UNICEF Foto des Jahres 2006: Gewinner Jan Grarup

UNICEF-FOTO DES JAHRES 2006

THIS SITE IN ENGLISH

Mit der Auszeichnung "UNICEF-Foto des Jahres" prämiert UNICEF Deutschland einmal im Jahr Fotos und Fotoreportagen, die die Persönlichkeit und Lebensumstände von Kindern weltweit auf herausragende Weise dokumentieren. Hier die Preisträger 2006.

JAN GRARUP

Das Erdbeben in Kaschmir

UNICEF-Foto des Jahres 2006: Das Erdbeben in Kaschmir  

© Jan Grarup, Dänemark, Politiken/RAPHO

Die fünfjährige Rahila strahlt. Sie liegt im Rote-Kreuz-Hospital der nord-pakistanischen Stadt Muzaffarabad. Ihre Beine stecken in einem Streckverband. Bei dem verheerenden Erdbeben vom 8. Oktober 2005 hat sie sich Unter- und Oberschenkel gebrochen. Aber: Sie strahlt. Als ginge es ihr blendend. 

Drei Wochen nach dem Beben ist der dänische Fotograf Jan Grarup nach Pakistan geflogen, nach Muzaffarabad, die Provinzhauptstadt des pakistanischen Teils von Kaschmir. Die Stadt wurde von den Erdstößen der Stärke 7,6 fast vollständig zerstört. Mehr als 70.000 Menschen starben damals in der Kaschmirregion, darunter 18.000 Kinder. 3,3 Millionen Kaschmiris wurden obdachlos, noch immer, mehr als ein Jahr später, sollen rund 30.000 in Notlagern leben.

Rahila war eines von vielen schwer verletzten Mädchen und Jungen in der Kinderabteilung des dortigen Krankenhauses. Die Ärzte hatten ihr einen Streckverband um die mehrfach gebrochenen Beine gelegt. Um sie medizinisch versorgen zu können, hatte man sie mit dem Hubschrauber aus ihrem Heimatdorf evakuiert. Eine halbe Stunde dauerte der Flug, der Rahila das Leben rettete.

„Ihr Lächeln inmitten von Trauer und Verzweiflung hat mich tief beeindruckt“, sagt Grarup, der die UNICEF-Auszeichnung bereits zum zweiten Mal erhält. „Das kleine Mädchen zeigt, welche Kraft in Kindern steckt.“

2. Preis für Shehzad Noorani, "Kinder des schwarzen Staubes"

2. Preis Foto des Jahres 2006: Kinder des schwarzen Staubes

© Shehzad Noorani, Bangladesch


Hajira (8 Jahre) recycled tausende von Batterien, indem sie diese jeweils einzeln mit einem einfachen Hammer zerschlägt. Sie arbeitet zusammen mit ihrer Mutter und kümmert sich darüber hinaus um ihre Schwestern Mumtaz (3 Jahre) und Yasmin (1 Jahr).

„Ich bin nicht generell gegen Kinderarbeit, da ich weiß, wie viele wichtige Möglichkeiten sie einem bieten kann. Sie kann ein ganzes Leben verändern. Für viele Kinder ist das Verdienen eines Lebensunterhalts oder das Beitragen zum Einkommen der Familie eine Frage des Überlebens. Es besteht jedoch ein Unterschied zwischen einem Kind, das in einer Stofffabrik oder in einem Restaurant arbeitet und einem, das in einem Gefahrgut-Ghetto oder in einem Bordell ausgebeutet wird,“ meint Shehzad Noorani, der während seiner Kindheit in Bangladesh selbst Kinderarbeit leisten musste und mittlerweile in den USA lebt.

3. Preis für Hanna Polak, "Die Straßenkinder von Moskau"

Roma (4 Jahre), Svieta (5 Jahre) und Sergiey (12 Jahre) leben im Herbst und im Winter zwischen heißen Rohren, wo es schmutzig und sehr feucht ist. Tagsüber betteln die Kinder in der U-Bahn. Die polnische Fotografin Hanna Polak hat Straßenkinder in Moskau mit der Kamera begleitet. Alkoholabhängige Eltern, Armut und oftmals auch häusliche Gewalt zwingen diese Kinder aus ihrem Zuhause auf die Straße.

Russlands „unsichtbare“ Kinder, wie sie genannt werden, sind abhängig von Drogen, Zigaretten und Alkohol, viele von ihnen bereits im Alter von vier oder fünf Jahren. Viele der russischen Straßenkinder sterben durch Drogen, an den Folgen des Missbrauchs durch Pädophile oder durch Hunger und Frost während der extremen russischen Winter. Einige begehen Selbstmord. Wer überleben will, dem bleibt meist nichts anderes übrig als sich ín das große Heer junger Krimineller einzureihen.

3. Preis Foto des Jahres 2006: Die Straßenkinder von Moskau

© Hanna Polak, Polen

EHRENVOLLE ERWÄHNUNG