News

Ebola-Ausbrüche in DR Kongo und Uganda: UNICEF verstärkt Hilfe für Kinder und Familien

Der 10-jährige Bahati wäscht sich die Hände.

Der 10-jährige Bahati wäscht sich am 16. Mai 2026 in der von UNICEF unterstützten Biringi-Grundschule in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo die Hände. Biringi ist derzeit ein von Ebola nicht betroffenes Gesundheitsgebiet.

© UNICEF/UNI993106/Ndomba

UNICEF ist zutiefst besorgt über die bestätigten Ebola-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda sowie über das wachsende Risiko für Kinder und besonders vulnerable Gemeinden in der Region. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Lage als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite eingestuft.

In der Provinz Ituri im Osten der Demokratischen Republik Kongo wurden bisher 246 Verdachtsfälle gemeldet, darunter 80 mutmaßliche Todesfälle. Auch Uganda hat zwei Fälle bestätigt, darunter einen Todesfall. Vor diesem Hintergrund ist es umso dringlicher, die Regierungen bei Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbrüche zu unterstützen – unter Einbeziehung der betroffenen Gemeinschaften, relevanter Partner und in enger grenzüberschreitender Koordination.

Bei dem Erreger handelt es sich um die Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus, die seltener vorkommt als die Zaire-Variante. Derzeit gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung. Es wird davon ausgegangen, dass dieses Virus seit Ende April zirkuliert.

Kinder sind von den Folgen besonders schwer betroffen: Sie verlieren den Zugang zu grundlegender Versorgung, müssen den Verlust von Eltern und anderen Bezugspersonen verkraften und sind verstärkt Stigmatisierung, psychosozialen Belastungen und weiteren Gefahren ausgesetzt.

UNICEF hat bereits rund 50 Tonnen Hilfsgüter zur Prävention und Eindämmung von Infektionen nach Bunia gebracht, darunter Desinfektionsmittel und Seife, Schutzausrüstung für Helferinnen und Helfer, Wasserreinigungstabletten und Wassertanks. In Kürze wird zudem ein multidisziplinäres Nothilfeteam vor Ort eintreffen, um in zentralen Bereichen technische Unterstützung zu leisten. Dazu gehören auch Maßnahmen zur Risikoaufklärung und zur Einbindung der Gemeinden, damit Familien wissen, wie Ebola übertragen wird und wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können. Mehr als 2.000 Gemeindegesundheitskräfte sind bereits im Einsatz. Vor allem in schwer erreichbaren Gebieten werden jedoch dringend zusätzliche Kapazitäten und Ressourcen benötigt, um die Menschen wirksam zu erreichen.

UNICEF hat inzwischen seine höchste interne Notfallstufe ausgerufen, um Vorsorge- und Hilfsmaßnahmen in betroffenen und gefährdeten Gebieten auszuweiten. Dadurch können flexibel einsetzbare Mittel bereitgestellt, Nothilfepersonal schneller entsandt, operative Verfahren für die Länderbüros vereinfacht und die Koordination auf regionaler Ebene sowie in der Zentrale verstärkt werden, um betroffene Kinder und Familien wirksam zu unterstützen. UNICEF arbeitet dabei eng mit Partnern wie der Weltgesundheitsorganisation und der Africa CDC (Africa Centres for Disease Control and Prevention) zusammen und unterstützt die von den Regierungen geführten Maßnahmen.

Jeder Ebola-Ausbruch bringt Kinder in Gefahr – nicht nur durch das Virus selbst, sondern auch durch die weitreichenden Folgen für die Gesundheitsversorgung, Ernährung, Bildung und den Schutz von Kindern. UNICEF fordert einen sofortigen, sicheren und dauerhaften humanitären Zugang zu den betroffenen Gemeinden, insbesondere im Osten der Demokratischen Republik Kongo, damit besonders gefährdete Kinder und Familien erreicht werden können.

Schnelles Handeln, das Vertrauen der Gemeinden und die kontinuierliche Unterstützung der Helferinnen und Helfer, die erheblichen Risiken ausgesetzt sind, sind entscheidend, um Kinder zu schützen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Service für die Redaktionen

Bild- und Videomaterialien stehen hier zur Verfügung.


Christine Kahmann
Sprecherin (Berlin) - Nothilfe & Internationale Themen