INNOVATION AUS LEGO IN JORDANIEN: WASSER MARSCH!
Dienstag, 14. Juli 2020, 09:08 Uhr
von Verena Linde | 0 Kommentare

Das Kindermagazin GEOlino stellt in jeder Ausgabe ein UNICEF-Projekt vor. In Heft 7/2020 erschien ein Bericht über Ahmad aus Syrien, der mit seiner Familie in dem Flüchtlingscamp Zaatari in Jordanien lebt.

Ahmads Heimat ist das Flüchtlingscamp Zaatari im Norden Jordaniens. Sein halbes Leben hat der zwölfjährige Junge aus Syrien hier verbracht. Wer ihn sucht, findet ihn meist in der Nähe der Wasserleitungen des Camps. Er kennt die Anlage so gut, dass er sie sogar aus Lego nachgebaut hat.

Jordanien: Ahmad mit seiner Nachbuldung aus Legosteinen.

Leitungen aus Lego: Ahmad hat die neue Wasseranlage des Flüchtlingscamps nachgebaut, um sie anderen besser erklären zu können. 
© UNICEF/UN0280061/Herwig

Ahmad stammt aus Syrien. Mit seinen Eltern, den drei Brüdern und zwei Schwestern ist er vor dem Bürgerkrieg ins Nachbarland Jorda­nien geflohen. Seither lebt er im Flüchtlingscamp Zaatari, das sich längst zu einer festen Siedlung entwickelt hat – so groß wie eine Stadt. Es gibt sogar Hauptstraßen. 77.000 Menschen wohnen hier.

Für Ahmad ist Zaatari schon seit sechs Jahren das Zuhause. Wer ihn zu seiner Person befragt, bekommt nur knappe Antworten: siebte Klasse, Lieblingsfach Arabisch. Viel lieber will der Junge über etwas anderes sprechen – über die neue Wasserversorgung im Camp.

Er hat zugesehen, wie Bohrer sich bis zum Grundwasser gewühlt haben. Er war dabei, als in den drei Tiefbrunnen Pumpen eingebaut wurden, als die Männer die Leitungen gelegt und Verzweigungen angeschlossen haben. Klar, dass sämtliche Ingenieure und Bauarbeiter Ahmad kennen. Ihn – und seine vielen Fragen. 

Flüchtlingscamp Zaatari: Ein UNICEF-Mitarbeiter mit Ahmad.

Wie die Wasseranlage funktioniert, weiß Ahmad etwa von UNICEF-Mitarbeiter Ben Smith, der hier die Wasserversorgung überwacht.
© UNICEF/UN0280057/Herwig

Um allen die Anlage erklären zu können, hat der Zwölfjährige sie mit Legosteinen nachgebaut. „Das Wasser wird im Bohrloch hochgepumpt bis in den Zentraltank. Von dort fließt es in die unterirdische Hauptleitung und dann weiter, bis es bei jedem zu Hause aus einem Wasserhahn läuft“, erzählt er und deutet mit dem Finger auf die entsprechenden Stellen auf der Legoplatte.

Bis zu drei Millionen Liter Trinkwasser fließen täglich durch die Leitungen. Parallel dazu wird das dreckige Wasser durch ein anderes Leitungs­system zu einer Kläranlage transportiert. Es ist die modernste Anlage, die ein Flüchtlingscamp derzeit weltweit besitzt – dafür haben UNICEF, der jordanische Staat und Partnerländer wie Deutschland gesorgt.

Jordanien: Ein Blick über das Flüchtlingscamp Zaatari.

Hilfsorganisationen wie UNICEF tun alles, um den Menschen in Za'atari eine Perspektive zu geben und ihre Lebensbedingungen zu verbessern.
© UNICEF/UN0280052/Herwig

„Das Wasser aus dem Hahn ist so sauber, dass ich es direkt trinken kann. Außerdem wasche ich meine Wäsche damit, und wir benutzen es zum Kochen“, berichtet Ahmad. 35 Liter stehen jedem Bewohner von Zaatari täglich zu. „Früher kam das Wasser mit Tanklastwagen. Da war es nicht immer sauber, wir mussten es von den Ausgabestellen nach Hause schleppen. Dazu kam der Verkehr. Über 60 Lastwagen pro Tag.“

Ahmad freut sich über das fließende Wasser. Und darüber, dass er den Bau der Anlage miterleben konnte. Sein Entschluss steht: „Wenn ich groß bin, will ich auch Wasseranlagen konstruieren.“

Flüchtlingscamp Zaatari: Ahmad wäscht sich die Hände.

Wenn Ahmad Durst hat oder seine Hände waschen möchte, dreht er jetzt einfach den Hahn in der Küche auf. Das war nicht immer so.
© UNICEF/UN0280066/Herwig

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