Statement

Mosambik: Schwere Überschwemmungen und Hunger bringen Kinder in Lebensgefahr

Zusammenfassung des Statements von Guy Taylor, UNICEF-Kommunikationsleiter in Mosambik, bei der heutigen Pressekonferenz im Palais des Nations in Genf  

Xai Xai / Genf/ Köln

Bewohner*innen nach extremen Regenfällen in Mosambik auf einer überfluteten Straße.

Am 19. Januar 2026 gehen Bewohner*innen nach extremen Regenfällen in Xai Xai, Provinz Gaza in Mosambik, durch eine überflutete Straße.

© UNICEF/UNI930696/Taylor

"Die Überschwemmungen in Mosambik zerstören nicht nur Häuser, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Straßen. Sie führen zu verunreinigtem Wasser, Krankheitsausbrüchen und Mangelernährung - und werden damit zu einer tödlichen Gefahr für Kinder.

Die außergewöhnlich starken Regenfälle der ersten Januarwochen haben in weiten Teilen des Landes eine Notsituation ausgelöst, die sich weiter zuspitzt. Der Beginn der jährlichen Zyklonsaison in Mosambik birgt das Risiko einer doppelten Krise, die Kinder am härtesten trifft.

Laut vorläufigen Regierungsdaten sind mehr als 513.000 Menschen betroffen, mehr als die Hälfte von ihnen Kinder. Mehr als 50.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und suchen nun Schutz in 62 provisorischen Unterkünften, von denen viele überfüllt sind.

Der Zugang zur Grundversorgung – wie sauberem Wasser, Gesundheitsversorgung, Ernährung und Bildung – ist in den meisten betroffenen Gebieten unsicher oder nicht gewährleistet. Unter diesen Bedingungen sind Kinder einem höheren Risiko für Krankheiten und unterbrochenem Lernen ausgesetzt; insbesondere Mädchen und Jugendliche sehen sich zudem erheblichen Schutzrisiken gegenüber.

Wasserübertragene Krankheiten und Mangelernährung sind eine tödliche Kombination. Schon vor den jüngsten Überschwemmungen litten fast vier von zehn Kindern in Mosambik an chronischer Mangelernährung. Erneute Unterbrechungen der Lebensmittelversorgung, der Gesundheits- und sozialen Dienste drohen nun, die Schwächsten in eine gefährliche Abwärtsspirale zu treiben, bis hin zu akuter und schwerer akuter Mangelernährung – der tödlichsten Form der Mangelernährung.

Gemeinsam mit der Regierung und seinen Partnern hat UNICEF seine Nothilfe-Maßnahmen verstärkt.

In der am stärksten betroffenen Provinz Gaza unterstützt UNICEF die Regierung und arbeitet mit humanitären Partnern zusammen daran, Bedarfe zu ermitteln und und lebenswichtige Hilfsgüter an die am stärksten betroffenen Kinder und Familien zu verteilen. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Grundversorgung – Zugang zu sicherem Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene, Gesundheitsdienste, Bildung und Kinderschutz – wieder in Betrieb zu nehmen.

Weiter nördlich, in der Provinz Sofala, hat UNICEF Wasser-, Sanitär- und Hygienehilfe für die vier am stärksten betroffenen Bezirke bereitgestellt. So wird die Aufbereitung kontaminierten Wassers auf Gemeinde- und Haushaltsebene ermöglicht. Mindestens 13.000 Haushalte wurden bereits erreicht.

Doch die Gefahren für Kinder nehmen zu. Da die Pegel der Flussbecken über den Warnstufen liegen, in einigen Gebieten weiterhin starke Regenfälle anhalten und die Zyklon Saison beginnt, ist davon auszugehen, dass die Zahl der betroffenen Kinder und Familien in den kommenden Tagen und Wochen weiter ansteigt. Gleichzeitig erschweren beschädigte Straßen und Infrastrukturen zunehmend den Zugang zu betroffenen Gemeinden.

Zeitnahe Unterstützung ermöglicht es UNICEF und seinen Partnern, Maßnahmen für sicheres Wasser, Ernährung, Gesundheit, Bildung und Kinderschutz auszuweiten, bevor sich die Lage weiter verschlechtert. Wir können Krankheiten, Todesfälle und irreversible Verluste für zahlreiche Kinder verhindern. Aber wir müssen schnell handeln.

Mosambik ist ein Land der Kinder und Jugendlichen: Mehr als 17 Millionen sind unter 18 Jahre alt, und das Durchschnittsalter liegt bei nur 17 Jahren. Gibt es Überschwemmungen – wie es in den vergangenen Jahren wiederholt der Fall war –, dann sind die Jüngsten am stärksten betroffen, sowohl in den ersten Tagen als auch in den Monaten und manchmal Jahren danach.

Für die Kinder in Mosambik wird das, was in den kommenden Tagen geschieht, nicht nur über ihr Überleben entscheiden, sondern auch darüber, wie viele die Krise bewältigen, in die Schule zurückkehren und ihre Zukunft wieder aufbauen können.“

Mehr Informationen zur UNICEF-Arbeit in Mosambik finden Sie hier.

Katja Sodomann (UNICEF/UNI869151/Sachse-Grimm)

Katja SodomannSprecherin (Köln) - Internationale Themen

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