RÜCKENWIND FÜR KINDERRECHTE
Dienstag, 25. Februar 2014, 10:41 Uhr
von Kerstin Bücker | 0 Kommentare

Einsatz für Kinderrechte kann ganz schön durchpusten: Gerade komme ich von unserem Bildtermin zum Weltkindertag – unter dem Motto „Kinder brauchen Zeit“. Auf dem windigen Alexanderplatz in Berlin hatten Sechstklässler der Mühlenau-Grundschule ihr Zeitbudget in Form von Pappkartons aufgestapelt, mit Hilfe einer großen Leiter und vieler helfender Hände. Sie präsentierten so das Ergebnis einer Online-Umfrage von UNICEF und Deutschem Kinderhilfswerk: Im Schnitt verbringen Kinder und Jugendliche in Deutschland 38,5 Stunden mit Schule und Hausaufgaben, ganz links ragt dafür ein besonders hoher Stapel grauer Pappkartons in den Berliner Himmel.

Weltkindertag 2012. ©UNICEF

Weltkindertag 2012.
© UNICEF

Rechts daneben türmen sich rote und blaue Kartons für „Familie“ (18 Wochenstunden), „Chillen“ (15 Stunden) und „Zocken und Fernsehen“ (fast 14 Stunden). „Halt fest!“, „Hier, noch ein Klebestreifen“ – „Mist, schon wieder runtergefallen“, schallt es über den Platz, denn immer wieder machen sich Windstöße über die Kartonstapel her. Auch Ben, Ki.Ka-Moderator und UNICEF-Pate, fasst mit an – endlich steht der „Wochenzeitplan“ aus Pappe! Die Aktion beginnt – Nils (12), Ayla (13) und Luigi (11) berichten per Mikrophon über ihren Alltag – ganz schön voll. Die Kinder wünschen sich mehr Zeit für Familie und Hobbies, Luigi sagt „Sechs Stunden Schule reichen!“In der Zwischenzeit sind die obersten Kartons des Schulstapels vom Wind heruntergeweht worden, doch die Kinder lassen sich nicht stören und erzählen weiter vor den vielen Journalisten und Passanten, die sich mittlerweile eingefunden haben. „Schule und Hausaufgaben sind wichtig, klar“!, sagt auch UNICEF-Pate Ben. „Aber Kinder brauchen auch Freiraum für sich selbst.“ Volle Zustimmung bei den Kindern, die trotz Wind ihre Transparente „Kinder brauchen Zeit“ hoch halten. Noch mehr Rückenwind bekommen sie von Axel Pape: „Wünschenswert ist keine Welt, die sich doppelt so schnell dreht, sondern eine, die sich vernünftig dreht und zwar möglichst lange“, sagt der Schauspieler und Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerks. „Und das fängt bei den Kindern und der Zeit, die man ihnen widmet, an.“ Die Prominenten unterstrichen so das Recht auf Spiel und Freizeit, das in der Kinderrechtskonvention für jedes Kind festgeschrieben ist. Danach stehen Luigi und seine Klassenkameraden den Journalisten noch Rede und Antwort – während die Anderen die windanfällige Pappwand schnell wieder abbauen. Jeder Karton wird wieder ordentlich eingepackt, dann geht es mit der ganzen Klasse zum Aufwärmen ins nächste Café. Danke, Luigi, danke an alle fürs Mitmachen, fürs Kartonfesthalten und fürs Eintreten für die Kinderrechte!

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