Ron Haviv, USA

Ukraine: „Einst hatte ich ein Zuhause“

„I once had a home”, hat der us-amerikanische Fotograf Ron Haviv seine Reportage aus der in einen Verteidigungskrieg gezwungenen Ukraine genannt. Es sind Bilder von Abschied und Flucht, von verlassenen Kinderwagen, von zerstörten Brücken und zerschossenen Wohngebäuden. Und von Kellern und Metrostationen, in denen Kinder geboren werden. In denen sie spielen. Und in denen sie lernen.

Eine Lehrerin liest einer Gruppe von Mädchen und Jungen in einer Metrostation der Hauptstadt Kiew Geschichten vor. Vielleicht ist es ein spannendes Märchen, das sich in den Augen der Kinder spiegelt. Aber ebenso könnten es all die von den Erfahrungen der Kinder ausgelösten Emotionen sein, die sich hier zeigen: von Angst bis Erschrecken bis Fassungslosigkeit.

Millionen Ukrainerinnen mit ihren Kindern sind auch innerhalb des Landes auf der Flucht. Fast 1000 Schulen waren, Stand November 2022, beschädigt, fast 130 komplett zerstört – mindestens 400 Kinder hatten durch Artilleriebeschuss ihr Leben verloren, 800 ihre körperliche Unversehrtheit. Das Recht auf Leben, Artikel 6 der UN-Kinderrechtskonvention, das Recht auf Spiel und Freizeit (Art. 31), das Recht auf Bildung (Art. 28) – für Mädchen und Jungen in der Ukraine ist dies seit Kriegsbeginn im Februar 2022 bei jedem Alarm allenfalls im Untergrund ein wenig gesichert. 

Ukraine: „Einst hatte ich ein Zuhause“
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Der Fotograf: Ron Haviv, USA

Portrait: Ron Haviv
© Ron Haviv

Ron Haviv, Jahrgang 1965, gehört zu den weltweit renommiertesten Fotografen und Dokumentarfilmern der Gegenwart. Haviv ist Mitbegründer der Fotoagentur VII und ihrer Stiftung; seine Reportagen aus dem Jugoslawienkrieg, aus Afghanistan, Panama, Sri Lanka, Darfur, Haiti und etwa 20 weiteren Kriegs- und Konfliktzonen haben auch die internationale Politik bewegt. Sein vielfach ausgezeichnetes Werk ist in den Fotokollektionen des Pariser Louvre und weiterer Top-Museen zu sehen. Auch für UNICEF, „Ärzte ohne Grenzen“ und das Internationale Rote Kreuz war Haviv schon aktiv.

UNICEF-Foto des Jahres 2022
1. Platz: Eduardo Soteras
Zuflucht zu den Büchern. Der argentinische Fotograf Eduardo Soteras dokumentiert besonders die Situation der Kinder in Tigray seit 2020. Auf dem Siegerbild vertiefen sich zwei Kinder in der zerstörten Bibliothek einer Grundschule in Bücher.
3. Platz: Daniel Pilar
Die versteckte Mädchenschule. Die Reportage des deutschen Fotografen Daniel Pilar begleitet Schülerinnen in einer heimlichen Mädchenschule in der afghanischen Hauptstadt Kabul.
Ehrenvolle Erwähnungen
Neben den ersten drei Plätzen zeichnete die unabhängige Expertenjury beim UNICEF-Foto des Jahres neun Fotografen mit Ehrenvollen Erwähnungen aus. Die Reportagen zeigen die Lebenssituation von Kindern aus unterschiedlichen Ländern weltweit.