UNICEF-Foto des Jahres 2020

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Mit der Auszeichnung "UNICEF-Foto des Jahres" prämiert UNICEF Deutschland einmal im Jahr Fotos und Fotoreportagen, die die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern weltweit auf herausragende Weise dokumentieren. Hier die Preisträger 2020. Texte: Peter-Matthias Gaede, UNICEF.

Angelos Tzortzinis

Lesbos, Griechenland: Die brennende Not

Lesbos, Griechenland: Die brennende Not
© Angelos Tzortzinis, Griechenland (AFP)

Eine Katastrophe in der Katastrophe: Am 9. September 2020 zerstört im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ein Feuer die Unterkünfte von 13.000 Menschen, darunter 4.000 Kinder. Sie sind dem Krieg in Syrien entflohen, der Gewalt in Afghanistan, ihrer Angst im Irak. Sie haben unter elenden Bedingungen ausgeharrt, viele seit Jahren. Das Lager ist grotesk überfüllt, Krankheiten grassieren, immer wieder werden Lebensmittel und sauberes Wasser knapp. Und nun das Feuer. Es breitet sich rasend schnell aus, den Flüchtlingen bleibt nur, in die Hand zu nehmen, was sie greifen können.

Unter den vielen Bildern von dieser Inferno-Nacht hat der griechische Fotograf Angelos Tzortzinis die eindrucksvollsten vom Leiden der Kinder gemacht. Von Kindern mit Atemschutzmasken vorm Gesicht, die Hand in Hand durch Rauchwolken gehen. Von Schockmomenten und Zusammenbrüchen, vom Entsetzen und Weinen.

Und jenes Foto, das alles gleichzeitig zeigt: Flucht und Tapferkeit, Fassungslosigkeit und Hilfsbereitschaft in höchster Not. Die Stärke des Kleinen, der dem noch Kleineren die heile Haut bewahrt. Im Blick des jungen Retters: die ganze Hoffnung, es möge ein anderes, ein besseres Leben kommen. Unter den nach UNO-Schätzungen gegenwärtig rund 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht sind etwa 32 Millionen Kinder und Jugendliche.

Lesbos, Griechenland: Die brennende Not
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Lesbos, Griechenland: Die brennende Not
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Der Fotograf: Angelos Tzortzinis, Griechenland (AFP)

Portrait: Angelos Tzortzinis
© Vasso Balou

Angelos Tzortzinis, geboren in Athen, hat an der Leica Academy of Creative Photography studiert und seither überwiegend als freier Fotograf gearbeitet. Er hat aus Georgien berichtet und vom Erdbeben in Haiti 2010, vom „Arabischen Frühling“ in Kairo und dem Krieg in Libyen. Vor allem aber beschäftigt ihn die Situation der Flüchtlinge in seinem Heimatland.

Tzortzinis hat unter anderem in „New York Times“ und „Herald Tribune“, „Time“ und „Newsweek“ veröffentlicht und Auszeichnungen in Griechenland und diversen anderen Ländern erhalten. Allerdings sagt er, er lasse sich nicht gerne interviewen. Die Persönlichkeit eines Fotografen, ist seine Überzeugung, komme in seinen Bildern zum Ausdruck.

Preisträger Angelos Tzortzinis über sein Siegerbild: