Ernährungspyramide

MANGELERNÄHRUNG BEI KINDERN IN DEUTSCHLAND

Am 24. Juni 2021 fand ein Panel-Talk zum Thema Mangelernährung statt, den unser Aktionsteam für Kinderrechte auf die Beine gestellt hatte. Als Gesprächspartner war der Kinder- und Jungendmediziner Dr. med. Frank Jochum eingeladen, der im Waldkrankenhaus Berlin-Spandau tätig ist. Für die Fragen des AK-Teams stand er eine Stunde lang Rede und Antwort.

Laut Herrn Dr. Jochum sind in Deutschland aktuell ein Viertel der Kinder und Jugendlichen mangelernährt. Dabei treten unterschiedliche Formen der Mangelernährung auf. Zu Mangelerscheinungen kann es beispielsweise bei zu geringer Kalorienzufuhr oder aber aufgrund zu einseitiger Ernährung kommen. Viele körperliche Auswirkungen sind nicht reversibel, weswegen das Thema große Aufmerksamkeit erhalten sollte. Wenn wichtige Nährstoffe, wie z. B. Vitamine, Proteine, Fette oder auch Zucker, von Kindern nicht aufgenommen werden, dann wird dadurch die natürliche Entwicklung negativ beeinflusst. Ebenso ist die psychische Gesundheit gefährdet: Erkrankungen wie Depressionen sind in dem Zusammenhang keine Seltenheit.

In dem Panel-Talk wurde zudem diskutiert, welche Maßnahmen ergriffen werden können, um Mangelernährung weitestgehend zu vermeiden oder die körperlichen Folgen zu minimieren. Präventive Maßnahmen wurden insbesondere im Kontext der elterlichen Erziehung, Öffentlichkeitsarbeit und Bildung thematisiert. Für Einzelfälle sind vor allem die regelmäßigen kinderärztlichen Untersuchungen zur Beobachtung der körperlichen Entwicklung wichtig. Ebenso gibt es zahlreiche (Online-) Angebote, die stark gefährdete Kinder identifizieren sollen. 

Abschließend hatte das Plenum die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen. Dabei wurde unter anderem über mögliche Auswirkungen von sich vegan ernährenden, stillenden Müttern auf ihre Neugeborenen geredet. Hierbei kann vor allem der Folsäure-Mangel über die Muttermilch auf das Kind übertragen werden, welcher bei diesem zu langfristigen nicht reversiblen neurologischen Fehlbildungen führen kann. Eine vegane oder vegetarische Ernährung sei aber nicht unmöglich während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit. Die Betroffenen sollten allerdings Beratungsangebote von Spezialist*innen annehmen.

Eva Kuhlmeier


Den Panel-Talk in voller Länger finden Sie hier: