Das griechische Flüchtlingslager Moria auf Lesbos: Unerträgliche Zustände für Kinder.

KINDER IN GRIECHISCHEN FLÜCHTLINGSLAGERN

UNERTRÄGLICHE ZUSTÄNDE

Dicht zusammengedrängt und unter unwürdigen Bedingungen leben sie in den griechischen Aufnahmezentren: Rund 40.000 geflüchtete und migrierte Menschen warten auf engstem Raum in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln wie Lesbos darauf, dass sie ihren Weg in eins der europäischen Zielländer fortsetzen können. Etwa ein Drittel von ihnen sind Kinder. 

In den Lagern herrschen katastrophale Zustände: Viele Kinder haben nicht genug zu essen. Es gibt zu wenige Ärzte und Medikamente. Auch Toiletten, Duschen und sauberes Wasser fehlen. In den Aufnahmezentren auf dem griechischen Festland sind die Bedingungen ähnlich schlecht.

In einem Aufnahmezentrum auf Samos in Griechenland.

In notdürftig errichteten Zelten leben die Menschen in den griechischen Flüchtlingslagern.
© UNICEF/UNI312758/Romenzi

Covid-19 macht die Situation für die Menschen vor Ort noch dramatischer: Denn wenn es in den Flüchtlingslagern zu einem Ausbruch der Pandemie kommen sollte, könnte sich das Virus hier rasant ausbreiten – mit verheerenden Folgen vor allem für die Kinder. 

Wir müssen gemeinsam eine humanitäre Katastrophe verhindern. Bitte helfen Sie uns mit einer Spende, die Kinder in den Flüchtlingslagern in Griechenland und anderen Ländern Europas besser zu schützen! 

150 Stück Handseife
20.000 Tabletten zur Wasserreinigung
2 große Hygiene-Pakete für Notunterkünfte

ELEND, ENGE UND KAUM ÄRZTE  

Die Kinder und ihre Familien, die auf Lesbos, Chios oder Samos untergebracht sind, kommen aus Krisenländern wie Syrien, dem Irak, Afghanistan oder Eritrea. Sie alle sind vor Hunger, Gewalt, Krieg und Armut geflohen. Sie alle sehnen sich nach einem Leben in Sicherheit und Frieden.

Das Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos ist das größte Europas. Rund 20.000 asylsuchende Menschen leben hier – statt der geplanten 3.000, für die es geschaffen war. 

In Moria und den anderen griechischen Flüchtlingslagern müssen die Menschen monatelang, manche sogar jahrelang ausharren, bis ihr Asylantrag geprüft und eine Entscheidung getroffen wird. So lange kämpfen sie jeden Tag mit vielen Problemen: 

  • Enge: Die Lager sind extrem überfüllt, sodass die Menschen sich auf engstem Raum drängen.  
  • Fehlende Hygiene: Etwa 200 Geflüchtete müssen sich eine Toilette teilen. Wasser gibt es oft nur für eine kurze Zeit am Tag. 
  • Provisorische Unterbringung: Es gibt kaum feste Unterkünfte. Die meisten Menschen leben in notdürftig errichteten Zelten.  
  • Schlechte medizinische Versorgung: In den Lagern sind zu wenige Ärzte, auch Medikamente reichen nicht aus.  
  • Unzureichender Schutz für Kinder: Die Mädchen und Jungen haben ein hohes Risiko, Opfer von Gewalt oder Missbrauch zu werden. 
  • Mangel an elementaren Dingen: Vor allem Lebensmittel und Kleidung fehlen. 

Corona: besondere Bedrohung

Die Corona-Pandemie ist für alle Menschen weltweit eine riesige Gefahr – doch für die schutzsuchenden Menschen auf den griechischen Inseln besonders bedrohlich: Die Familien können sich kaum vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen, wenn es zu wenig Wasser und Seife gibt. Ähnlich schwierig ist es, voneinander den notwendigen Abstand zu halten, wenn viele Menschen auf engstem Raum leben. Die Folgen eines Corona-Ausbruchs wären verheerend, denn die medizinische Versorgung ist schon jetzt schlecht.

Samos: Zwei Kinder füllen an einem Rohrkonstrukt Wasser in Plastikbehätnisse ab.

Es gibt viel zu wenig Seife und sauberes Wasser in den Aufnahmezentren. 
© UNICEF/UNI312755/Romenzi

UNICEF hilft weltweit, Kinder gegen Corona zu schützen. Auch in Griechenland verstärken wir unsere Maßnahmen, beispielsweise durch die Lieferung von Seife und anderen Hygieneartikeln. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus dürfen wir kein Kind zurücklassen.

SO HILFT UNICEF IN DEN FLÜCHTLINGSLAGERN

Wir haben als Hilfsorganisation jahrzehntelange Erfahrung: Wir wissen genau, was geflüchtete Kinder und Familien besonders dringend brauchen und wie wir ihnen am besten helfen können. Auf den griechischen Inseln helfen wir den Mädchen und Jungen beispielsweise so: 

Aufklärung: Wir informieren kindgerecht über die Corona-Pandemie und zeigen den Kindern und Familien, mit welchen Maßnahmen sie sich schützen können. 

Hygieneartikel: Wir versorgen die Menschen mit Schutzutensilien, Seife und anderen Hygieneartikeln. Unser Ziel: Sie bestmöglich vor Corona und anderen Krankheiten zu schützen. 

Hilfslieferungen: Wir schicken große Lieferungen mit Kleidung, Decken und anderen Hilfsgütern in die Aufnahmezentren.

Psychosoziale Unterstützung: Unsere Sozialarbeiter sind einfühlsame Ansprechpartner für die Kinder, auch wenn die Unterstützung gerade coronabedingt nur aus der Ferne stattfinden kann.

GEFAHREN FÜR FLÜCHTLINGSKINDER IN GRIECHENLAND 

Schwerwiegende emotionale und psychische Folgen

Die Kinder haben durch die Gewalt oder Armut in ihrer Heimat bereits Schlimmes erlebt. Viele kamen schon traumatisiert in den Lagern an. Die menschenunwürdigen Bedingungen dort sind zusätzlich belastend. Die Mädchen und Jungen wissen nicht, wie und wann es für sie weitergehen wird. Bei vielen Kindern hinterlässt diese Situation schwerwiegende emotionale und psychische Schäden. 

Unbegleitete Flüchtlingskinder sind besonders gefährdet.

Die Mädchen und Jungen sind in den Camps sehr gefährdet. 
© UNICEF/UNI312602/Romenzi

Unbegleitete Kinder und Jugendliche 

Am gefährlichsten ist die Situation für unbegleitete Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern oder Verwandte in Griechenland angekommen sind. Sie sind der Gefahr von Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch ausgeliefert und brauchen besonders dringend unsere Hilfe. 

Samos: Ein Flüchtlingsjunge spielt barfuß draußen im Dreck.

Unbegleitete Kinder und Jugendliche sind besonders verletzlich. 
© UNICEF/ UNI312749/Romenzi

Schon seit Langem fordern wir, dass vor allem schutzbedürftige Kinder von den griechischen Inseln so schnell wie möglich auf das griechische Festland gebracht werden müssen. Und: Dass geflüchtete Kinder – insbesondere die unbegleiteten unter ihnen – von europäischen Staaten wie Deutschland aufgenommen werden. Die drohende Corona-Pandemie macht diese Maßnahmen noch umso dringlicher!

SPENDEN FÜR GEFLÜCHTETE KINDER IN EUROPA 

UNICEF steht den Kindern zur Seite. Und auch Sie können helfen! Denn jede Spende aus Deutschland ermöglicht uns, mit Hilfsgütern und Kinderschutz-Programmen noch mehr Gutes zu bewirken. Gemeinsam mit Ihnen können wir die geflüchteten Mädchen und Jungen in Griechenland und anderen Ländern Europas versorgen. Können wir dabei auf Sie zählen? 

Ein Mädchen in einem griechischen Flüchtlingszentrum.

Danke an jeden von Ihnen, der unsere Arbeit mit einer Spende unterstützt. Gemeinsam können wir den Kindern helfen! 
© UNICEF/UN0274758/Haviv VII Photo

Türkei und Mittelmeer: gefährliche Fluchtroute  

Viele Menschen führt ihre Flucht nach Europa über die Türkei. Im Frühjahr 2020 warteten Tausende von ihnen mitten im Nichts an der griechisch-türkischen Grenze darauf, nach Europa eingelassen zu werden. Zuvor waren sie fälschlich informiert worden, dass die Grenzen geöffnet würden. In kurzer Zeit entstanden provisorische Lager, die inzwischen wieder aufgelöst wurden. Stattdessen versuchen einige der Menschen nun, von den Küstenorten am Mittelmeer aus über das Meer zu einer der griechischen Inseln zu gelangen, um dort Schutz zu finden. Ihre Situation ist dramatisch, denn der Weg ist lebensgefährlich und die Situation vor Ort in der Türkei für viele aussichtslos. 

Die Türkei ist derzeit bereits Heimat von über 3,6 Millionen Flüchtlingen, vor allem aus Syrien. Zusammen mit vielen Partnern hilft UNICEF den bedürftigsten Familien und sorgt dafür, dass die Flüchtlingskinder in der Türkei zur Schule gehen können. 

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