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STRATEGIEN GEGEN KINDERARMUT

Eine steigende Konjunktur, ein Rückgang der Arbeitslosigkeit und ein gewichtiger Handelsüberschuss. Deutschland geht es gut. Jedenfalls geben das die aktuellen Konjunkturdaten wider. Trotz aller Lorbeeren, derer sich die deutsche Wirtschaft in der Presse erfreut, nehmen nicht alle Bürgerinnen und Bürger in der Bundesrepublik am Wohlstand des Landes teil.

Eine Gruppe in unserer Gesellschaft, die besonders unter Armut in Deutschland leidet, sind unsere Kinder: denn Armut ist leicht erblich. Begriffe wie soziale Gerechtigkeit stellen für von Armut betroffene Kinder oft nicht nur ein Fremdwort dar, sondern eine Phrase. So sind beispielsweise Kinder aus bildungsfremden, ärmeren Elternhäusern viel höher gefährdet in ihrem späteren Leben von Armut betroffen zu sein, als Kinder aus wohlhabenden, akademisch gebildeten Elternhäusern. Unter einem besonderen Armutsrisiko leiden Kinder von alleinerziehenden Müttern. Geschichten aus Hellersdorf von starken Frauen, die viel auf sich nehmen, um für Ihre Kinder zu sorgen, sind keine Seltenheit. Während die Eltern finanzielle Sorgen plagen, bekommen Kinder Ihre relative Armut zu Ihren Mitschülerinnen und Mitschülern im Alltag zu spüren. Seien es neue Schulbücher, eine Klassenfahrt oder auch ein Besuch im Zoo, oft ringen Kinder verlegen um Antworten, warum sie nicht mitmachen können. Das aktive Mitmachen und Gestalten – oder in anderen Worten die Teilhabe – in der Gesellschaft ist oft eine durch Armut aufgestellte Hürde, die erst über mehrere Generationen hinweg genommen werden kann. 

Wie die komplexen Hindernisse, die von Armut gefährdeten Kindern entgegenstehen, bewältigt werden können, ist Gegenstand der Diskussionsrunde in der Landeszentrale Berlin am 16. April 2018: Die Veranstaltung erörtert, wie Berlin die gesellschaftliche und politische Teilhabe für Kinder aus armen Familien und Chancengerechtigkeit sichern kann. Welche Strategien werden verfolgt, um Kinderarmut zu senken? Wie stärkt die Berliner Politik die betroffenen Familien? Welche Maßnahmen richten sich direkt an die Kinder?

Mitwirkende:
- Familienstaatssekretärin Sigrid Klebba
- Prof. Dr. Katharina Spieß (DIW Berlin)
- Dr. Winfried Glück, Sprecher der Fachgruppe „Kinderarmut und Familien“ der Berliner Landesarmutskonferenz (angefragt)
In Schlaglichtinterviews kommen weitere Interessenvertreter und Expertinnen zu Wort, unter anderem Claudia Chmel, Geschäftsführerin des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter, Landesverband Berlin e.V.

Datum: Mo, den 16. April
Zeit: 18:30 bis 20:30 Uhr
Ort: Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin, Besuchszentrum 

Die Teilnahme ist entgeltfrei, eine Online-Anmeldung ist erforderlich.

Rafael Stein