Pressemitteilung
SRI LANKA: UNICEF BEFÜRCHTET WEITERE RADIKALISIERUNG DES BÜRGERKRIEGS
Köln
Mittwoch, 5. Februar 2014, 16:30 Uhr

Kindersoldaten zwangsrekrutiert / Viele verletzte Kinder

Bei den Kämpfen in Sri Lanka werden nach Angaben von UNICEF immer mehr Kinder zwangsrekrutiert. UNICEF warnt vor einer weiteren Radikalisierung des Bürgerkriegs. „Wir haben eindeutige Hinweise, dass die Rebellenorganisation LTTE die Rekrutierung von Kindern verstärkt und dass sogar 14-Jährige zu Soldaten gemacht werden“, erklärte der Leiter von UNICEF in Sri Lanka, Philippe Duamelle. „Diese Kinder sind in akuter Gefahr und ihr Leben ist bedroht. Ihre Rekrutierung ist nicht zu tolerieren“.

Zwischen 2003 und Ende 2008 hat UNICEF 6.000 Fälle von Rekrutierungen von Kindern durch die LTTE dokumentiert. UNICEF setzt sich für die Freilassung von Kindersoldaten ein und hat in Sri Lanka in den vergangenen Jahren 3.500 minderjährige Kämpfer wieder in die Gesellschaft integriert.

Gleichzeitig geraten immer mehr Kinder zwischen die Fronten. In der letzten Woche wurden aus dem Norden des Landes viele verletzte Kinder evakuiert. Sie trugen Verbrennungen, Knochenbrüche, Splitter- und Schusswunden davon. UNICEF fordert erneut eindringlich von der Regierung und den Rebellen, die Zivilbevölkerung und insbesondere die Kinder zu schützen.

Im Norden von Sri Lanka halten sich nach Angaben von UNICEF schätzungsweise 200.000 bis 250.000 Zivilisten in den umkämpften Gebieten auf. Es wurden zwar so genannte Sicherheitszonen eingerichtet. Doch auch dort kommt es weiter zu Kämpfen, bei denen Zivilisten verletzt und getötet werden.

Der eingeschlossenen Bevölkerung fehlt es an Nahrung, Medikamenten und sauberem Wasser. UNICEF gelang es zwar seit Mitte Dezember mit Hilfskonvois der UN begrenzte Mengen an Hygieneartikeln, Materialien zur Wasserreinigung, Moskitonetze, Schulmaterial und Kinderkleidung in das Krisengebiet zu bringen. Doch seit mehreren Wochen ist die Bevölkerung wegen der Kämpfe ohne Unterstützung.

Gegenwärtig hilft UNICEF zusammen mit den UN-Organisationen rund 30.000 Menschen, denen es gelungen war, aus dem Kampfgebiet zu fliehen. UNICEF fordert, dass alle Zivilisten das Kampfgebiet in der Region um Vanni verlassen dürfen und in sichere Gebiete gebracht werden.

Bei Rückfragen und Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an die UNICEF-Pressestelle, 0221/93650-315.Infos auf www.unicef.de