Geflüchtet vor dem Zyklon: Ein Junge in Mosambik in einem provisorischen Lager, hinter ihm sieht man notdürftige Zelte.

Gewalt, Hunger und Wirbelstürme in Mosambik: Kinder brauchen Hilfe

Auf der Flucht – ohne Schutz, Nahrung und Wasser

Als im März 2021 bewaffnete Terroristen mehrere Dörfer im Norden Mosambiks angriffen, blieb vielen Familien nur die Flucht. Manche Kindern mussten mehrere Tage laufen, um sich mit ihren Familien vor der Gewalt in Sicherheit zu bringen. Andere versteckten sich unterwegs im Busch und harrten dort tagelang aus – ohne Wasser und Nahrung.

Mosambik: Zwei Jungen stehen vor einem auf dem Boden liegenden Baumstamm.

Zwei von Tausenden: Diese Kinder mussten fliehen vor der Gewalt und haben Schlimmes hinter sich.

© UNICEF/UN0440143/Bisol

Der brutale Konflikt im Norden Mosambiks hat sich verschärft. Tausende Familien haben ihre Heimat verlassen: Sie sind geflohen vor den Angriffen in der Provinz Cabo Delgado und brauchen dringend Wasser, eine sichere Unterkunft, etwas zu essen. UNICEF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind vor Ort und helfen den Kindern. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unsere Arbeit in dem südostafrikanischen Land.

Jahrelanger Konflikt in Cabo Delgado

Seit 2017 mussten rund 700.000 Menschen im Norden Mosambiks vor der Gewalt von bewaffneten Gruppen fliehen – die Hälfte von ihnen sind Kinder. Sie leben in provisorischen Unterkünften und haben von allem zu wenig: schlechte medizinische Versorgung, zu wenig zu essen und zu trinken, kaum Schutz. Wir sind besorgt, dass die Anzahl der unterernährten Kinder drastisch steigt. Manche Kinder haben in den Wirren der Flucht ihre Familien verloren. Noch dazu gibt es einen beunruhigenden Anstieg der Fälle von Cholera.

50 %
Armut

Fast jeder Zweite in Mosambik lebt unterhalb der Armutsgrenze.

700.000
Binnenflüchtlinge

Hunderttausende sind innerhalb des Landes Mosambik auf der Flucht.

Ca. 1 Mio.
hilfsbedürftige Kinder

Mehr als 950.000 Kinder in Mosambik brauchen humanitäre Hilfe.

Wirbelstürme & Klimawandel

Extreme Wetterereignisse bedrohen die Kinder

Neben der aktuellen Gewalt im Norden des Landes hat Mosambik seit Jahren noch ein weiteres dramatisches Problem: Verursacht durch den Klimawandel wird Mosambik immer wieder von neuen Wirbelstürmen und anderen extremen Wetterereignissen (zum Beispiel Überschwemmungen, Dürren) getroffen. Zuletzt hatte Anfang 2021 der Wirbelsturm Eloise Teile des Landes verwüstet.

Im Frühjahr 2019 war Mosambik innerhalb von sechs Wochen gleich zweimal von schweren Wirbelstürmen verwüstet worden: Zunächst vom Zyklon Idai, anschließend vom Zyklon Kenneth. Zahlreiche Dörfer und Tausende Familienunterkünfte wurden vollständig zerstört und Hunderte Menschen starben. Ganze Regionen wurden durch die starken Regenfälle überschwemmt.

Zyklon Idai: Eine Frau mit einem Baby auf dem Arm geht durch Trümmer

Trümmer und Zerstörung, wohin man auch schaut: Eine Mutter trägt ihren Sohn durch eins der Dörfer, die von einem Wirbelsturm verwüstet wurden.

© UNICEF/UN0290284/de Wet AFP-Services

Lebensmittel in Mosambik sind knapp

Die Überflutungen führen auch dazu, dass sich Durchfallerkrankungen und andere Krankheiten schnell ausbreiten können. Und sie zerstören in manchen Jahren große Teile der Ernten. Dadurch werden in vielen Regionen die Lebensmittel immer knapper. Zehntausende Kinder in Mosambik haben nicht genug zu essen und hungern. Über 40 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt, viele von ihnen lebensbedrohlich (Stand: April 2021).

Mangelernährung in Mosambik: Die Kinder brauchen Lebensmittel, um zu überleben.

Durch die zerstörten Ernten gibt es nicht genug Lebensmittel im Land. Die Folge: Viele Kinder sind mangelernährt. 

© UNICEF/UNI310181/Prinsloo

Nahrungsexpertinnen und -experten vermuten, dass sich die Lebensmittelknappheit in Mosambik sogar noch weiter verschärfen wird. Die mangelernährten Kinder in Mosambik sind weiter auf unsere Spenden und unsere Hilfe angewiesen.

Hilfe durch Lebensmittel, Wasser und Impfungen

Egal ob Wirbelstürme oder Gewalt die Kinder in Mosambik bedrohen: UNICEF hilft den betroffenen Mädchen und Jungen mit allem, was sie am dringendsten brauchen.

So helfen wir den Kindern und ihren Familien:

Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen vor Ort versorgen wir die mangelernährten Kinder mit Lebensmitteln und therapeutischer Nahrung – etwa mit Erdnusspaste und Spezialmilch.

Für Kranke und Verletzte stellen wir Medikamente bereit. Und wir impfen Kinder gegen Infektionskrankheiten wie Tetanus, Diphtherie, Cholera und Polio.

Wir kümmern uns um den Aufbau von Toiletten-Anlagen, um die Reparatur von Wasserleitungen und um Trinkwasser-Lieferungen. 

Wir richten Notunterkünfte ein, damit die Kinder in Krisenzeiten ein Dach über dem Kopf haben.

Unsere Helferinnen und Helfer verteilen Flaschen mit wasserreinigendem Mittel, das Keime im Wasser abtötet. So sorgen wir für sauberes Trinkwasser, damit sich Kinder nicht mit gefährlichen Krankheiten anstecken. 

Die Wirbelstürme haben viele Schulen zerstört. Wir helfen mit, sie zu reparieren oder neu aufzubauen. Wir richten im Rahmen unserer akuten Nothilfe auch Übergangsschulen ein und stellen Lernmaterial zur Verfügung.

Impfungen schützen die Kinder gegen gefährliche Krankheiten.
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Mit Impfungen schützen wir die Kinder vor gefährlichen Krankheiten. Und auch, indem wir über Hygiene-Maßnahmen aufklären.

© UNICEF/UN0295301/Oatway
Die Menschen brauchen nach den Überflutungen sauberes Trinkwasser zum Überleben.
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Wenn ein Kind an Cholera erkrankt und nicht sofort medizinisch behandelt wird, kann es innerhalb weniger Stunden daran sterben. Verunreinigtes Trinkwasser ist das größte Ansteckungsrisiko. Deshalb sorgen wir für sauberes Wasser.

© UNICEF/UN0294225/DE WET
Ein Mädchen in Mosambik kann nach dem Wirbelsturm wieder zur Schule gehen.
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Wir helfen mit, die Kinder wieder zurück in die Schulen zu bringen. Denn Bildung schafft Chancen. Und ein geregelter Alltag hilft den Mädchen und Jungen, wieder anzuknüpfen an ihr früheres Leben.

© UNICEF/UN0294987/DE WET
Wirbelsturm Idai: Sanitäre Anlagen in Notunterkunft
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Hygiene ist besonders wichtig, um Durchfallerkrankungen wie die Cholera zu verhindern. Wir installieren Händewaschstationen und einfache Toilettenanlagen.

© UNICEF Malawi/2019/AmosGumulira
Zyklon Kenneth in Mosambik: In einem Flugzeug kommen Hilfsgüter an
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Nach Naturkatastrophen brauchen die Familien schnelle Hilfe. Darum bringen wir den Großteil unserer Hilfsgüter per Flugzeug in die Krisenregion. Die Kisten enthalten unter anderem Spezialnahrung und Mittel zur Wasserreinigung.

© UNICEF/UN0306723/Pesce Blazquez
Zyklon Kenneth in Mosambik: UNICEF-Hilfsgüter kommen bei den Kindern an
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Angekommen: Kinder und Erwachsene nehmen Kartons mit UNICEF-Hilfsgütern in Empfang. Viele von ihnen haben alles verloren und sind dringend auf Hilfe angewiesen.

© UNICEF/UN0307741

Schnelle Nothilfe für die betroffenen Regionen

Als Hilfsorganisation können wir dank Ihrer Spenden schon im Vorfeld von Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen lebenswichtige Hilfsgüter und Nothilfe-Spezialistinnen und -Spezialisten in die Region bringen. Dadurch können wir die Familien unmittelbar nach einer Katastrophe schnell mit sauberem Trinkwasser und anderen Hilfsgütern erreichen. Unsere Helferinnen und Helfer sind vor Ort, so lange die Kinder uns brauchen, und leisten langfristige Nothilfe.

Zyklon Kenneth in Mosambik: UNICEF verteilt Mittel zur Herstellung von Trinkwasser

Nothelfer Daniel Timme berichtet aus dem Einsatz

Daniel Timme, Sprecher von UNICEF Mosambik, war direkt nach den Zyklonen vor Ort. "Dreckiges Trinkwasser bedeutet Krankheiten, und insbesondere für Kinder wird das sehr schnell sehr gefährlich. Sie können Durchfallerkrankungen bekommen, aber es können sich auch sehr ernsthafte Krankheiten wie die Cholera ausbreiten", sagte er in einem Interview. 

Wie dramatisch es inmitten der starken Regenfälle in Mosambik aussah, zeigt Daniel Timme im Video.