Ein Gruppenfoto vom Treffen mit Bundespräsident Steinmeier.
© Lennard Schwarz/GEOlinoEin Gruppenfoto vom Treffen mit Bundespräsident Steinmeier.
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„Mit UNICEF zu helfen ist eine Herzensangelegenheit“

Normalerweise berichtet GEOlino, womit Kinder in aller Welt zu kämpfen haben – und wie UNICEF sie unterstützt. Diesmal fragen wir, wie man sich selbst bei der Hilfsorganisation engagieren kann. Die Antworten liefert eine, die sich auskennt: die 18-jährige Juniorteamerin Negin Moghiseh.


von Verena Linde

GEOlino: Wie engagierst du dich für andere Kinder?

Negin: Ich leite das UNICEF-Junior­team in meiner Heimatstadt Kaiserslautern.

Ein Juniorteam? Was ist das?

Bei UNICEF können sich Menschen in verschiedenen Gruppen enga­gieren: Erwachsene in AGs, wer studiert oder in einer Ausbildung steckt in den Hochschulgruppen und Schülerinnen und Schüler eben in den Juniorteams. Die gibt es in vielen Städten über ganz Deutschland verteilt.

Und was macht ihr im Juniorteam?

Unsere Aufgabe ist vor allem, Menschen über die Kinderrechte zu informieren. Denn nur wer über sie Bescheid weiß, kann auch dafür einstehen.

Auf welchen Wegen informiert ihr darüber?

Wir gehen zum Beispiel in Schulklassen, verteilen dort die Charta der Kinderrechte und reden mit den Schülerinnen und Schülern darüber, welche Rechte es gibt, welche in ihrem Alltag eine Rolle spielen und wo jemand nicht zu seinem Recht kommt. Daneben gibt es verschiedene Aktionen, etwa die Luftballon­Aktion zum Weltmädchentag. Da schreiben wir Vorurteile gegen Mädchen auf Ballons. Dann springen wir drauf, um sie quasi zu zerstören. Zuletzt haben wir einen Benefiz­lauf für die Ukraine organisiert. Schülerinnen und Schüler sind gejoggt, und für ihre gelaufenen Kilometer haben andere gespendet. 25 000 Euro sind dabei zusammengekommen, mit denen jetzt ukrainischen Kindern geholfen wird.

Negin sitzt vor einem UNICEF Logo an einem Pult.

"Wir sind eure Zukunft", sagt Negin während dieser Pressekonferenz. So will sie alle Erwachsenen dazu bewegen, mehr für die Kinderrechte zu tun.

Wie bist du auf die Idee gekommen, dich bei UNICEF zu engagieren?

Da kam viel zusammen. Erst einmal waren es Begegnungen, die mir gezeigt haben, dass es nicht allen Kindern so gut geht wie mir. Ich habe im Urlaub im Iran Kinder arbeiten sehen. Ich habe Unterschiede hier in Deutschland wahrgenommen zwischen Kindern, die wohlhabende Eltern haben, und Kindern, die in ärmeren Vierteln groß werden. Dabei wuchs in mir der Wunsch, etwas zu tun. Als mich dann meine Nachbarin ansprach, ob ich ihre Nachfolge im Juniorteam antreten möchte, habe ich diese Chance sofort ergriffen. Damals war ich 15 Jahre alt. Und ich kann es nur empfehlen!

Wenn eine Nachbarin fragt, wie kann man dann Juniorteamer oder -teamerin werden?

Es gibt in vielen Städten bereits Teams, bei denen man mitmachen kann. Die sind alle auf der UNICEF­Seite aufgelistet – und wo es keins gibt, kann man eins gründen.

Und wie geht es nun für dich weiter?

Ich beginne jetzt mit dem Studium, verlasse also die Stadt und mein Juniorteam. Dafür suche ich mir dann eine Hochschulgruppe, in der ich mich weiter engagieren kann. Mit UNICEF zu helfen ist einfach eine Herzensangelegenheit von mir.

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Verena Linde, Textredakteurin beim Kindermagazin GEOlino
Autor*in Verena Linde

Verena Linde ist Textredakteurin beim Kindermagazin GEOlino und schreibt dort unter anderem über UNICEF-Projekte aus aller Welt.