J7-GIPFEL – DAS DEUTSCHE TEAM STEHT

21. April 2015 von Franziska Malsy 2 Kommentare

2015 ist ein Jahr, in dem der G7-Gipfel wieder mal in Deutschland stattfinden wird. Noch besser ist jedoch, dass es parallel dazu auch wieder einen J7 geben wird – also einen Gipfel mit jugendlichen Vertretern der G7-Staaten und einigen Entwicklungsländern! Die Vorbereitungen dazu gehen in die heiße Phase, die Verantwortlichen sind seit Wochen mit nichts anderem beschäftigt, die Spannung steigt ... was fehlt? Natürlich: Sechs Jugendliche, die das deutsche Team für den J7-Gipfel stellen! Diese wurden nun ausgewählt.

Jugendgipfel J7 2015: Das deutsche Team

Diese Sechs stellen das deutsche Team: David (15) aus Hamburg, Yolanda (16) aus Saarbrücken, Lilian-June (16) aus Rathenow, Jessica (18) aus Tübingen, Martin (16) aus Bochum und Sang-Jin (17) aus Kassel (v. l. n. r.).
© UNICEF/DT2015-21434/Hyou Vielz

Die Auswahl der Teilnehmer: Wer die Wahl hat, hat die Qual

Zu diesem Anlass bekam ich erstmalig die Möglichkeit, den Entscheidungsprozess einmal von der anderen Seite kennenzulernen. Nachdem ich mich 2007 selbst zum damaligen Gewinnerteam zählen durfte, war ich nun als Mitglied der Jury an der Entscheidung beteiligt. Dazu reiste ich zu UNICEF nach Köln, um dort mit drei Jugendlichen mit viel Erfahrung in Sachen Jugendbeteiligung und vier erwachsenen Vertretern des Familienministeriums, der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (kurz IJAB), der Servicestelle Jugendbeteiligung und natürlich von UNICEF einen halben Tag lang ein geeignetes Team für den Gipfel im Mai zu finden.

Jugendgipfel J7 2015: Eine Jury aus Jugendlichen und Erwachsenen wählte das deutsche Team aus.

Die Jury, v. l. n. r.: Christian Schneider (Geschäftsführer Deutsches Komitee für UNICEF e.V.), Marie-Luise Dreber (Direktorin Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB)), Sorina Lungu (JAM! Beiratsmitglied), Jakob Fuchs (Servicestelle Jugendbeteiligung), Thomas Thomer (Unterabteilungsleiter, BMFSFJ), Ezgi Özaslan (JAM! Beiratsmitglied), Rohat Akcakaya (UNICEF-JuniorBeirat), Franziska Malsy (Mitglied der deutschen J8-Team 2007).
© UNICEF/DT2015-21475/Kristina Müller

An Bewerbungen mangelte es wahrlich nicht und das, obwohl der Bewerbungszeitraum knapp bemessen war! Insgesamt 130 Personen gingen ins Rennen um die sechs Plätze für das deutsche Team. Davon allein war ich schon sehr beeindruckt. Aber auch inhaltlich waren die Bewerbungen super – mit vielen verschiedenen Ideen und ganz viel Zusatzmaterial zum Anschauen, Anhören und Durchlesen.

Es war schön zu sehen, wie viele junge, engagierte Menschen es gibt, die es alle verdient hätten, auf den Gipfel zu fahren. Doch wer die Wahl hat, hat die Qual! Ich glaube, jeder von uns war froh, so eine Entscheidung nicht alleine treffen zu müssen und wir hatten ein paar intensive Diskussionen, um das in unseren Augen beste Team zu finden. Nachdem wir den mehrstufigen Auswahlprozess durchlaufen hatten, bei dem immer wieder Bewerbungen ausschieden, war die letzte Entscheidung dann aber tatsächlich sogar einstimmig!

Darf ich vorstellen? Das deutsche Team.

David, Yolanda, Lilian-June, Jessica, Martin und Sang-Jin – sechs Jugendliche aus verschiedenen Ecken Deutschlands. Sie werden vom 7. bis 13. Mai gemeinsam mit Jugendlichen aus aller Welt zentrale Zukunftsfragen diskutieren. Dabei sind sie nicht auf sich alleine gestellt. UNICEF-Botschafter Alexander Gerst unterstützt das deutsche J7-Team: „Wir dürfen die Zukunft nicht allein irgendwelchen Experten oder Gremien überlassen. Jeder kann dazu beitragen, unsere Erde zu bewahren und sie gerechter zu machen. Der J7-Gipfel ist eine tolle Chance, gemeinsam mit Jugendlichen aus aller Welt daran zu arbeiten.“

Wir, die Jury, sind uns einig, dass David, Yolanda, Lilian-June, Jessica, Martin und Sang-Jin das perfekte deutsche Team für den diesjährigen J7-Gipfel sind. Ihnen liegen verschiedene Themen am Herzen, für die sie sich bereits tatkräftig engagieren: David schreibt für die Schülerzeitung seiner Schule und betreibt einen eigenen Blog. Ihm ist Gerechtigkeit besonders wichtig. Yolanda leitet eine UNICEF-Gruppe an ihrer Schule und hat auch eine Fairtrade-Gruppe gegründet. Ihr liegt Bildung am Herzen. Martin organisiert an seiner Schule regelmäßig Diskussionen zu aktuellen Themen und setzt sich dafür ein, Vorurteile abzubauen.

Lilian-June engagiert sich für den Austausch mit ausländischen Schulen. Sie ist überzeugt, dass wir für eine gerechte Zukunft alle zusammenarbeiten müssen. Jessica arbeitet im Jugendbeirat ihrer Heimatstadt Tübingen mit. Ihr ist wichtig, dass Jugendliche in Diskussionen und Entscheidungen miteinbezogen werden. Sang-Jin engagiert sich unter anderem im internationalen Jugendaustausch mit den USA. Er ist der festen Meinung, dass Jugendliche die Initiative ergreifen und für ihre Ideale und Rechte eintreten müssen.

Und welche Themen liegen dir am Herzen? Auf der internationalen Plattform zum J7-Gipfel kannst du mit Jugendlichen aus der ganzen Welt diskutieren, was deine Regierung und du selbst für nachhaltige Entwicklung tun können. Erhebe deine Stimme! Sang-Jin bringt es auf den Punkt: "Wenn wir nicht unsere Stimme erheben, für unsere Ideale und Rechte eintreten – wer sonst?"

KOMMENTARE

  • anonym
    11. Mai 2015 09:08 Uhr

    Basisdemokratie,
    2 Dinge müssten im heutigen Regierungssystem geändert werden:
    1.Es darf nichts mehr hinter verschlossenen Türen verhandelt und beschlossen werden.
    2. Wir sind das Volk. Die im Staatsapparat arbeitenden Personen sind unsere Angestellten und haben keine alleinige Entscheidungsgewalt mehr. (Eine Stimme unter vielen) Sie arbeiten dem Volk zu.
    Es müsste folgendes erneuert werden:
    Im Internet werden 2Plattformen eröffnet.
    Eine Plattform ist für alle zugänglich und jeder kann darauf mitmachen.
    Die 2. Platform ist gesichert wie ein Banksystem:
    Jeder Deutsche Wahlberechtigte erhält dazu Zutritt und etwas Speicherplatz (für seine erarbeiteten Meinungen).
    Von Zeit zu Zeit wird eine Virtuelle Wahlkabine eröffnet um abzustimmen.
    Ich denke wenn Bankgeschäfte über das Internet möglich sind können auch Regierungsgeschäfte darüber getätigt werden.
    Lasst uns neue Ufer erklimmen , neue Welten erforschen und Basisdemokratie wagen.

  • anonym
    22. April 2015 11:10 Uhr

    Um eine Nachhaltige Zukunft aufzubauen, benötigt man ein solides gesundes Fundament. Das Fundament der UN-Kinderrechte ist dessen Recht auf Wiedergenesung, wenn dessen Normen verletzt werden. In Deutschland gab es seit dem Jahr 1949 mindestens 400.000 Opfer von Menschenrechtsverbrechen in Minderjährigkeit, die ihr Leid aus Zwangsarbeit, psychische und physische Gewalt, Bildungsvorenthaltung und sexuellem Missbrauch unter staatlicher Aufsichtspflichtverletzung z.B. in Heimerziehung ertragen mussten. Diesen Opfern entstand daraus ein Folgeschaden aus bildungstechnischer, beruflicher, finanzieller und politischer Benachteiligung. Die Opfer leben außerhalb der Gesellschaft, weil es ihnen unmöglich gemacht ist, die freie Entfaltung der Persönlichkeit auszuleben. Es darf davon ausgegangen werden, dass von dieser Opfergruppe mindestens 200.000 Opfer eines unnatürlich frühen Todes verrecken, weil zum Sterben würde benötigt wird. Die Regierung toleriert diese unmenschlichen Zustände. Die Bundesregierung und der Bundestag weigern sich entgegen der völkerrechtlichen Vereinbarung aus Art. 39 der Kinderrechtskonvention die Opfer in Würdegenesung zu bringen und entgegen bindender Menschenrechtsgerichtshofssprechung im Fall Luise O`Keeffe staatliche Wiedergutmachung zu leisten und hierfür Minderjährigen-Opferentschädigungsgesetze zu schaffen, die alle Menschenrechtsverbrechen abdecken, die für alle Bürger gelten, die in Minderjährigkeit Opfer von Menschenrechtsverbrechen wurden und die die Normen des der Kinderrechtskonventionen erfüllen. Selbst das Beschweren über innerstaatliche Missstände und des rechtlichen Vakuums vor den Vereinten Nationen ist den Opfern genommen, da für sie ein Individualbeschwerderecht wegen einer Stichtagsreglung im 3. Zusatzprotokoll zu Kinderrechtskonvention nicht vorgesehen ist. Ich frage die J7-Teilnehmer in Anbetracht der Tatsache, dass dieses Verbrechen Völkerrechtsverbrechen bzw. Genozid- nahes Verbrechen ist, auf welchen Fundament Ihr Kinderrechte aufbauen wollt, wenn Ihr "alte" Fälle der Kinderrechtsverstöße völkerrechtswidrig unter den Teppich kehren wollt??? Wollt Ihr Kinder und Jugendlichen, dass Eure Rechte auf das Elend von ausgebeuteten und missbrauchten Minderjährigen aufgebaut wird??? Antworten könnt Ihr unter www.kinderrechte-blog.byme-magazin.de, meiner Gruppe “Heimkinder- Sondertribunal” oder Gruppe “Generalstreik der Kinder und Jugendlichen” auf Facebook unter Robby Basler finden.

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