REISE IN DIE KINDHEIT VON MATS HUMMELS

7. Oktober 2016 von Christian Baumeister 2 Kommentare

Mit leicht skeptischem Blick betritt Mats Hummels den Klassenraum seiner alten Schule.

Die Feuertreppe, die sich am Gebäude hoch in den ersten Stock windet, führt ihn direkt in die Arme von Ulrike Gillhaus. Seit einer halben Ewigkeit steht sie hier und wartet auf die Ankunft ihres ehemaligen Schülers.

Die frühere Englischlehrerin von Mats hat ihren Pennäler nie aus den Augen verloren. Auch dann nicht, als er das Gymnasium nach der 12. Klasse verließ, weil sich die Schule und eine Zukunft als Profifußballer nicht mehr vereinbaren ließen. Seither kannte seine fußballerische Karriere nur eine Richtung und zwar bergauf. Beim BVB wurde er zu einem der besten Fußballer der Welt. Mit seiner Rückkehr zum FC Bayern München hat seine Laufbahn nun ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Mats Hummels blickt an seiner alten Schule hoch

Mit etwas Verspätung kommt Mats an seiner alten Schule an.
© UNICEF/UNI.DT2016-48685/Holger Riegel

Mats dagegen, der gerade vom Training geeilt kommt, weiß im ersten Moment gar nicht, wen er da vor sich hat. „Leider kann ich mich kaum noch an meine Schulzeit erinnern“, entschuldigt er sich. Zu lang ist es her, dass der 27-Jährige das letzte Mal hier war. Damals war er 17. Und obwohl er mittlerweile wieder nah am Ort seiner Kindheit lebt, ist die Zeit von damals in weite Ferne gerückt.

Mats' Mission für eine echte Chance auf eine Kindheit

Der Anlass für die Rückkehr von Mats ans Gymnasium Neubiberg ist nicht etwa ein Klassentreffen, sondern der Dreh eines neuen UNICEF-Fernsehspots. Als Botschafter der Kampagne „Letzte Chance für eine Kindheit“ will Mats auf die Notsituation der vielen Millionen Kindern in Kriegs- und Krisengebieten aufmerksam machen und die Menschen aufrufen, UNICEF bei der Hilfe für die betroffenen Kinder zu unterstützen.

Mats Hummels beim Dreh des UNICEF-Spots

Der Spot-Dreh für UNICEF macht Mats sichtlich Spaß.
© UNICEF/UNI.DT2016-49630/Holger Riegel

"Wenn ich in den Nachrichten Bilder von Kindern im Krieg und auf der Flucht sehe, macht mich das traurig. Dass man in so jungen Jahren mit solchen Problemen zu kämpfen hat, wo man doch eigentlich ein freies und unbeschwertes Leben führen sollte, ist umso schlimmer. Für mich steht fest, dass ich etwas für diese Kinder tun möchte. Mir ist bewusst, dass es ein Privileg ist, dass ich so unbeschwert aufwachsen konnte. Ich hatte eine schöne und behütete Kindheit und bin von meinen Eltern und meinem Umfeld gefördert worden." Gerade deshalb fühlt sich Mats heute verpflichtet, sich für Kinder einzusetzen, die weniger Glück hatten. Genau darum soll es auch in dem Spot gehen.

Blick ins Familienalbum

Das Set hat sich durch die unzähligen Scheinwerfer inzwischen in eine Sauna verwandelt, in der es von Minute zu Minute heißer wird. Umringt von einem guten Dutzend Menschen setzt sich Mats auf seinen Platz. Sein Blick fällt auf einen Stapel seiner alten Kinderfotos, die seine Mutter für den Dreh aus ihren Familienalben hervorgekramt hat. „Wo habt ihr die denn her? Die habe ich ja schon ewig nicht mehr gesehen“, sagt Mats, während sein Blick an einem Foto hängen bleibt, auf dem ihn seine Mutter innig im Arm hält. Dann wird es still. Obwohl der Raum bis zum Bersten mit Menschen gefüllt ist, ist in diesem Moment kein einziger Laut zu vernehmen.

Regisseur Christian Rau ist es, der die andächtige Stille jäh unterbricht: „Kann es losgehen?“ „Wir können“, erwidert Mats, hebt den Blick und schaut in die Kamera. Die Klappe fällt und dann sprudelt der Text nur so aus ihm heraus. Keine Stunde später ist der gesamte Spot im Kasten und der Regisseur überglücklich. Hier ist das tolle Ergebnis:

Angekommen in der eigenen Kindheit

Nach Drehschluss stiebt die Filmcrew eilig auseinander. Mats dagegen will nach getaner Arbeit nicht sofort gehen. In Nostalgie schwelgend schlendert er zusammen mit Ulrike Gillhaus durch die Gänge seiner früheren Schule, schießt Selfies mit seinen ehemaligen Lehrern und tauscht mit ihnen Anekdoten aus über alte Klassenkameraden und was aus ihnen geworden ist. Stunde um Stunde vergeht auf diese Weise, in denen der Fußballstar jeden Eindruck vergangener Tage begierig aufsaugt.

"Nach so langer Zeit wieder an meine alte Schule zurückzukehren, hat sich sehr schön angefühlt", sagt Mats, als er sich am Ende eines langen Tages verabschiedet. Doch nicht nur für Mats war der Tag ein tolles Erlebnis. Besonders Ulrike Gillhaus steht der Stolz, den Fußballstar auf seinem Weg ein Stück begleitet zu haben, beim Abschied deutlich ins Gesicht geschrieben. Ohne ein gemeinsames Foto allerdings will sie ihn nicht gehen lassen. "Das zeige ich meinen Schülern", sagt sie. "Wenn die sehen, dass ich Mats Hummels unterrichtet habe, ist mir in Zukunft die Aufmerksamkeit der Kinder gewiss."

Mats Hummels mit seiner früheren Englischlehrerin

Mats Hummels mit seiner früheren Englischlehrerin Ulrike Gillhaus.
© UNICEF/UNI.DT2016-49657/Holger Riegel

HELFEN SIE GEMEINSAM MIT MATS HUMMELS!

Im Krieg und auf der Flucht gibt es keine Kindheit mehr. Gewalt und Verzweiflung bestimmen den Alltag. Schule ist nicht mehr möglich – und damit keine Zukunft. Das wollen UNICEF und UNICEF-Pate Mats Hummels nicht hinnehmen. Darum haben wir eine neue Kampagne für Kinder im Krieg und auf der Flucht gestartet. Wollen Sie auch aktiv werden und helfen?

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KOMMENTARE

  • anonym
    14. Juli 2017 14:12 Uhr

    Hallo Herr Christian Baumeister,

    haben Sie die Mail vom 11.7. , 18.04 Uhr (an christian.baumeister@unicef.de) bekommen,
    in der Sie die Kinder von Schokofair um Unterstützung bitten?
    Bitte um Ihr Feedback!
    Vielen Dank!
    Freundliche Grüße
    Bernd Kowol

  • anonym
    26. Juni 2017 16:33 Uhr

    Wunderbar wie persönlich sie Mats Hummels einsetzt. Hoffentlich denken noch viele andere so positiv wie er und unterstützen mit wo sie können.

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