Flüchtlingscamp Za'atari in Jordanien, Luftbild

SIEBEN JAHRE FLÜCHTLINGSCAMP ZA'ATARI

VOM ZELTLAGER ZUR STADT

80.000 Menschen leben im Flüchtlingscamp Za'atari im Norden Jordaniens. Manche von ihnen sind schon Jahre hier. Sie können nicht nach Hause: Der Krieg in ihrer Heimat Syrien hört nicht auf.

Hilfsorganisationen wie UNICEF tun alles, um den Menschen in Za'atari dennoch eine Perspektive zu geben und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. So hat sich Za'atari seit seiner Gründung im Juli 2012 enorm gewandelt, wie unser Video oben zeigt: vom Zeltlager zur Stadt.

Wie funktioniert das Leben hier? Wir zeigen aktuelle Errungenschaften, die Sie an diesem Ort vielleicht nicht vermuten würden...

"...UND DAS WASSER KOMMT VON SELBST ZU UNS"

Was für Kinder in Deutschland wohl selbstverständlich ist, bringt Diaa (10) zum Staunen: "Wir sitzen einfach da und das saubere Wasser kommt von selbst zu uns!" Wenn Diaa Durst hast, dreht er jetzt einfach den Hahn in der Küche auf. Das war nicht immer so.

Zaatari-Camp in Jordanien: Ein Junge trinkt Wasser aus einem Tank
Za'atari: Der zehnjährige Diaa trinkt frisches Wasser aus einem Glas.

2013: Im Flüchtlingslager Za'atari trinkt ein Junge Wasser aus einem Tank (l.). Heute: Diaa (10) trinkt Wasser aus dem Hahn im Wohnwagen, in dem er mit seiner Familie wohnt.

© UNICEF/UN0280293/Noorani, © UNICEF/UN0280330/Herwig

Wasser war von Beginn an ein zentrales Thema in Za'atari. Zunächst wurden die Menschen über Tanklaster mit Trinkwasser versorgt. "Wir mussten immer weit laufen, dorthin, wo das Wasser war", erinnert sich Diaa. "Es hat eine Stunde gedauert, das Wasser nach Hause zu bringen."

Bereits 2012 entstand die Idee eines festen Trinkwassersystems. Ein riesiges Bauprojekt, für das über die Jahre eine Gesamtinvestition von 55 Mio. US-Dollar benötigt wurde. Dank großzügiger Spenden auch aus Deutschland kam sie zustande. Der Wohnwagen von Diaas Familie wurde als einer der letzten Anfang 2019 an das System angeschlossen.

Za'atari: Ein Junge füllt seine Kanister an einer UNICEF-Wasserstation auf.
Weltwassertag 2019: Sidra füllt sich am Wasserhahn in ihrer Küche ein Glas mit Wasser auf.

2014: Ein Junge füllt an einem Tank seine Wasserkanister auf (l.). Heute: Amina und ihre Familie haben fließend Wasser zuhause.

© UNICEF, © UNICEF/UN0280206/Herwig

Das Trinkwassersystem hat die Gefahr von Krankheiten in Za'atari entscheidend gesenkt. Für Kinder wie Diaa bedeutet es aber auch, dass sie mehr Zeit für sich haben. Diaa weiß das sinnvoll zu nutzen: „Jetzt gehe ich oft Fußball spielen – das ist viel besser, als Wasser zu holen."

» Mehr über das Trinkwassersystem in Za'atari lesen Sie in unserem Blog.

Zaatari-Camp-Jahrestag-Fakten-Wasser

  

KINDHEIT IN ZA'ATARI: SO KÖNNEN SIE HELFEN

Kinder wie Diaa wachsen im Flüchtlingslager auf. Sie können nicht darauf warten, dass der Krieg in ihrer Heimat Syrien irgendwann vorbei ist. Ihre Kindheit ist jetzt. 

Deshalb setzt sich UNICEF vor Ort unermüdlich für die Belange der Kinder ein. Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende unterstützen würden. Auf diese Weise helfen Sie mit, den Mädchen und Jungen die Chance auf eine glückliche Kindheit und eine Perspektive für die Zukunft zu geben – auch wenn sie im Flüchtlingscamp aufwachsen müssen.

Vielen Dank!

100 Dosen Impfstoff gegen Masern
3 Familien-Hygienesets zum Schutz vor Krankheiten
5 Bildungspakete mit Rucksäcken, Stiften und Schultafeln

IN ZA'ATARI GEBOREN – JETZT IM KINDERGARTEN

Zaatari in Jordanien: Rimas (5) nach ihrem ersten Tag im Kindergarten

Im Kindergarten bringen sie uns alles bei, zum Beispiel das Alphabet. Ich möchte Ärztin werden, da muss ich jetzt anfangen zu lernen!

Rimas (6)

Als Rimas' Mutter Fatima ihrer Tochter sagte, dass sie bald in den Kindergarten komme, antwortete das Mädchen: "Wirklich? Okay, lass uns gehen!" Die heute Sechsjährige gehört zur ersten Generation Kinder, die in Za'atari geboren wurden und nun ihre Kindergarten- und Schullaufbahn beginnen.

Mutter Fatima erinnert sich, wie ihre Familie in Za'atari ankam. "Wir sind die letzten Meilen bis zur Grenze zu Fuß gegangen. Es war schwierig, mit den Taschen und dem Baby in meinem Bauch." Rimas kam zweieinhalb Monate zu früh auf die Welt. "Sie war sehr klein und dünn. Die Leute sagten, sie würde nicht überleben."

Heute ist Rimas ein aufgewecktes Mädchen – "Gott sei Dank", sagt Fatima. Kinder wie Rimas kennen kein Leben außerhalb des Flüchtlingscamps. Auch deshalb sind Einrichtungen wie ein Kindergarten so wichtig für sie. 

Durch das kreative Spielen entwickeln die Mädchen und Jungen ihre kognitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten. Außerdem bereitet der Kindergarten sie auf die Schule vor. Und, ebenso wichtig: positive Erlebnisse, die die Kinder beim Spielen und Lernen im Kindergarten machen, helfen ihnen, negative Erlebnisse und Stress auszugleichen. 

UNICEF hat sich von Anfang an dafür eingesetzt, Kindergärten und Schulen in Za'atari einzurichten. Heute gibt es hier 74 Kindergarten-Gruppen, die 1.693 Kinder besuchen. Doch 80 Prozent der Kinder im Alter von vier und fünf Jahren in Za'atari gehen nicht in den Kindergarten. UNICEF schätzt, dass elf neue Kindergärten gebaut werden müssten, damit es genug Plätze gibt.

Zaatari in Jordanien: Rimas lernt mit ihrer Mutter

Ich möchte, dass meine Kinder es bis an die Uni schaffen. Ich möchte, dass sie eine gute Bildung bekommen. Ohne Bildung haben die Menschen nichts.

Fatima (Rimas Mutter)

Zaatari-Camp-Jahrestag-Fakten-Kindergarten

  

IHRE SPENDE ZÄHLT

Je länger der Krieg in Syrien dauert, desto mehr schwindet das öffentliche Interesse an der Situation der Kinder in Camps wie Za'atari. So fehlen dringend benötigte Spenden, um unsere Projekte dort fortführen zu können. Zuletzt mussten deshalb zum Beispiel etwa rund 100 Kinderzentren geschlossen werden.

Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, dass wir von UNICEF an der Seite der Kinder bleiben können. Vielen Dank!

Zaatari in Jordanien: Ein Mädchen im Kindergarten

Asma'a (6) malt mit ihrer Kindergarten-Gruppe in Wandbild.
© UNICEF/UN0297828/Herwig