Pressemitteilung

HUNGERSNOT IN TEILEN DES SÜDSUDAN ERKLÄRT

Juba/Köln, 20. Februar 2017

UNICEF: 250.000 KINDER LEIDEN AN AKUTER SCHWERER MANGELERNÄHRUNG

Für Teile des Südsudan wurde heute offiziell eine Hungersnot erklärt. Im Unity State im Norden sowie im Zentrum des Landes sind schätzungsweise 100.000 Menschen akut vom Hungertod bedroht.

Eine weitere Millionen Menschen stehen am Rande einer Hungersnot, so UNICEF, das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) und die Welternährungsorganisation (FAO) in einer gemeinsamen Erklärung.

Die UN-Organisationen rufen dringend zur Hilfe auf, um zu verhindern, dass in den kommenden Monaten noch mehr Menschen verhungern. Hierzu fordern sie ungehinderten und sicheren Zugang zu allen Hungernden.

Hungersnot Südsudan: Die kleine Elisabeth liegt müde im Arm ihrer Mutter in einem Krankenhaus im Südsudan.

Die kleine Elisabeth liegt müde im Schoß ihrer Mutter in einem Krankenhaus im Südsudan. Die anhaltenden Konflikte im Land und die Wirtschaftskrise verursachen eine verheerende Nahrungsmittelknappheit.
© Albert Gonzalez Farran

„Über eine Million Kinder im Südsudan leiden bereits an akuter Mangelernährung, 250.000 davon schwer. Wenn wir sie nicht rechtzeitig erreichen, werden viele von ihnen sterben.“, erklärte Jeremy Hopkins, Leiter von UNICEF Südsudan. „Wir rufen alle Konfliktparteien auf, uns ungehinderten Zugang zur notleidenden Bevölkerung zu ermöglichen, um eine weitere Katastrophe zu verhindern.“

Viele Kinder, die vor der Gewalt geflohen sind, haben keine andere Möglichkeit, als wilde Früchte oder sogar Gras zu essen, um zu überleben. Weil sauberes Wasser fehlt, werden sie schnell krank. Kinder, die an akuter schwerer Mangelernährung leiden, haben ein neunmal so hohes Risiko an Krankheiten zu sterben, als ausreichend ernährte Kinder.

Hungersnot Südsudan: UNICEF ist vor Ort und hilft.

UNICEF unterstützt 600 therapeutische Ernährungsprogramme sowie 50 therapeutische Ernährungszentren, in denen die Kinder behandelt werden.
© Albert Gonzalez Farran

UNICEF will im Jahr 2017 im Südsudan rund 207.000 Kinder mit akuter schwerer Mangelernährung behandeln. Gemeinsam mit einem Netzwerk von 40 Nichtregierungs- und UN-Organisationen unterstützt UNICEF landesweit 620 therapeutische Ernährungsprogramme sowie 50 stationäre therapeutische Ernährungszentren.

Drei Jahre Bürgerkrieg haben die Nahrungsmittelproduktion im Südsudan zum Erliegen gebracht. Der Anstieg der Gewalt hat im vergangenen Jahr auch bis dahin sichere Gebiete erreicht. In den Städten können sich durch die dramatische Inflation und gestiegene Nahrungsmittelpreise viele Menschen nicht mehr ausreichend mit Grundlebensmitteln versorgen.

Südsudan: Eine Ernährungsspezialistin behandelt ein schwer mangelernährtes Kind.

In einem Krankenhaus in Juba, Südsudan behandelt eine Ernährungsspezialistin ein schwer mangelernährtes Kind mit nahrreicher Erdnuspaste, damit es schnell wieder auf die Beine kommt.
© Albert Gonzalez Farran

Krieg und der Zusammenbruch der Wirtschaft sind die Hauptursachen der Krise. Es wird damit gerechnet, dass bis Juli rund 5,5 Millionen Menschen bedrohen werden. Derzeit sind nach offiziellen Angaben rund 40 Prozent der Menschen im Südsudan auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Rudi Tarneden

RUDI TARNEDEN

Abteilungsleiter Presse / Sprecher
0221-93650-235
E-Mail: presse(at)unicef.de


Südsudan Hungersnot: Eine Mutter im Südsudan hält ihr schwer mangelernährtes Kind

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