“UNSER LEBEN IST KEIN MONOPOLYSPIEL!”
Mittwoch, 5. März 2014, 15:06 Uhr
von Simone Morawitz | 0 Kommentare

Eigentlich scheint bei UNICEF-Fototerminen in Berlin fast immer die Sonne. Am 18. November 2011 ist das anders: Es ist neblig, kalt und grau, als Hannah (17), Malin (16), Madita (14) und Üwen (15) vom UNICEF-JuniorTeam vor dem Reichstagsgebäude stehen.

Zum Aktionstag für Kinderrechte wollen sie die Politiker wachrütteln und auf die dramatische Schuldenlast aufmerksam machen. Denn schon heute hat jedes Kind und jeder Jugendliche Schulden in Höhe von knapp 25.000 Euro. Da wird es Zeit, genau zu überprüfen wofür die Bundesregierung Geld ausgibt. Mit tropfenden Nasen und eingefrorenen Händen halten die vier tapfer ihre leuchtend gelben Schilder in die Höhe. Slogans wie „Eure Schulden – unsere Zukunft!“, Kinder sind die Bank“, „Unsere Zukunft ist kein Monopolyspiel“, „Schulden abladen verboten“ oder „Unsere Zukunft im Minus?“ stechen aus dem tristen, grauen Nebel hervor. Im Hintergrund der Reichstag, an dessen Adresse sich der Protest der Jugendlichen richtet.

Rund um den 20. November, dem Tag der UN-Kinderrechtskonvention, fanden in der vergangenen Woche unter dem Motto „Ich hab immer Rechte“ bundesweit Aktionen zum Thema „Kinderrechte“ statt. Ins Leben gerufen wurde die Aktionswoche von UNICEF und dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung Markus Löning. Auch er ist beim Fototermin mit dabei. Mit einem gelben Schild in der Hand unterstützt er die Jugendlichen, bis auch seine Finger so langsam einfrieren.

Aufwärmen beim Menschenrechtsbeauftragten

Zum Aufwärmen lädt der 51-Jährige die vier Jugendlichen nach dem Fototermin dann in den Bundestag ein – eine persönliche Führung inklusive sowie Kuchen, Kekse, Saft und viel Zeit um Markus Löning Löcher in den Bauch zu fragen: Was macht eigentlich ein Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung? Was kann er tun, um den Menschen zu helfen, deren Rechte nicht beachtet werden? Löning erklärt, dass er auf die Verletzungen der Menschenrechte weltweit aufmerksam mache. Er betreibe so eine Art politische Lobbyarbeit, treffe Minister auf der ganzen Welt und sage ihnen, dass Deutschland sie bei der Umsetzung der Menschenrechte im eigenen Land unterstütze. „Ich versuche auf meinen Reisen auch immer UNICEF-Projekte zu besuchen“, erklärt er. Er sei viel unterwegs.

Markus Löning will aber auch wissen, was die Jugendlichen des UNICEF-JuniorTeams so machen. Stolz erzählen Hannah, Malin, Madita und Üwen von ihren geplanten Projekten, mit denen sie die Rechte der Kinder in Thailand, der Türkei und Deutschland stärken wollen. Der Menschenrechtsbeauftragte ist sichtlich beeindruckt. „Das ist toll. Als ich so alt war wie ihr, gab es das alles noch nicht. Schön, dass sich das geändert hat“, so Löning.

Kurze Begegnung mit der Kanzlerin

Ein Blick auf die Uhr. Es ist viertel vor zwölf – im wahrsten Sinne des Wortes. Um zwölf Uhr hat Markus Löning den nächsten Termin. Trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, uns wieder zum Ausgang zu begleiten. Dort bestaunen wir eine schmale, meterhohe Säule auf der die Worte von Politikerreden in orangener Leuchtschrift von unten nach oben laufen, genauso wie sie protokolliert wurden – mit Zwischenfragen und Applaus. Während wir staunend den ganzen Ausgangsverkehr aufhalten, schiebt uns plötzlich ein muskulöser Mann mit schwarzem Anzug zur Seite: „Machen Sie mal bitte Platz!“ Hinter ihm läuft die Bundeskanzlerin höchstpersönlich Richtung Ausgang, nur wenige Meter an uns vorbei. Wir staunen. Markus Löning begrüßt Angela Merkel und fragt, ob sie nicht dem UNICEF JuniorTeam „Hallo“ sagen wolle. Mit schnellem Schritt läuft Merkel weiter: „Dazu habe ich jetzt leider keine Zeit!“ Aber dann dreht sie sich doch noch um, lächelt die Jugendlichen an und ruft im Weitergehen ein „Herzliches Willkommen“ und „Hallo“ zu.

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