährt. Mit Unterstützung von UNICEF bekommen sie Spezialnahrung. 

© UNICEF/UN0496554/Andrianantenaina

Zahl der hungernden Kinder steigt

Was uns bei UNICEF große Sorgen macht: Die Zahl der hungernden Kinder ist in den letzten Monaten rasant gestiegen. Sie droht, sich bis April 2022 im Vergleich zu Oktober 2020 zu vervierfachen. "Wir können Leben retten, wenn wir Familien Zugang zu sauberem Wasser verschaffen und mangelernährte Kinder mit therapeutischer Nahrung behandeln. Aber wir müssen jetzt handeln", sagt Michel Saint-Lot, UNICEF-Leiter in Madagaskar.

Viele Eltern und Kinder essen bereits Heuschrecken oder Kakteen, um zu überleben. Familien sind häufig gezwungen, ihre Kinder aus der Schule zu nehmen, damit sie beim Wasserholen und Sammeln von Nahrungsmitteln helfen können. Besonders kritisch könnte die Situation in den Monaten bis April werden, da in dieser Zeit keine Ernten erwartet werden.

Für die Hunger leidenden Kinder in Madagaskar ist es noch nicht zu spät. Helfen Sie ihnen mit einer Spende zu überleben. Vielen Dank! Gemeinsam können wir eine Hungersnot verhindern.

Dürre und Hunger: Menschen in Madagaskar brauchen dringend Nothilfe

In einigen Regionen Madagaskars wurde 2021 für einige Zeit die Stufe fünf der Ernährungsunsicherheit erreicht: Hungersnot. Das Welternährungsprogramm sprach von der ersten durch den Klimawandel ausgelösten Hungersnot. Extremwetterereignisse kommen in dem Land immer häufiger vor. Im Süden, wo die Situation besonders gravierend ist, leben fast alle Familien unter der Armutsgrenze. Die Menschen hier leben vom Ackerbau und der Viehzucht. Die seit Jahrzehnten stärkste Dürre bedeutet für sie massiven Ernteausfall und damit vielerorts Hunger. Viele Eltern wissen morgens nicht, ob sie abends ihren Kindern etwas zu essen anbieten können. 

Die Krise in Madagaskar ist nicht die einzige Hungerkrise in Afrika, aber sie ist eine der schlimmsten. Vier Jahre in Folge hat es in dem Land kaum oder gar nicht geregnet. Flüsse und Seen sind ausgetrocknet, die Ernte verdorrt und die Tiere sterben. Die letzten Lebensmittelvorräte werden knapp. 

Gleichzeitig werden die wenigen Nahrungsmittel, die es auf den Märkten noch zu kaufen gibt, immer teurer. Auch die anhaltenden Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie tragen dazu bei, dass Mütter und Väter kein Geld verdienen und keine Nahrungsmittel kaufen können. 

Hunger in Madagaskar: Anjaramee ist schwer akut mangelernährt
Hunger in Madagaskar: Anjaramee ist schwer akut mangelernährt
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Anjaramee ist 4 Jahre alt und schwer akut mangelernährt. Ihre Mutter Maho macht sich große Sorgen um sie und ihre anderen Kinder. Anjaramees Bruder liegt schlafend links neben den beiden. Er hat heute nichts gegessen. 

© UNICEF/UN0406724/Andrianantenaina
Hunger in Madagaskar: Eine Frau auf ihrem vertrockneten Feld
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Sorognasae hat Kürbisse angepflanzt. Doch die Ernte ist sehr schlecht, denn es fehlt der Regen.

© UNICEF/UN0496486/Andrianantenaina
Hunger in Madagaskar: Ein mangelernährtes Baby bekommt Spezialmilch
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Sarobidy ist sechs Monate alt. Ihre Mutter starb zwei Wochen nach ihrer Geburt. Ihre Adoptivmutter Masy kann sie nicht stillen und hat kein Geld für Ersatzmilch. Sarobidy ist mangelernährt und wird mit Spezialmilch behandelt.

© UNICEF/UN0496574/Andrianantenaina
Hunger in Madagaskar: Ein Mann steht in einem ausgetrockneten Wasserloch
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Tsimiatoa (60) steht in einem Wasserloch. Es ist nahezu ausgetrocknet, nur am Grund gibt es noch eine Pfütze. 

© UNICEF/UN0496647/Andrianantenaina
Hunger in Madagaskar: Die Menschen essen Kakteen
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Sevily (48) ist Bauer. Er zeigt uns, wie man das Harz von Kakteen findet und erntet. Die Menschen in Madagaskar essen es, um zu überleben. Doch es schmeckt nach nichts und ist nicht gut verträglich. Vor allem Kinder bekommen einen aufgeblähten Bauch von dem Harz.

© UNICEF/UN0496648/Andrianantenaina
Hunger in Madagaskar: Ein Kind wird untersucht
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Dina (28) leitet das Gesundheitszentrum in Fenaivo im Süden Madagaskars. Hier untersucht sie die sechs Jahre alte Magnovonazy. Das Mädchen hat Probleme mit dem Atmen, hat Malaria und ist mangelernährt. 

© UNICEF/UN0496740/Andrianantenaina
Hunger in Madgaskar: Eine Frau nimmt Erdnusspaste entgegen
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Vao Soagnaveree (27) nimmt Päckchen mit Erdnusspaste entgegen. Sie wird sie zuhause ihren beiden mangelernährten Kindern füttern. Es ist einer der Vorteile der Erdnusspaste, dass die Eltern ihre Kinder damit selbst behandeln können.

© UNICEF/UN0496550/Andrianantenaina

Die Gesichter des Hungers in Madagaskar

"In Madagaskar herrscht eine Hungerkrise": Diese Aussage kann sehr abstrakt wirken. Doch tatsächlich stehen dahinter Menschen, Kinder wie Erwachsene, die um ihr Überleben kämpfen. Sehen Sie selbst!

So hilft UNICEF mit Ihrer Spende hungernden Kindern in Madagaskar

"Wir müssen dringend in die Prävention und Behandlung von Mangelernährung investieren, um zu verhindern, dass sich die Situation weiter zuspitzt", sagte Michel Saint-Lot. Deshalb setzen wir von UNICEF Ihre Spenden vor Ort jetzt vor allem für diese Nothilfe ein:

Wir versorgen mangelernährte Mädchen und Jungen mit Spezialnahrung wie Erdnusspaste. Jede Portion enthält 500 Kilokalorien sowie zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe, damit die Kinder schnell wieder zu Kräften kommen. Im vergangenen Jahr 2021 konnten wir weit über 150.000 lebensbedrohlich mangelernährte Kinder behandeln.

Wenn Mangelernährung frühzeitig erkannt wird, ist die Behandlung meist erfolgreich. Wir haben auch im letzten Jahr wieder Zehntausenden Müttern und Vätern gezeigt, wie sie mit einem Maßband am Oberarm ihres Kindes prüfen können, ob ihr Kind unterernährt ist. Zeigt das Maßband Rot, braucht das Kind sofort Hilfe.

Oft sterben mangelernährte Kinder nicht an der Mangelernährung selbst, sondern an Krankheiten, denen ihr geschwächter Körper nichts entgegensetzen kann. Um sie zu schützen, impfen unsere Helfer*innen Mädchen und Jungen und behandeln sie gegen Krankheiten wie Durchfall und Malaria. 2021 haben unsere mobilen Gesundheitskliniken hunderttausende Kinder und Schwangere medizinisch unterstützt.

Sauberes Trinkwasser ist elementar, damit Kinder überleben. Unsere Helfer*innen bauen und reparieren Brunnen und bringen Wasser mit Tanklastern zu den Menschen. 400.000 Menschen konnten wir im Jahr 2021 mit sauberem Wasser und besseren Hygiene- und Sanitäreinrichtungen unterstützen.

Hunger in Madagaskar: Ein Baby bekommt Erdnusspaste

Der sechs Monate alte Zoneto bekommt im Ernährungszentrum Erdnusspaste. Sie soll ihm schnell neue Kraft geben.

© UNICEF/UN0496738/Andrianantenaina
Info

Madagaskar

Madagaskar ist ein Inselstaat im Indischen Ozean. Neben der größten Insel, die auch Madagaskar heißt, gehören zu dem Land noch einige weitere kleinere Inseln. Der Staat hat eine Fläche von etwa 587.000 Quadratkilometern. Die Hauptstadt heißt Antananarivo. 

Madagaskar hat etwa 27 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner (letzte Schätzung von 2020). Die Mehrheit der Menschen spricht Malagasy, aber auch Französisch ist Amtssprache. Armut ist in der Bevölkerung weit verbreitet, Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Welt. 2019 betrug das jährliche Durchschnittseinkommen 464 US-Dollar pro Einwohner*in. Etwa 60 Prozent der Menschen leben auf dem Land, rund ein Viertel der Madagass*innen sind Analphabet*innen. 

Das Klima ist tropisch im Osten, doch je weiter man nach Südwesten kommt, desto weniger Niederschlag gibt es. Die anhaltende Dürre trifft vor allem den Süden des Landes.