DIE GLOBALEN ZIELE FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

DIE ACHT WICHTIGSTEN FRAGEN UND ANTWORTEN

Nachhaltige-Entwicklungsziele

© United Nations

Was sind eigentlich die „nachhaltigen Entwicklungsziele“, was sollen sie bringen – und warum geht das mich und jeden auf der Welt etwas an?

Hier finden Sie die wichtigsten Fragen rund um die neuen UN-Entwicklungsziele oder auch Sustainable Development Goals (SDGs) verständlich erklärt.

ENTWICKLUNGSZIELE VERSTEHEN nach oben

  • Was sind die „nachhaltigen Entwicklungsziele“ und warum sind sie wichtig?

    Zugegeben, der Begriff klingt etwas sperrig. Aber die sogenannten nachhaltigen Entwicklungsziele (englisch: Sustainable Development Goals, kurz SDGs) oder auch UN-Entwicklungsziele werden unsere Zukunft prägen: Sie sind eine sehr ehrgeizige Welt-Agenda, die bis 2030 umgesetzt werden soll und für jeden Menschen überall auf der Welt gilt.

    Bis 2030 sollen unter anderem Armut und Hunger besiegt werden, alle Kinder sollen zur Schule gehen können, Erde und Umwelt sollen geschützt werden, Ungleichheiten sollen bekämpft werden und friedliche, gerechte und inklusive Gesellschaften entstehen. Einer der Schlüsselsätze lautet: „No one will be left behind – keiner wird zurückgelassen.“

  • Wie lauten die UN-Entwicklungsziele?

    Es gibt 17 Ziele und insgesamt 169 detailliertere Unterziele. Das sind die 17 Haupt-Ziele, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen:


    Nachhaltige-Entwicklungsziele

    © United Nations

      



    1. Keine Armut
    2. Keine Hungersnot
    3. Gute Gesundheitsversorgung
    4. Hochwertige Bildung
    5. Gleichberechtigung der Geschlechter
    6. Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen
    7. Erneuerbare Energie
    8. Gute Arbeitsplätze und Wirtschaftliches Wachstum
    9. Innovation und Infrastruktur
    10. Reduzierte Ungleichheiten
    11. Nachhaltige Städte und Gemeinden
    12. Verantwortungsvoller Konsum
    13. Maßnahmen zum Klimaschutz
    14. Leben unter dem Wasser
    15. Leben an Land
    16. Frieden und Gerechtigkeit
    17. Partnerschaften, um die Ziele zu erreichen

    Zum Nachlesen:
    Wortlaut der Entwicklungsziele mit allen Unterzielen

  • Was ist der Unterschied zu den vorher geltenden Millenniums-Entwicklungszielen?

    Die Millenniumsziele waren acht Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die bis 2015 erreicht werden sollten. Doch trotz vieler Fortschritte wurden nicht alle Millenniumsziele erreicht. 

    Die nachhaltigen Entwicklungsziele bauen auf den Millenniumszielen auf, sind aber noch ehrgeiziger und vereinen zum ersten Mal gleichermaßen drei zentrale Dimensionen nachhaltiger Entwicklung: Soziales, Umwelt und Wirtschaft.

    Außerdem richten sich die Ziele explizit an alle Staaten einschließlich der Industrieländer. Es geht um uns alle und unsere Erde, und wir alle müssen im Rahmen einer globalen Partnerschaft seinen Beitrag leisten.

EINE AGENDA FÜR KINDER nach oben

  • Welche Rolle spielen Kinder in der neuen Agenda?

    Die nachhaltigen Entwicklungsziele sind untrennbar mit der Umsetzung der Kinderrechte verknüpft. Neben meist offensichtlichen Zusammenhängen, beispielsweise im Bereich Gesundheit, Bildung oder Schutz vor Gewalt, haben Kinderrechte eine direkte Relevanz für die Erreichung aller SDGs – nicht nur für jene, die explizit Kinder ansprechen.  So steht jedes nachhaltige Entwicklungsziel in einem direkten Zusammenhang mit konkreten Verpflichtungen der UN-Kinderrechtskonvention – und umgekehrt. Was das konkret bedeutet, zeigt unser interaktives Mapping der nachhaltigen Entwicklungsziele und der UN-Kinderrechtskonvention.

    Die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung und die UN-Kinderrechtskonvention

    Die nachhaltigen Entwicklungsziele sind unmittelbar mit den Artikeln der Kinderrechtskonvention verknüpft.
    © UNICEF

    UNICEF engagiert sich bezüglich diverser Ziele der Welt-Agenda. Im Folgenden sind einige Beispiele hierfür zu finden:

    Kinderarmut:
    Bis 2030 soll extreme Armut ganz überwunden sein, es soll also niemand auf der Welt weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben. Zusätzlich soll in jedem Land der Welt – also auch in Deutschland – der Anteil der armen Männer, Frauen und Kinder mindestens halbiert werden. (Unterziel 1.2)
    Mehr zum Thema Kinderarmut

    Mangelernährung:
    Jede Form von Mangelernährung soll beendet werden. (Unterziel 2.2)
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    Kindersterblichkeit:
    Kein Baby und kein Kleinkind soll an vermeidbaren Ursachen sterben. (Unterziel 3.2)
    Mehr zum Thema Kindersterblichkeit

    Bildung:
    Alle Mädchen und Jungen sollen kostenlos eine Grund- und eine weiterführende Schule besuchen können. (Unterziel 4.1)
    Mehr zum Thema Bildung

    Mädchen:
    Keine Diskriminierung mehr! Abschaffung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Kinderhandel und Kinderprostitution, weiblicher Genitalverstümmelung und Kinderheiraten. (Unterziele 5.1, 5.2 und 5.3)
    Mehr zum Thema Mädchen

    Wasser und Sanitärversorgung:
    Jeder Mensch auf der Welt soll Zugang zu sicherem und erschwinglichem Trinkwasser und zu hygienischen Latrinen oder Toiletten haben. (Unterziele 6.1 und 6.2)
    Mehr zum Thema Wasser und Sanitärversorgung

    Jugendliche:
    Alle Jugendliche und junge Erwachsenen sollen Zugang zu weiterführenden Bildungsangeboten einschließlich Universitäten, zu Ausbildungsmöglichkeiten oder Jobs haben. Schon in den nächsten fünf Jahren soll die Jugendarbeitslosigkeit deutlich reduziert werden. (Unterziele 4.3 und 8.5)
    Mehr zum Thema Jugendliche

    Kinderarbeit:
    Sofort wollen die Staaten Maßnahmen ergreifen, um die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beenden – zum Beispiel Prostitution, gefährliche Arbeiten in Minen oder die Rekrutierung von Kindersoldaten. Kinderarbeit in all ihren Formen soll bis 2025 abgeschafft werden. (Unterziel 8.7)
    Mehr zum Thema Kinderarbeit

    Kinderhandel und Gewalt gegen Kinder:
    Kein Missbrauch, Ausbeutung, Kinderhandel mehr und ein Ende aller Formen von Gewalt gegen Kinder. (Unterziel 16.2)
    Mehr zum Thema Kinderhandel und Gewalt gegen Kinder

WIE WIR DIE ZIELE ERREICHEN nach oben

  • Sind die nachhaltigen Entwicklungsziele realistisch?

    Die nachhaltigen Entwicklungsziele sind ambitioniert, keine Frage! Bereits heute steht fest, dass bei gleichbleibendem internationalem Engagement die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bis zum Jahre 2030 nicht zu erfüllen sind – im Gegenteil, die Situation droht sich sogar zu verschlechtern. Setzt sich die bisherige Entwicklung fort, werden im Jahre 2030 beispielsweise mindestens 60 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schule besuchen, 167 Millionen Kinder immer noch in extremer Armut leben und in den nächsten 13 Jahren 69 Millionen unter fünf Jahren sterben.

    Aber damit wollen wir uns nicht abfinden. In den Worten der UN-Deklaration: „Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, Armut zu beseitigen; ebenso sind wir möglicherweise die letzte mit der Chance, unseren Planeten zu retten. Die Welt wird 2030 ein besserer Ort sein, wenn wir es schaffen, unsere Ziele zu erreichen.“

  • Wie genau sollen die Ziele erreicht werden?

    Alle Vertragsstaaten sind dazu verpflichtet, einen eigenen Aktionsplan bezüglich der Agenda 2030 zu entwickeln und festzulegen, wie die nachhaltigen Entwicklungsziele im eigenen Land umgesetzt werden – was also zum Beispiel Deutschland tun wird, um Kinderarmut zu beseitigen. Zudem sind alle Vertragsstaaten der UN-Kinderrechtskonvention dazu verpflichtet, die Verwirklichung von Kinderrechten im eigenen Land nachzuhalten. Durch den engen Zusammenhang zwischen der Umsetzung von Kinderrechten und der Zielerreichung der SDGs, ist die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in einem Land daher auch direkt relevant, um Fortschritte bei der SDG Zielerreichung zu erzielen.

    Um die nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen, führt UNICEF Programme zum Beispiel für Wasser, Gesundheit und Bildung durch und baut diese aus – mit dem Schwerpunkt auf Kindern, die bisher am meisten benachteiligt sind. Die Programme verbessern nachweislich das Leben von Millionen von Menschen und sind ein fundamentaler Teil des Engagements für und mit Kindern.

  • Wie soll die Umsetzung finanziert werden?

    Im Juli 2015 hat in Addis Abeba eine Konferenz zur Finanzierung der künftigen Entwicklungszusammenarbeit stattgefunden, heraus kam die „Addis Abeba Action Agenda“. Kritiker bemängeln allerdings, dass in dieser Agenda bisher wenig echte Aktion steckt. Da ist noch Luft nach oben. Unter anderem haben die Regierungen ihr Ziel wiederholt, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens in Entwicklungszusammenarbeit zu investieren. Das versprechen sie schon seit Jahren, passiert ist aber bisher wenig – auch Deutschland ist davon noch weit entfernt.

    Darüber hinaus ist jeder einzelne gefragt und kann etwas tun, zum Beispiel mit einer einzelnen Spende oder mit einem regelmäßigen Beitrag als UNICEF-Pate.

    Übrigens: Kinder und vor allem die am meisten benachteiligten Familien zu unterstützen ist nicht nur nett, sondern auch die schlaueste Investition, die es gibt.

    Beispiel gefällig? UNICEF hat berechnet, dass jedes zusätzliche Schuljahr zu einem durchschnittlichen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 18 Prozent pro Kopf führt. Und wenn ein Kind in seiner frühen Lebensphase nicht unterernährt war, wird es später einen um 20 Prozent höheren Stundenlohn haben. Es geht also darum, jungen Menschen zu einem besseren Start ins Leben zu verhelfen, damit sie gar nicht erst in eine Notlage kommen.

    Mit anderen Worten: Nicht zu helfen kostet uns viel mehr als zu helfen.

WAS JEDER TUN KANN nach oben

  • Und was kann ich tun?

    Danke, dass Sie fragen!
    Wir alle müssen uns hinter die neue Welt-Agenda stellen und uns mit aller Kraft für die Umsetzung der Ziele einsetzen, nur dann haben wir eine Chance auf Erfolg.

    Mitmachen!
    Jeder einzelne muss bei sich selbst anfangen und sein Umwelt- und Konsumverhalten überdenken. Weniger Auto fahren, auf eine Flugreise verzichten, Kleidung im Second Hand kaufen – Ihnen fällt dazu bestimmt eine Menge ein.

    Weitersagen!
    Bitte helfen Sie mit, die neue Welt-Agenda bekannt zu machen und erzählen Sie Ihren Freunden davon oder teilen Sie diese Seite in Ihren sozialen Netzwerken.

    Helfen!
    Jeder Beitrag – egal wie klein oder groß – hilft, das Leben von Kindern zu verbessern und die Erde zu einem gerechteren Ort zu machen.