Feuer in Moria: Mädchen im Flüchtlingscamp Moria vor verbrannten Resten einer Unterkunft

Feuer im Flüchtlingslager Moria: Mit Ihrer Spende helfen

Lesbos: Tausende Kinder brauchen Hilfe

Nach dem verheerenden Großbrand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos ist die Lage für die Kinder noch immer dramatisch. Die rund 12.000 Bewohner von Moria waren schon vor dem Brand in großer Not. Durch das Feuer haben sie alles verloren. Viele von ihnen harrten tagelang schutzlos im Freien aus – ohne Wasser, Essen oder Decken. Betroffen sind auch rund 4.000 Kinder. UNICEF-Mitarbeiter arbeiten rund um die Uhr daran, die Kinder und Familien mit dem Nötigsten zu versorgen. Jetzt können die Familien in ein neu errichtetes Übergangslager ziehen.

Eine Frau flüchtet mit einem Kind auf den Armen vor dem Feuer in Moria.
Bild 1 von 3

In der Nacht auf den 9. September ist das Flüchtlingslager Moria völlig niedergebrannt.

© UNICEF/UNI368425/Tzortzinis/AFP
Feuer in Moria: Bewohner des Flüchtlingslagers Moria bringen sich vor dem Feuer in Sicherheit.
Bild 2 von 3

Mitten in der Nacht mussten die 12.000 Bewohner des Lagers sich vor dem Brand in Sicherheit bringen.

© UNICEF/UNI367861/Lagoutaris/AFP
Bewohner des Flüchtlingslagers Moria stehen in der Nacht nach der Flucht außerhalb des Camps.
Bild 3 von 3

Nur mit wenigen Habseligkeiten flohen die Bewohner Morias vor dem Feuer. 

© UNICEF/UNI367858/Lagoutaris/AFP

Die Mädchen und Jungen auf Lesbos brauchen dringend sichere Unterkünfte. UNICEF baut in einem provisorischen Lager neue Schutz-Zelte auf, damit die Kinder ein Dach über dem Kopf haben. Viele Familien sind bereits in das neue Lager eingezogen.

Zusammen mit unseren Partnern vor Ort haben wir außerdem ein nahe gelegenes Kinder- und Familienzentrum in eine Notunterkunft umgewandelt. Hier können wir besonders schutzbedürftige Flüchtlinge unterbringen, beispielsweise Schwangere und Alleinerziehende. UNICEF hat die Behörden auch dabei unterstützt, rund 400 unbegleitete Kinder und Jugendliche von Lesbos aufs Festland zu bringen.

Im neuen Zelt-Lager: Eine Mutter geht mit ihrer Tochter zwischen neu errichteten Zelten hindurch.

UNICEF baut im neuen Lager Schutz-Zelte für die Familien mit auf.

© UNICEF/UNI370607/Christophilopoulos

Doch Tausende Kinder aus Moria brauchen noch mehr schnelle Hilfe: Sie brauchen Lebensmittel, mehr Zelte, sauberes Wasser und Seife.

So hilft UNICEF jetzt auf Lesbos

Zelte: 12.000 Menschen sind durch den Brand obdachlos geworden. Wir stellen auf Lesbos Zelte als Notunterkünfte bereit.

Wasser: Wir versorgen die Menschen auf Lesbos mit Wasser und auch mit Hygieneartikeln, die sie gegen Corona und andere Krankheiten schützen. 

Kleidung und andere Hilfsgüter: Die Kinder und Familien bekommen auch weitere Hilfsgüter von uns, zum Beispiel Decken und Kleidung für den nahenden Herbst. 

Psychosoziale Unterstützung: Nach den traumatisierenden Ereignissen in Moria sind unsere Sozialarbeiter für die Kinder mit ihren Ängsten und Sorgen da. 

Bildung: Zugleich sorgen wir mit unseren Lernmaterialien dafür, dass die Kinder schnellstmöglich wieder etwas lernen können.

Spielangebote: Wir halten auch Spielmaterialien für die Kinder bereit. So können sie nach der Katastrophe wieder ein Stück Normalität erfahren. 

Flüchtlingssituation in Griechenland 

Die Flüchtlinge auf Lesbos stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Schon vor dem Brand in Moria waren die Bedingungen im Lager unerträglich: Das Lager war für 3.000 Menschen geplant, aber mit 12.000 Bewohnern seit Jahren restlos überfüllt. Unter den Flüchtlingen auf Lesbos sind besonders viele Frauen und Kinder. 

Katastrophale hygienische Verhältnisse in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln.
Bild 1 von 7

Ein Junge in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Samos. Die hygienischen Verhältnisse sind völlig unzureichend.

© UNICEF/UNI312751/Romenzi
Das griechische Flüchtlingslager Moria auf Lesbos: Unerträgliche Zustände für Kinder.
Bild 2 von 7

Auf der Insel Lesbos sind die Herausforderungen für die geflüchteten Kinder besonders groß.  

© UNICEF/UNI312603/Romenzi
In einem Aufnahmezentrum auf Samos in Griechenland.
Bild 3 von 7

Griechenland: In notdürftig errichteten Zelten leben die Menschen in den Flüchtlingslagern.

© UNICEF/UNI312758/Romenzi
Die griechischen Flüchtlingslager sind überfüllt.
Bild 4 von 7

Der Alltag in den Lagern findet hinter Stacheldraht statt. Immer wieder kommt es unter den Flüchtlingen aufgrund der Enge zu Gewalt.

© UNICEF/UN0315130/Haviv VII Photo
Flüchtlingslager Moria: Ein Kind läuft über eine Brücke, die über einen Bach aus Müll führt.
Bild 5 von 7

Kinder und ihre Familien leben zwischen Müll und Dreck – umso schlimmer, wenn man bedenkt, dass die medizinische Versorgung miserabel ist ... 

© UNICEF/UNI312624/Romenzi
Die geflüchteten Kinder in Griechenland brauchen Schutz.
Bild 6 von 7

Die Kinder in den Flüchtlingslagern sind viel zu wenig geschützt vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung. 

© UNICEF/UNI312591/Romenzi
Es gibt nicht genug Seife und Wasser in den Auffangzentren.
Bild 7 von 7

Abstand halten und Händewaschen? In den Lagern ist es nahezu unmöglich, die Hygiene- und Schutzregeln gegen Corona einzuhalten. 

© UNICEF/UNI312612/Romenzi

Auch in den anderen Aufnahmezentren Griechenlands leben die geflüchteten und migrierten Menschen unter unwürdigen Bedingungen. Auf engstem Raum warten sie auf den griechischen Inseln oder dem Festland darauf, dass sie ihren Weg in eins der europäischen Zielländer fortsetzen können. Etwa ein Drittel von ihnen sind Kinder. Sie müssen monatelang, manche sogar jahrelang ausharren, bis ihr Asylantrag geprüft und eine Entscheidung getroffen wird. So lange kämpfen sie jeden Tag mit vielen Problemen: 

  • Enge: Die Lager sind extrem überfüllt, sodass die Menschen sich auf engstem Raum drängen.  
  • Fehlende Hygiene: Etwa 200 Flüchtlinge müssen sich eine Toilette teilen. Wasser gibt es oft nur für eine kurze Zeit am Tag. 
  • Provisorische Unterbringung: Es gibt kaum feste Unterkünfte. Die meisten Menschen leben in notdürftig errichteten Zelten.  
  • Schlechte medizinische Versorgung: In den Lagern sind zu wenige Ärzte, auch Medikamente reichen nicht aus.  
  • Unzureichender Schutz für Kinder: Die Mädchen und Jungen haben ein hohes Risiko, Opfer von Gewalt oder Missbrauch zu werden. 
  • Mangel an elementaren Dingen: Vor allem Lebensmittel und Kleidung fehlen. 

Corona: Besondere Bedrohung in Griechenland

Die Covid-19-Pandemie hat die Situation für die Menschen vor Ort noch verschärft: Die Zahl der Corona-Infektionen steigt. Das Virus ist in den Flüchtlingslagern eine besondere Gefahr, denn es kann sich hier extrem schnell ausbreiten: Die Familien in den Lagern können sich kaum vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen, denn es gibt zu wenig Wasser und Seife. Abstand zueinander zu halten, ist fast unmöglich, wenn so viele Menschen auf engstem Raum leben. 

Ein größerer Corona-Ausbruch wäre verheerend, denn die medizinische Versorgung ist schon jetzt schlecht. Vor allem für die Kinder sind die Folgen einer Infektion dramatisch. Denn nach ihrer Flucht sind manche von ihnen ohnehin schon sehr geschwächt. 

Samos: Zwei Kinder füllen an einem Rohrkonstrukt Wasser in Plastikbehätnisse ab.

Es gibt viel zu wenig Seife und sauberes Wasser in den Aufnahmezentren. 

© UNICEF/UNI312755/Romenzi

UNICEF hilft weltweit, Kinder gegen Corona zu schützen. Auch in Griechenland haben wir unsere Maßnahmen verstärkt, beispielsweise durch die Lieferung von Seife und anderen Hygieneartikeln. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus dürfen wir kein Kind zurücklassen.

Gefahren für Flüchtlingskinder in Griechenland 

Emotionale und psychische Folgen

Die Kinder haben durch die Gewalt oder Armut in ihrer Heimat bereits Schlimmes erlebt. Viele kamen schon traumatisiert in den Lagern an. Die schlechten Lebensbedingungen dort sind zusätzlich belastend. Die Mädchen und Jungen wissen nicht, wie und wann es für sie weitergehen wird. Bei vielen Kindern hinterlässt diese Situation schwerwiegende emotionale und psychische Schäden. 

Unbegleitete Flüchtlingskinder sind besonders gefährdet.

Die Mädchen und Jungen sind in den Camps sehr gefährdet. 

© UNICEF/UNI312602/Romenzi

Unbegleitete Kinder und Jugendliche 

Am gefährlichsten ist die Situation für unbegleitete Kinder und Jugendliche, die ohne ihre Eltern oder Verwandte in Griechenland angekommen sind. Sie sind der Gefahr von Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch ausgeliefert und brauchen besonders dringend unsere Hilfe. 

Samos: Ein Flüchtlingsjunge spielt barfuß draußen im Dreck.

Unbegleitete Kinder und Jugendliche sind besonders verletzlich. 

© UNICEF/ UNI312749/Romenzi

Schon seit Langem fordern wir, dass vor allem schutzbedürftige Kinder von den griechischen Inseln so schnell wie möglich auf das Festland gebracht werden müssen. Und: Dass noch mehr geflüchtete Kinder – insbesondere die unbegleiteten unter ihnen – von europäischen Staaten wie Deutschland aufgenommen werden. Die Corona-Pandemie und zuletzt der Brand in Moria Anfang September machen diese Maßnahmen umso dringlicher!

Ein Mädchen in einem griechischen Flüchtlingszentrum.

Danke an jeden von Ihnen, der unsere Arbeit mit einer Spende unterstützt. Gemeinsam können wir den Kindern helfen! 

© UNICEF/UN0274758/Haviv VII Photo
INFO

Türkei und Mittelmeer: gefährliche Fluchtroute

Viele Menschen führt ihre Flucht nach Europa über die Türkei. Im Frühjahr 2020 warteten Tausende von ihnen mitten im Nichts an der griechisch-türkischen Grenze darauf, nach Europa eingelassen zu werden. Zuvor waren sie fälschlich informiert worden, dass die Grenzen geöffnet würden. In kurzer Zeit entstanden provisorische Lager, die inzwischen wieder aufgelöst wurden. Stattdessen versuchen einige der Menschen nun, von den Küstenorten am Mittelmeer aus über das Meer zu einer der griechischen Inseln zu gelangen, um dort Schutz zu finden. Ihre Situation ist dramatisch, denn der Weg ist lebensgefährlich und die Situation vor Ort in der Türkei für viele aussichtslos. 

Die Türkei ist derzeit bereits Heimat von über 3,6 Millionen Flüchtlingen, vor allem aus Syrien. Zusammen mit vielen Partnern hilft UNICEF den bedürftigsten Familien und sorgt dafür, dass die Flüchtlingskinder in der Türkei zur Schule gehen können.