
Gaza: Kinder leiden unter anhaltender Gewalt
Das Wichtigste in Kürze:
- Kinder in Gaza haben nicht genug Nahrung, sauberes Wasser und Medikamente. Die humanitäre Lage ist katastrophal.
- Jeden Tag werden Kinder bei Luftangriffen getötet und verletzt. Sie brauchen dringend Hilfe.
- UNICEF-Teams direkt vor Ort versorgen die Kinder mit Spezialnahrung, Trinkwasser und medizinischer Hilfe.
Aktuelle Situation in Gaza: Kinder werden getötet und verletzt
Die humanitäre Lage im Gazastreifen bleibt verheerend: Trotz der im Oktober 2025 vereinbarten Waffenruhe gehen die Angriffe weiter. Immer wieder werden dabei Kinder getötet und verletzt. Seit Beginn der Waffenruhe kamen einem aktuellen UN-Bericht zufolge über 400 Menschen ums Leben, mehr als 1.200 wurden verletzt – darunter Hunderte Kinder (Stand: 20. April 2026).
Über 1,9 Millionen Menschen mussten seit Beginn des Kriegs fliehen, das sind fast 90 Prozent der Bevölkerung. Die meisten Familien haben ihr Zuhause verloren und leben jetzt in provisorischen Zeltlagern. Die Grundversorgung ist nahezu zusammengebrochen. Über die Hälfte der Krankenhäuser sind außer Betrieb, keins ist mehr voll funktionsfähig. Fast alle Schulen sind beschädigt oder zerstört. Es fehlt an Trinkwasser und Lebensmitteln. Die Kinder sind traumatisiert und erschöpft. Nahezu alle Kinder brauchen psychologische Hilfe.
Angesichts der katastrophalen Lage bräuchte es dringend mehr Hilfe. Doch humanitäre Hilfslieferungen sind weiter stark eingeschränkt. UNICEF-Teams arbeiten unermüdlich für die Kinder und ihre Familien. Unsere Helfer*innen behandeln mangelernährte Kinder, versorgen Familien mit Trinkwasser, unterstützen Gesundheitsstationen und leisten psychosoziale Hilfe. Bitte helfen Sie uns, die Kinder in Gaza besser zu versorgen.

Bild 1 von 8 | Gaza-Stadt: Inmitten der Trümmer versuchen die Bewohner*innen, ihren Alltag zu bewältigen. Rund 370.000 Wohnhäuser sind beschädigt oder zerstört.
© UNICEF/UNI738235/Nateel
Bild 2 von 8 | Trotz der offiziell vereinbarten Waffenruhe werden täglich Kinder im Gazastreifen bei Bombardierungen verletzt oder getötet. Diese zwei Kinder mussten im November 2025 nach einem Angriff medizinisch versorgt werden.
© UNICEF/Gaza/2025/Still_UNI904320
Bild 3 von 8 | Mona (36) ist im siebten Monat schwanger. Sie hat unvorstellbare Verluste erlebt: Ihr Ehemann und zwei ihrer Kinder wurden bei Bombenangriffen getötet. Sie selbst und ihre überlebenden vier Kinder wurden verletzt. Mona ist krebskrank, aber hat keinen Zugang zu medizinischer Hilfe.
© UNICEF/UNI911883/Eleyan
Bild 4 von 8 | Seit Beginn der Waffenruhe sind Zehntausende Menschen in den Norden Gazas zurückgekehrt. Viele Familien stehen vor dem Nichts: Ihre Häuser sind zerstört, ihr Hab und Gut ist unter den Trümmern begraben.
© UNICEF/UNI876931/Nateel
Bild 5 von 8 | 80 Prozent des Gazastreifens sind bei den Angriffen zerstört worden. Durch den zwei Jahre andauernden Krieg mussten die meisten Menschen in Gaza ihre Heimat verlassen und fliehen, ein großer Teil von ihnen mehrmals.
© UNICEF/UNI849947/Nateel
Bild 6 von 8 | Lange Zeit wurden nur wenig Hilfsgüter in den Gazastreifen gelassen. Viele Kinder hungern. So wie Mazen, dieser achtjährige Junge, der stark an Gewicht verloren hat. Von UNICEF bekam er Anfang Juni nahrhafte Erdnusspaste, um zu überleben.
© UNICEF/UNI810009/Nateel
Bild 7 von 8 | Hunderttausende Kinder im Gazastreifen leiden nach wie vor unter den Folgen des Hungers. Wir als Hilfsorganisation sorgen derzeit verstärkt für lebensrettende Spezialnahrung, zum Beispiel therapeutische Milch.
© UNICEF/UNI851450/El Baba
Bild 8 von 8 | Nur noch wenige Krankenhäuser sind in Betrieb. Hasan (3) ist geschwächt und zu dünn für sein Alter. Das Atmen fällt ihm schwer, deshalb bekommt er zur Unterstützung über einen kleinen Schlauch in die Nase lebenswichtigen Sauerstoff.
© UNICEF/UNI812781/Eleyan
So unterstützen Sie mit einer Spende Kinder im Gazastreifen
So helfen wir den Kindern in Gaza
Gewalt, Flucht und Hunger haben zu massiver Not bei Kindern und ihren Familien geführt. Trotz großer Hindernisse haben wir in den letzten Monaten unermüdlich Hilfe im Gazastreifen geleistet.
Unser Ziel ist es, Hunger und Mangelernährung einzudämmen und mangelernährte Kinder mit Spezialnahrung zu versorgen. Unsere Hilfslieferungen umfassen auch Medikamente, Zelte, Matratzen und Hygieneartikel. Während des Winters haben wir Winterkleidung an Familien verteilt. Im Januar 2026 haben wir gemeinsam mit Partnern eine Impfkampagne durchgeführt, bei der mehr als 15.000 Kinder wichtige Impfungen erhalten haben. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, den Kindern langfristige Perspektiven zu ermöglichen. Wir richten Lernzentren ein, in denen Kinder endlich wieder am Unterricht teilnehmen können.
Ernährung: Lebensrettende Spezialnahrung für Kinder ist Teil unserer humanitären Hilfe im Gazastreifen. Wir untersuchen Kinder auf Mangelernährung und sorgen für ihre Behandlung.
Gesundheit: UNICEF sorgt in Gaza zum Beispiel für Gesundheitspakete, Medikamente, Impfstoffe, Babyartikel und medizinisches Verbrauchsmaterial.
Wasser und Hygiene: Sauberes Wasser ist überlebenswichtig. Wir bringen so viel Trinkwasser wie möglich in Flaschen und auch in Tanklastern zu den Kindern.
Impfkampagnen: Wir impfen unter schwierigsten Bedingungen Kinder, um sie vor lebensgefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen – zum Beispiel vor Polio (Kinderlähmung).
Kinderschutz: Kinder und Jugendliche können in Notunterkünften an UNICEF-Spielangeboten teilnehmen oder mit UNICEF-Mitarbeitenden über ihre Erlebnisse sprechen.
Spielmaterialien: Kinder in Notunterkünften erreicht UNICEF mit Angeboten, um ihnen so ein wenig Ablenkung und ein Stück Normalität inmitten der Gewalt zu geben.
Um die Kinder und ihre Familien mit ausreichender Hilfe zu erreichen, müssen alle Grenzübergänge in den Gazastreifen für humanitäre Hilfslieferungen geöffnet werden.
Weitere Infos zur aktuellen Lage finden Sie in unserem Gaza-Newsticker.
"Back to learning": Hoffnung für Schulkinder
Mit unserer Ende Januar gestarteten "Back to learning"-Initiative möchten wir bis Ende 2026 Lernangebote für 336.000 Kinder in Gaza schaffen – und so dafür sorgen, dass Kinder wieder neue Hoffnung schöpfen können. Fast alle Schulen in Gaza sind durch den Krieg beschädigt oder zerstört worden. So schnell wie möglich müssen Kinder wieder Zugang zu sicheren Lernorten bekommen, wo sie Lesen, Schreiben und Rechnen lernen. Hier sind einige von ihnen:

Bild 1 von 5 | Wir weiten unser Netzwerk von Lernzentren aus – damit Kinder wie Ibrahim (10) nach zweijähriger Pause wieder lernen können.
© UNICEF/UNI935359/Nateel
Bild 2 von 5 | Lama (16) mit ihren Klassenkameradinnen in einem provisorischen Klassenzimmer, das UNICEF und Partner in Deir al-Balah eingerichtet haben.
© UNICEF/UNI935361/UNICEF State of Palestine
Bild 3 von 5 | Jana (13): "Es ist schwierig, mit dem Rollstuhl zur Schule zu kommen. Ich wünsche mir, dass ich eines Tages einen guten Rollstuhl bekomme."
© UNICEF/UNI926385/Eleyan
Bild 4 von 5 | Früher hatte Lana (10) in der Schule nur Einsen. Doch während des Kriegs musste sie flüchten. Jetzt ist sie endlich wieder Teil einer Klasse.
© UNICEF/UNI935360/Nateel
Bild 5 von 5 | Jana (17) bereitet sich auf die Schulprüfungen vor. Trotz der Überschwemmungen versucht sie, ihre Bücher trocken zu halten.
© UNICEF/UNI935365/UNICEF State of Palestine
Hintergrundinfos: Häufige Fragen und Antworten zum Krieg in Gaza
Trotz großer Herausforderungen waren wir in den vergangenen Monaten kontinuierlich im Gazastreifen im Einsatz. Wir erreichen die Kinder und ihre Familien mit lebensrettender Hilfe, zum Beispiel mit Trinkwasser, Hygieneartikeln und Spezialnahrung für mangelernährte Kinder.
Unsere Arbeit geht über die reine Verteilung von Hilfsgütern hinaus: So können wir mit Unterstützung unserer Spender*innen mangelernährte Kinder behandeln und psychosoziale Hilfe für Kinder leisten. Unsere Teams reparieren auch Wasserleitungen und -pumpen, damit Familien sauberes Wasser haben. In provisorischen Lernzentren ermöglichen wir Kindern, zu lernen.
Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist verheerend. Die Kinder sind nach den vielen Monaten des Krieges am Ende ihrer Kräfte. Derzeit brauchen die Kinder besonders dringend Hilfsgüter wie sauberes Wasser, therapeutische Zusatznahrung gegen den Hunger und Medikamente.
Krankheiten breiten sich in den Notunterkünften rasend schnell aus. Kranke und verletzte Kinder können medizinisch nicht mehr behandelt werden, denn es gibt fast keine funktionierenden Krankenhäuser mehr, und die medizinische Versorgung ist weitgehend zusammengebrochen.
Schon seit vielen Jahren setzt sich UNICEF in Gaza für eine bessere Grundversorgung der Kinder ein, insbesondere in den Bereichen Ernährung, Wasser und sanitärer Versorgung, Bildung sowie Kinderschutz.
Obwohl unser Einsatz in Gaza sehr schwierig ist, sind unsere UNICEF-Kolleg*innen vor Ort und leisten lebensrettende Hilfe für die Kinder. Wir liefern beispielsweise sauberes Trinkwasser, untersuchen und behandeln mangelernährte Kinder und unterstützen sie mit psychosozialer Hilfe. Darüber hinaus unterstützen wir Familien mit Bargeldhilfen und führen Kinder wieder mit ihren Familien zusammen, wenn sie bei Angriffen oder auf der Flucht getrennt worden waren.
Mehr Informationen zur UNICEF-Hilfe im Blogartikel "So hilft UNICEF den Kindern in Gaza"
Wir tun täglich alles, um die Kinder in Gaza mit lebensrettender Hilfe zu erreichen. Die monatelang stark eingeschränkten Hilfslieferungen während des Kriegs haben die katastrophale humanitäre Lage verschärft. Trotz größtenteils zerstörter Infrastruktur und schwieriger Umstände gelang es uns kontinuierlich, Kinder und ihre Familien mit Hilfsgütern zu erreichen. Dazu haben wir Lastwagen mit Hilfsgütern nach Gaza gebracht, darunter Babynahrung, Milch und hochkalorische Engergiekekse. Seit dem Beginn der Waffenruhe im Oktober konnten wir unsere Hilfe ausweiten. Unsere Nothilfe geht über die reine Verteilung von Hilfsgütern hinaus, indem wir zum Beispiel die Wasserversorgung aufrechterhalten oder Kinder mit psychosozialer Unterstützung erreichen.
Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen haben wir jahrzehntelange Erfahrung in der humanitären Arbeit im Gazastreifen. Wir wissen, wie Hilfslieferungen effizient kontrolliert, abgefertigt, ausgeladen und geliefert werden können.
Im Moment steht die akute Nothilfe für die Familien im Gazastreifen im Zentrum unserer Arbeit in Palästina. Doch auch im Westjordanland (einschließlich Ostjerusalem) leiden die Kinder unter der zunehmenden Gewalt. Seit Oktober 2023 sind bei Kämpfen und Angriffen im Westjordanland viele Kinder getötet und verletzt worden. Immer wieder werden bei Angriffen Wohnhäuser und Straßen beschädigt oder zerstört, auch Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen werden getroffen. Vielerorts sind durch die Angriffe auch die Strom- und Wasserversorgung unterbrochen. Angst und Verlust prägen den Alltag der Kinder im Westjordanland und belasten sie schwer.
Wir als Hilfsorganisation sind seit vielen Jahren für die Kinder in Palästina (Westjordanland und Gaza) aktiv. Unsere Teams setzen sich für den Schutz und die Grundversorgung aller Kinder ein. Schon vor dem im Oktober 2023 eskalierten Krieg waren fast eine Million Kinder im Westjordanland und Gaza auf humanitäre Hilfe angewiesen.
UNICEF verurteilt die furchtbaren Angriffe auf Israel und die Folgen für Kinder und Familien seit dem 7. Oktober 2023 und ist sehr besorgt über die Auswirkungen der Gewalt auf Kinder. Endlich sind die noch lebenden Geiseln zurück bei ihren Familien. Doch der Schmerz des 7. Oktober hält an, für die Familien der Kinder, die ihr Leben verloren haben, für die Kinder und für alle Geiseln, die aus ihren Familien gerissen wurden, und für diejenigen, die mit dem Trauma ihrer Erfahrungen leben müssen. Jedes Kind muss vor Gewalt geschützt sein.
In Israel ist UNICEF seit 2009 als eines von weltweit 32 UNICEF-Nationalkomitees aktiv. Das israelische Nationalkomitee wirbt um Unterstützung für die UNICEF-Arbeit weltweit und setzt sich für die Förderung und Sensibilisierung für Kinderrechte ein.
Mit Programmarbeit ist UNICEF in Israel aktuell nicht aktiv. Länder mit höherem Einkommen – wie Israel – sind in der Regel selbst in der Lage, die Kinder im Land angemessen zu versorgen. Aus diesem Grund gibt es keinen UNICEF-Spendenaufruf für die Kinder, die in Israel leben. UNICEF ist allerdings mit den zuständigen Stellen in Israel laufend im Gespräch.
Warum für UNICEF spenden?
Ihre Spende ermöglicht uns, Kinderleben zu verändern – mit Impfungen und Medikamenten gegen lebensbedrohliche Krankheiten, mit therapeutischer Nahrung, mit Zugang zu sauberem Trinkwasser, Bildung und weiteren Angeboten, die Kinder in ihrer Entwicklung unterstützen. Sie spenden, damit Kinder wie Noor und Ashadia in Bangladesch dringend benötigte Impfungen bekommen, sauberes Trinkwasser haben und regelmäßig zur Schule gehen können.
Seit 1946 setzen sich die Helfer*innen von UNICEF für Kinder in Not ein – mittlerweile in mehr als 190 Ländern auf der ganzen Welt. Unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion setzen wir uns für die Rechte von Kindern ein und unterstützen Kinder in Not. Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Organisationen erreichen wir die Kinder schnell und können nachhaltig helfen.
UNICEF gibt es seit 80 Jahren. Im Laufe unserer Arbeit als Hilfsorganisation haben wir große logistische Erfahrung und ein weltumspannendes Hilfsnetzwerk aufgebaut. Dazu zählen nicht nur unsere Warenlager mit Hilfsgütern in Kopenhagen und anderen Ländern, sondern auch weit über tausend Mitarbeitende weltweit, die sicherstellen, dass Kinder in Not innerhalb von 72 Stunden Hilfe bekommen – in jedem Winkel der Erde.
Wir halten unsere internen Kosten so gering wie möglich, von Verwaltung über Reisekosten bis hin zu Honoraren und Spendenwerbung. Auf diese Weise können knapp 80 Prozent Ihrer Spende direkt in den Projektländern eingesetzt werden. Den Einsatz von Spenden legen wir in unserem Transparenzportal detailliert offen.
In unserem jährlichen Geschäftsbericht dokumentieren wir genau, wie viele Spenden wir bei UNICEF Deutschland erhalten haben und wie diese eingesetzt worden sind, um notleidenden Kindern weltweit zu helfen. Neben den Ausgaben für unsere Hilfsprojekte können Sie dort auch unsere internen Kosten detailliert nachvollziehen. Unser verantwortungsvoller Umgang mit Spenden wird seit vielen Jahren durch das DZI-Spendensiegel bestätigt.
Gemeinsam helfen verbindet: Die deutsche UNICEF-Gemeinschaft besteht nicht nur aus mehr als 300.000 regelmäßigen Spenderinnen und Spendern, sondern auch aus Hunderttausenden Einzelspenderinnen und -spendern, ehrenamtlich Engagierten in lokalen UNICEF-Gruppen und Prominenten, die sich für UNICEF engagieren. Sie alle tragen dazu bei, Kinderleben zu verändern.

UNICEF: Seit Jahrzehnten sind wir für Kinder im Einsatz, weltweit in über 190 Ländern.
© UNICEF/UNI610093/Dejongh