Pressemitteilung

Zwei Drittel der 10-Jährigen weltweit können keine einfache Geschichte lesen und verstehen

Weltweite Bildungskrise

New York / Köln

Laut UNICEF sind zwei Drittel der 10-jährigen Mädchen und Jungen weltweit heute nicht in der Lage, eine einfache Geschichte zu lesen und zu verstehen, warnt UNICEF anlässlich des Transforming Education Summits in New York. Vor Beginn der Pandemie war es noch rund die Hälfte der 10-Jährigen.

Weltweite Bildungskrise: UNICEF-Installation "Learning Crisis Classroom"

Ein Blick auf die UNICEF-Installation "Learning Crisis Classroom" am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York.

© UNICEF/UN0703298/Chris Farber/UNICEF via Getty Images

"Schlecht ausgestattete Schulen, unterbezahlte und unterqualifizierte Lehrer, überfüllte Klassenzimmer sowie veraltete Lehrpläne führen dazu, dass Kinder ihre Fähigkeiten nicht voll entfalten können", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. "Die Entwicklung unserer Bildungssysteme ist entscheidend für die Entwicklung unserer Zukunft. Wir müssen den aktuellen Trend umkehren, oder mit der Konsequenz leben, dass eine ganze Generation nicht adäquat ausgebildet wird. Ein niedriges Bildungsniveau für Kinder heute bedeutet geringere Chancen für sie morgen.“

Anhaltende Schulschließungen und der unzureichende Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten während der COVID-19-Pandemie haben eine bereits vorher bestehende Lernkrise verschärft, die dazu geführt hat, dass Millionen von Schulkindern weltweit nicht die grundlegenden Fähigkeiten im Lesen und Rechnen besitzen.

Um hierauf aufmerksam zu machen, hat UNICEF heute am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York die Installation „Learning Crisis Classroom“ enthüllt – ein Modell-Klassenzimmer, das ihr Ausmaß veranschaulicht. Ein Drittel der Tische im Modellklassenzimmer ist aus Holz; davor steht jeweils ein Stuhl mit einem UNICEF-Schulranzen. Dies steht für das Drittel der Kinder weltweit, die in der Lage sind, eine einfache Geschichte zu lesen und zu verstehen – der Maßstab für die Mindestkompetenz im Lesen. Die restlichen zwei Drittel der Tische sind durchsichtig und fast unsichtbar. Sie stehen für die schätzungsweise 64 Prozent der Kinder weltweit, die keine einfache Geschichte lesen und verstehen können.

Anlässlich des Transforming Education Summits ruft UNICEF Regierungen weltweit dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass jedes Kind Zugang zu qualitativer Bildung erhält. Erneute Anstrengungen und Investitionen sind erforderlich, damit alle Kinder in die Schule zurückkehren und auch weiter dorthin gehen, Aufholprogramme und gezielte Förderprogramme ausgebaut werden, Lehrer*innen gut ausgebildet und ausgestattet werden und Schulen Kindern ein sicheres und unterstützendes Umfeld bieten, in dem sie lernen können.

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Die Installation ist vom 16. bis zum 26. September in New York bei den Vereinten Nationen zu sehen.

Christine Kahmann (UNICEF/Sebastian Bänsch)

Christine KahmannPressesprecherin - Aktuelle Themen, Nothilfe

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