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Kinder weltweit

Bolivien: Schuften statt Schule

Valentinne muss arbeiten. Jeden Tag verkauft sie Papiertaschentücher auf den Straßen von La Paz in Bolivien. Doch bald, hofft die Neunjährige, kann sie wieder zur Schule gehen.

Dienstag, 25.01.2022, 12:27 Uhr

von Verena Linde  •  1 Kommentar

Frühmorgens um vier Uhr ist es draußen noch ziemlich kalt. Trotzdem quält sich Valentinne aus dem Bett. Sie muss los, zur Arbeit! „Wegen der kühlen Luft läuft den Menschen morgens oft die Nase. Dann kaufen sie meine Taschen­tücher“, erklärt die Neunjährige. Also packt sie ein paar Päckchen ein und macht sich auf in die Straßen der Großstadt La Paz im Westen Boliviens – gemeinsam mit ihrer Mutter. Diese nutzt ebenfalls die Morgenstunden, wenn die Menschen auf dem Weg zur Arbeit sind, und verdient Geld als Schuhputzerin.

Valentinne und ihre Mutter sind ein eingespieltes Team.

Eingespieltes Team: Dort wo Valentinne ihre Taschentücher anbietet, putzt ihre Mutter Schuhe.

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Früher ging Valentinne dann zur Schule. Doch seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist alles anders. Die Schule wurde geschlossen. Zwar gab es noch Unterricht, aber nur online und digital. Und dafür fehlte Valentinne der Computer. Hinzu kam, dass die Straßen nun wie leer gefegt waren und kaum noch je­mand zum Schuheputzen kam. Der Familie ging das Geld aus, also musste Valentinne mit anpacken.

Wie wichtig die Schule ist merkt Valentinne im Alltag.

Wie wichtig Rechnen lernen ist, merkt Valentinne auch beim verkaufen der Taschntücher - etwa dann wenn sich Wechselgeld zurückgeben muss.

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Valentinnes Schicksal teilen viele Kinder und Jugendliche. Schuften statt Schule – das gilt weltweit inzwischen für rund 160 Millionen Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis 17 Jahren, schätzt UNICEF, und kämpft so gut es geht dagegen an.

Valentinne steht vor ihrer alten Schule.

Hier ging Valentinne früher zur Schule. Die ist jetzt geschlossen. Wer einen hat, lernt am Computer.

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Auch Valentinne und ihre zwei kleinen Brüder werden von einer Partnerorganisation des Kinderhilfswerks unterstützt. So ist das Mädchen für das neue Schuljahr bereits angemeldet. „Bis dahin lerne ich zwischendurch mit den Schulheften vom letzten Jahr“, sagt Valentinne. Sie weiß, wie wichtig Bildung ist, und will eines Tages Kinderärztin werden.

Ab und zu löst Valentinne Aufgaben in ihren alten Schulheften.

Ab und zu löst Valentinne Aufgaben in ihren alten Schulheften. Aber sie vermisst den Unterricht und ihre Freundinnen.

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