AUGEN ÖFFNEN FÜR HÄUSLICHE GEWALT GEGEN KINDER

4. April 2014 von Rudi Tarneden 1 Kommentar

Anmerkung zum Film „Wer seine Kinder liebt, der züchtigt sie“ von Erika Fehse – Montag, 7.4.2014 um 23.30 Uhr in der ARD

Vor vielen Jahren erzählte Astrid Lindgren, die weltberühmte Autorin von Pippi Langstrumpf, eine bewegende Geschichte. Eine Mutter ist wütend auf ihren Sohn. Er hatte etwas getan, wofür er ihrer Ansicht nach eine Tracht Prügel verdient hätte.

Daher schickte sie ihn in den Garten einem Stock suchen, mit dem sie ihn bestrafen wolle. Der kleine Junge blieb lange fort. Dann kam er weinend zurück und sagte: „Ich habe keinen Stock gefunden. Aber hier hast du einen Stein, den du nach mir werfen kannst.“

Plötzlich sah die Frau alles mit den Augen des Kindes. Es hatte sich gesagt, ´meine Mutter will mir wehtun und ich muss ihr dabei helfen´.

Schutz vor häuslicher Gewalt geht uns alle an

In dem Film von Erika Fehse erzählen Erwachsene über die lebenslangen Narben, die Gewalt, die sie in ihren Familien erfuhren, in ihrem Leben hinterlassen haben.

In der Geschichte von Astrid Lindgren ändert die Mutter ihr Verhalten, als sie plötzlich alles mit den Augen ihres Kindes sieht. Als ihr Sohn ihr den Stein brachte, hatte er sich gesagt, ´meine Mutter will mir wehtun und ich muss ihr dabei helfen´.

Da wurde Ihr schlagartig bewusst, was sie gerade tun wollte. Sie war verzweifelt und schämte sich. Nie wieder - und sollte der Ärger noch so groß sein- sollte die Wut stärker sein als die Zuneigung zu ihrem Kind. Den Stein legte sie zur Erinnerung und Mahnung auf ein Bord in der Küche.

Jedes Kind hat Rechte – so steht es in der Kinderrechtskonvention

Die UN-Konvention über die Rechte des Kindes, die in diesem Jahr 25 Jahre alt wird, ist auch ein solcher Stein. Ihre Botschaft lautet: die Rechte der Kinder sind unantastbar.

Ich denke, die Kinderrechtskonvention gehört als „Denkstein“ auf die Schreibtische in Behörden, Lehrerzimmer, Kindergärten, Heime und Redaktionen... und in die Köpfe und Herzen von Eltern. Damit wir endlich lernen, die Welt mit den Augen der Kinder zu sehen. Und Erfahrungen, wie sie die Protagonisten in der sehenswerten Dokumentation von Erika Fehse berichten, irgendwann einmal der Vergangenheit angehören.

Wem sollte Ihrer Meinung nach die Kinderrechtskonvention geschickt werden?

KOMMENTARE

  • anonym
    07. April 2014 08:45 Uhr

    Die Kinderrechtskonvention sollte unbedingt dem Papst zugesandt werden und zwar mit dem ausdrücklichen Verweis auf Artikel 19 (Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung) und mit der dringenden Bitte, baldmöglichst in einer öffentlichen Grundsatzrede eindringlich gegen das Misshandeln, Missbrauchen und Vernachlässigen von Kindern zu appellieren, denn bis dato gab es leider noch keinen Führer der katholischen Kirche, der dies für nötig empfunden hätte!

    Eine solche Rede eines Papstes hätte gewiss weltweit grosse Wirkung; nicht nur bei den 1,2 Milliarden Katholiken.

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