Pressemitteilung

Wie geht es Jugendlichen in Deutschland gerade?

#fühlICH. Reden hilft. Zuhören auch. UNICEF- und Ströer-Kampagne zur mentalen Gesundheit von Jugendlichen lädt zum Mitmachen ein

Köln

Hey, wie geht's dir gerade wirklich?
© UNICEF/ Ströer



Viele Jugendliche haben mit belastendenden Gefühlen rund um Selbstwert, Druck, Ängste, Herausforderungen im familiären Umfeld und Einsamkeit zu kämpfen. Obwohl das Thema mentale Gesundheit immer mehr an Bedeutung gewinnt, wissen viele Jugendliche nicht, wie sie mit belastenden Situationen umgehen können und wo im Bedarfsfall Hilfe zu finden ist. Deshalb starten UNICEF Deutschland und Ströer heute eine Mitmachkampagne auf Infoscreens in ganz Deutschland. Sie richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren und wurde gemeinsam mit Jugendlichen vom UNICEF-Juniorbeirat entwickelt.

„Mentale Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung für das Wohlergehen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, doch in Deutschland bewertet ein erheblicher Teil von ihnen die eigene psychische Gesundheit und Lebenszufriedenheit als nicht gut. Unsere Kampagne möchte Jugendliche dazu ermutigen, genauer hinzuschauen und darüber zu sprechen, wenn Selbstzweifel laut werden und Druck oder Angst den Alltag bestimmen – mit Motiven und Botschaften von Jugendlichen für Jugendliche“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.

Insgesamt zwölf junge Menschen im Alter von 17 bis 19 Jahren aus dem UNICEF Juniorbeirat, einem Jugendgremium von UNICEF Deutschland, waren an mehreren Konzeptions- und Gestaltungsphasen an der Kampagne beteiligt. Eine von Ihnen ist Yana, 19 Jahre alt und sie sagt: „Ich möchte meine Stimme nutzen, um auf ein Thema aufmerksam zu machen, das oft sehr leise behandelt wird. Für mich ist mentale Gesundheit genauso wichtig wie körperliche Gesundheit. Das gilt nicht nur für mich, sondern auch für viele weitere Kinder und Jugendliche. Genau deshalb habe ich bei dieser Kampagne mitgemacht.“

Digitales Stimmungsbarometer

Zentrales Element der Kampagne ist ein digitales Stimmungsbarometer. Über einen QR-Code auf den Ströer-Medien an Straßen, Bahnhöfen, in U-Bahnen und Einkaufszentren können Jugendliche anonym mitteilen, wie es ihnen gerade wirklich geht. Auf der Kampagnen-Webseite stimmen sie per Swipe-Prinzip Aussagen zu belastenden und positiven Gefühlen zu oder lehnen sie ab. Aus den fortlaufenden Rückmeldungen entsteht ein Stimmungsbild, das sich kontinuierlich aktualisiert und auf den Ströer-Infoscreens sowie online auf der Kampagnen-Website ausgespielt wird. So wird sichtbar, welche Themen junge Menschen aktuell besonders bewegen – und dass sie mit diesen Gefühlen nicht allein sind. Die Teilnahme ist niedrigschwellig und anonym.

Die kreative Leitidee der Kampagne wurde von Ströer Media Creation in enger Zusammenarbeit mit UNICEF Deutschland entwickelt. Ströer strahlt die Kampagne bundesweit pro bono auf seinen digitalen Medien aus.

„Viele Jugendliche fühlen sich mit ihren Sorgen allein – genau hier setzt unser gemeinsames Engagement mit UNICEF an: Mit #fühlICH holen wir ihre Gefühle sichtbar in den öffentlichen Raum und machen deutlich: Du wirst gesehen, du wirst ernst genommen und Hilfe ist da. Unsere digitalen Medien bieten dafür eine reichweitenstarke Bühne – aber es sind die Stimmen der Jugendlichen selbst, die dieser Kampagne ihre eigentliche Kraft geben“, sagt Alexander Stotz, CEO Ströer Media Deutschland GmbH.

Gefühle ernst nehmen, hinschauen und miteinander sprechen

Aktuelle Daten aus dem UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland zeigen einen Anstieg von Einsamkeit, Stresssymptomen und psychischen Belastungen sowie eine sinkende Lebenszufriedenheit bei Jugendlichen in Deutschland. So berichten zum Beispiel im europäischen Vergleich überdurchschnittlich viele junge Menschen in Deutschland von starken Einsamkeitsgefühlen. Deutschland liegt hier im oberen Drittel der Länder mit den höchsten Prävalenzen. Besonders betroffen sind Mädchen: Bereits 26 Prozent der 13-jährigen Mädchen geben an, sich einsam zu fühlen – bei den Jungen sind es sieben Prozent. Unter den 15-Jährigen fühlt sich jedes dritte Mädchen (32 Prozent) die meiste Zeit oder immer einsam; bei den Jungen sind es elf Prozent. Mentale Belastungen und psychische Störungen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland sind im internationalen Vergleich besonders stark ausgeprägt; psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen sind die häufigsten Diagnosen im stationären Bereich.

#fühlICH. Reden hilft. Zuhören auch. ermutigt junge Menschen, bei belastenden Gefühlen hinzuschauen und das Gespräch zu suchen – mit Freund*innen, Familie oder Lehrkräften. Reden und Zuhören können entlasten und neue Perspektiven eröffnen. Reicht das nicht aus, verweist die Kampagne auf professionelle Hilfsangebote und weiterführende Informationen. Um der Sensibilität des Themas gerecht zu werden, wurde bei der Ausgestaltung der Kampagne zusätzlich die Expertise von Dipl. Psychologin Dr. Meltem Avci-Werning, Expertin für Psychologie in der Schule, sowie von der Kinderpsychiaterin und UNICEF-Komitee-Mitglied Dr. Susanne Schlüter-Müller eingeholt.

Das digitale Stimmungsbarometer ist der zweite Teil der Kampagne #fühlICH. Reden hilft. Zuhören auch. nach dem erfolgreichen Auftakt zum Mental Health Day im Oktober 2025. Die Kampagne ist ab heute bundesweit zwei Wochen lang auf den digitalen Ströer-Infoscreens im öffentlichen Raum zu sehen. Seit 2021 setzt sich das Medienhaus Ströer gemeinsam mit UNICEF Deutschland dafür ein, die Kinderrechte bekannter zu machen und zur Unterstützung der weltweiten Hilfe für Kinder in Not aufzurufen.

UNICEF setzt sich weltweit und in Deutschland aktiv für die Stärkung der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein – unter anderem im UNICEF Kinderrechteschulen-Programm, in Schulaktionen sowie durch Forschung und politische Arbeit. UNICEF Deutschland ist Teil der Mental Health Alliance.

Hier geht es zur Stimmungsabfrage.

Die vollständigen Kampagnenmotive finden Sie hier.

UNICEF Arbeit zur mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

UNICEF setzt sich für eine Verbesserung der mentalen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ein.

  • Kinderrechteschulen: UNICEF hat ein Modul zum Thema Mentale Gesundheit im Kinderrechteschulen Programm verankert, das Lehr- und Fachkräfte dabei unterstützt, wie sie psychische Belastungen erkennen und beim Umgang damit helfen können.

  • Schulaktion „I AM. Ich bin einmalig. Ich bin vieles. Ich bin gut.“: Der bundesweite Aktionstag an Schulen zum Internationalen Tag der Kinderrechte 2025 rund um den 20.11. – den Geburtstag der 1989 verabschiedeten UN-Kinderrechtskonvention – setzte ein Zeichen für Kinderrechte, Selbstvertrauen und Zukunftsmut. 2025 ging es um die Stärkung des Selbstwertgefühls und Empowerment von Kindern und Jugendlichen.

  • Forschung und politische Arbeit: Der regelmäßig erscheinende „Bericht zur Lage der Kinder in Deutschland“ erfasst auch Daten zur mentalen Gesundheit. Daraus leitet UNICEF politische Empfehlungen ab, die zum Ziel haben, das kindliche Wohlbefinden und damit auch die mentale Gesundheit zu fördern. Im Bereich Flucht und Migration ist UNICEF Deutschland Mitinitiator und Mitglied eines runden Tisches zu mentaler Gesundheit. Außerdem ist UNICEF Teil der 2025 gegründeten Mental Health Alliance – einem unabhängigen, fachübergreifenden Bündnis von Entscheidungsträger*innen und Gestalter*innen, die sich gemeinsam für ein präventiv ausgerichtetes, vernetztes und wirksames System der mentalen Gesundheit einsetzen.

Agnieszka Szczepanska
Öffentlichkeitsarbeit | Kinder in Deutschland