ZUM INTERNATIONALEN TAG GEGEN WEIBLICHE GENITALVERSTÜMMELUNG AM 06.02.

Mein Körper gehört nur mir ganz allein! 

Zum Internationalen Tag gegen die weibliche Genitalverstümmelung am 6.2.

Weltweit sind lt. UNICEF mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung/-beschneidung betroffen und müssen mit den gravierenden Folgen des Eingriffs leben. Diese Zahl bezieht sich auf 31 Länder, aus denen repräsentative Zahlen vorliegen. Jährlich leben über 4 Millionen Mädchen in Gefahr beschnitten zu werden. Die Dunkelziffer liegt jedoch wahrscheinlich deutlich höher.

Mit Messern, Rasierklingen, Glasscherben und ohne Betäubung wird radikal geschnitten und zugenäht (teilweise oder vollständige Amputation bzw. Beschädigung der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane). Bei späteren Geburten wird wieder aufgeschnitten und evtl. wieder zugenäht. Diese grausame Praxis führt oft zu Infektionen, Unfruchtbarkeit, Traumatisierung und zu körperlichen Schäden, unter denen die Mädchen und Frauen ihr Leben lang leiden. Welch ein brutaler Eingriff in die körperliche Unversehrtheit eines Mädchens, das mitunter nicht älter als sieben oder acht Jahre alt ist!

Auch wenn mittlerweile die Genitalverstümmelung in einigen Ländern verboten ist, wird die grausame Tradition heimlich weitergeführt. Manche Gemeinden befürworten sie als Mittel zur Kontrolle der Sexualität von Mädchen, zur Wahrung ihrer Keuschheit oder als Voraussetzung für eine Ehe. Eltern fürchten, dass ihre Töchter ohne Beschneidung ausgegrenzt werden könnten und sie nicht heiratsfähig seien. Besonders verbreitet sind diese Vorstellungen in abgelegenen Gebieten, wo viele Mädchen nicht zur Schule gehen. Daher sind Bildung und Kommunikation der Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen die Mädchenbeschneidung. Frauen, die lesen und schreiben können, ihre Rechte kennen, entwickeln das Wissen und das Selbstbewusstsein, Probleme offen zur Sprache zu bringen. Die Bildungs- und Aufklärungsprogramme von UNICEF und den Partnern vor Ort haben schon viel bewirkt: Tausende Frauen und Männer haben z.B. im Senegal in Kursen erfahren, dass Mädchen ein Recht auf Schutz und Gesundheit haben - und dass sie Todesfälle und lebenslange Beschwerden gemeinsam verhindern können, wenn die grausame Tradition der Mädchenbeschneidung nicht mehr praktiziert wird. Intensive Aufklärungskampagnen bewirken eine Abkehr von der gefährlichen Tradition: Rund 31,5 Millionen Menschen in über 21.700 Gemeinden und 17 Ländern haben sich seit 2008 bereits offiziell davon verabschiedet.

Auch in Deutschland sind nach Schätzungen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) rund 67.000 Frauen und Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Zwischen 2.785 und 14.752 Mädchen sind bedroht. Das bundesweite Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen“ ist unter der kostenlosen Nummer 08000 116 016 erreichbar. Neben den betroffenen Frauen können auch Angehörige, Freunde und Menschen aus dem sozialen Umfeld sowie Fachkräfte Hilfe finden.

Entschlossen setzen sich die Ehrenamtlichen der UNICEF Arbeitsgruppe Oberbergischer Kreis für die Selbstbestimmung und die körperliche Unversehrtheit der Mädchen und Frauen ein. Sie erachten es als ein dringendes Anliegen gegen diese schwerwiegende Verletzung des Menschenrechts aufmerksam zu machen und ein Ende der grausamen Eingriffe zu fordern!


Gummersbach, 3.2.2022