Neue Entwicklungsziele: Drei Kinder Hand in Hand in einem Tal.

Die Zukunft beginnt mit Kindern

Kinderrechte und nachhaltige Entwicklungsziele

IN WELCHER WELT LEBEN UNSERE KINDER?

Unsere Welt ist für Kinder und Jugendliche von extremen Gegensätzen geprägt: Während es vielen Kindern besser geht als noch vor einigen Jahrzehnten, sind weiterhin Millionen Mädchen und Jungen von jedem Fortschritt abgehängt.

Armut, Hunger, Gewalt, Ungleichheit und globale Herausforderungen wie die Urbanisierung, der Klimawandel sowie langandauernde Konflikte prägen das Aufwachsen der jungen Generation und bedrohen ihre Zukunft.

Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben die Situation von Kindern weltweit noch einmal verschlechtert. Mehr als jemals zuvor kommt es daher jetzt darauf an, die Verwirklichung der Kinderrechte voranzutreiben und die Welt gerechter und zukunftsfähiger zu gestalten – für jedes Kind.

Neue Entwicklungsziele: Globus liegt im zerstörten Klassenzimmer.

Ein Globus in den Trümmern einer Grundschule auf den Bahamas, die durch einen schweren Hurrikan beschädigt wurde.
© UNICEF/UNI270734/Urdaneta

AGENDA 2030 – KEIN KIND ZURÜCKLASSEN

Eine gerechtere Welt und eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen: Dazu hat sich die internationale Staatengemeinschaft im Jahr 2015 mit der Verabschiedung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verpflichtet.

Alle Staaten – ohne Ausnahme – haben es sich mit der Agenda 2030 zur Aufgabe gemacht, den globalen Herausforderungen gemeinsam zu begegnen und Verantwortung für diese und nachfolgende Generationen zu übernehmen.

Im Zentrum der Agenda 2030 stehen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung („Sustainable Development Goals“, SDGs), mit denen die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung vorangebracht werden soll.

Nachhaltige-Entwicklungsziele

© United Nations

Auf dem Weg zu nachhaltiger Entwicklung soll niemand – auch kein Kind – zurückgelassen werden. „Leave no one behind“ ist das zentrale Leitprinzip der Agenda 2030. 

Das bedeutet auch: Nur, wenn wir die Lebenssituation von Kindern verbessern, können wir diese Ziele bis zum Jahr 2030 erreichen und die Welt zu einem besseren Ort für uns alle machen.

Agenda 2030: Fragen und Antworten

Was sind eigentlich die „nachhaltigen Entwicklungsziele“, was sollen sie bringen – und warum geht das mich und  vor allem jedes Kind auf der Welt etwas an? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen rund um die nachhaltigen Entwicklungsziele leicht verständlich erklärt.



NACHHALTIGE ENTWICKLUNG BEGINNT MIT KINDERN

Jedes der in der Agenda 2030 verankerten 17 Ziele hat eine zentrale Bedeutung für Kinder und ihr Wohl. Zahlreiche der Ziele beziehen sich sogar direkt auf eines oder mehrere Kinderrechte.

"Unsere Zukunft beginnt mit unseren Kindern. Nur wenn sie gesund, gebildet und geschützt aufwachsen und von Anfang an gefördert werden, kann die Vision einer besseren Zukunft für uns alle Wirklichkeit werden." 

- Elke Büdenbender, UNICEF-Schirmherrin

Mit der Agenda 2030 hat sich die Staatengemeinschaft beispielsweise zum Ziel gesetzt, die Überlebens- und Entwicklungschancen von Kindern zu verbessern, allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, Mädchen und Jungen weltweit besser vor Gewalt und Ausbeutung zu schützen, das Lebensumfeld nachfolgender Generationen zu wahren und die Chancengleichheit von Kindern zu fördern.  

Kinderrechte im Zentrum der Agenda 2030

Welche Bedeutung haben die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung für Kinder? Und was ist UNICEFs Beitrag, um jedes einzelne SDG zu erreichen? Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über den Zusammenhang zwischen den Kinderrechten und den SDGs.



AGENDA 2030 – VISION ODER WIRKLICHKEIT?

Ob es uns gelingt, bis zum Jahr 2030 die Vision einer gerechteren und zukunftsfähigen Welt Wirklichkeit werden zu lassen, hängt ganz entscheidend von der Verwirklichung der Kinderrechte ab.

Wie weit die Welt bei der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele bisher gekommen ist, lässt sich daher auch daran ablesen, wie es Kindern heute geht. Hier zeigt sich jedoch ein kritisches Bild.

Wenn sich die bisherige Entwicklung fortsetzt...

  • … werden bis zum Jahr 2030 etwa 60 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag an vermeidbaren Ursachen sterben;
  •  … können im Jahr 2030 weltweit noch immer 225 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 17 Jahren nicht zur Schule gehen;
  • … werden auch im Jahr 2025 noch 121 Millionen Mädchen und Jungen von Kinderarbeit betroffen sein;
  • … werden sogar noch im Jahr 2050 über 316.000 Kinder mehr als heute an Durchfallerkrankungen sterben und bis 2040 insgesamt rund 600 Millionen Kinder in Gebieten mit extremem Wassermangel leben;
  • … werden auch noch im Jahr 2030 noch immer 150 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag heiraten.
Neue Entwicklungsziele: Kinder demonstrieren gegen den Klimawandel.

Im August 2019 demonstrierten Kinder und Jugendliche in New York für einen stärkeren Kampf gegen den Klimawandel.
© UNICEF/UN0340757/Nesbitt

AUFRUF ZU EINER DEKADE DES HANDELNS – FÜR UND MIT KINDERN

UNICEF ruft dazu auf, 2020 in eine Dekade des Handelns aufzubrechen. Denn es bleiben uns noch zehn Jahre, eine bessere Welt für uns alle zu schaffen. Schon vor der Covid-19-Pandemie zeichnete sich ab, dass die bisherigen Fortschritte nicht ausreichen, um die Agenda 2030 zu verwirklichen. Die Auswirkungen der Corona-Krise gefährden das Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele nun zusätzlich.

Ein stärkerer Einsatz bei der Umsetzung der Agenda 2030 ist daher wichtiger denn je. Kinder und ihre Rechte müssen dabei im Mittelpunkt stehen und die Lücken bei der Umsetzung ihrer Rechte geschlossen werden.

  • Kinderrechte müssen der Maßstab einer zukunftsorientierten Politik sein

    Regierungen tragen für die Umsetzung der Kinderrechte und die Verwirklichung der Agenda 2030 eine besondere Verantwortung. Im September 2019 hat Deutschland wie zahlreiche andere UN-Mitgliedstaaten diese Verpflichtung mit einem globalen Bekenntnis bestätigt und ihre Notwendigkeit in Zeiten der Covid-19-Pandemie im Rahmen des Hochrangigen Politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung 2020 erneut bekräftigt. Vor diesem Hintergrund muss die deutsche Bundesregierung Kinder in das Zentrum aller Maßnahmen zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele stellen – sowohl in Deutschland als auch in ihrem außen- und entwicklungspolitischen Handeln. Dazu muss es nicht nur in Deutschland, sondern auch auf EU-Ebene eine konkrete, übergreifende Strategie zur Umsetzung der Kinderrechte im Einklang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen geben – über alle Politikbereiche und Sektoren hinweg.

  • Fortschritte messen und Lücken sichtbar machen

    Für das Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele kommt es darauf an, dass alle Länder Daten über die Lebenssituation von Kindern noch wesentlich systematischer erheben als bisher. So lassen sich mögliche Lücken bei der Umsetzung der Kinderrechte erkennen und können durch gezielte Maßnahmen nachhaltig geschlossen werden.

  • Gezielte Investitionen in Kinder

    Investitionen müssen dort ankommen, wo Kinder sie am meisten brauchen – in Deutschland und weltweit. Denn Investitionen in die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern, in Bildung, Schutz vor Gewalt und Ausbeutung, eine sichere und saubere Umwelt und in die Schaffung von Chancengleichheit für jedes Kind sind die beste Investition in die Zukunft. Besonders benachteiligte Kinder dürfen hierbei nicht zurückgelassen werden.

  • Globaler Wille muss lokal umgesetzt werden

    Die Umsetzung der Kinderrechte muss im unmittelbaren Lebensumfeld von Kindern beginnen – zu Hause, in der Schule und in der Gemeinde. Wenn Kinder und Jugendliche in ihren Kommunen gut aufwachsen und in ihrem Potenzial von Anfang an gefördert werden, ist dies ein wesentlicher Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 auf lokaler Ebene.

  • Starke Partnerschaften für Kinder

    Eine gerechtere und nachhaltigere Welt lässt sich nur verwirklichen, wenn alle gemeinsam Verantwortung für Kinder übernehmen: Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und jede und jeder Einzelne von uns. Auf den guten Erfahrungen bei der Umsetzung der Kinderrechte in den vergangenen 30 Jahren müssen wir aufbauen und neue Fortschritte für Kinder erzielen. Dazu brauchen wir unter anderem einen stärkeren Dialog, Innovation und eine engere Zusammenarbeit zwischen allen relevanten Akteuren.

  • Kinder und Jugendliche als Akteure des Wandels ernstnehmen

    Kinder und Jugendliche sind zentrale Akteure des Wandels, denn es geht um ihr Leben und um ihre Zukunft. Das betont die Agenda 2030 ausdrücklich. Doch damit Kinder und Jugendliche aktiv zum Erreichen der nachhaltigen Entwicklungsziele beitragen können, müssen alle Kinder ihre Rechte und die Bedeutung sowie die Ziele der Agenda 2030 kennen. Dafür müssen, beispielsweise an Schulen, altersgerechte Informationen zur Verfügung stehen und neue Beteiligungsformate geschaffen werden, damit junge Menschen sich angemessen in relevante politische und gesellschaftliche Prozesse einbringen können. 

  

WAS MACHT UNICEF?

Die Welt für Kinder nachhaltig zu verbessern und dabei kein Mädchen und keinen Jungen zurückzulassen – das ist das Ziel von UNICEF. In der UN-Kinderrechtskonvention ist UNICEF damit ausdrücklich beauftragt.

DOWNLOADS ZUM THEMA

» Hintergrundinformation „Es ist Zeit! Für Kinderrechte und nachhaltige Entwicklung“

» Interaktives Mapping zum Zusammenhang der Kinderrechte und der SDGs

» Schülerinfo zum Thema Nachhaltigkeitsziele