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UNICEF-STUDIE ZU FAMILIENPOLITIK IN OECD- UND EU STAATEN
New York/Köln
Freitag, 14. Juni 2019, 13:25 Uhr

Schweden, Norwegen, Island, Estland und Portugal stehen an der Spitze einer neuen Studie des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti zur familienfreundlichen Politik in 31 Industrieländern. Griechenland, Zypern, Großbritannien, Irland und der Schweiz schneiden mit Blick auf die politischen Rahmenbedingungen für Familien am schlechtesten ab.

Ein Vater hält seinen neu geborenen Sohn im Arm.

Alex Edmonds Brown hält seinen Sohn Harley James in seinen Armen auf einer Entbindungsstation in einem Krankenhaus in Exeter, Großbritannien.
© UNICEF/UN0204086/Zehbrauskas

Ausgewertet wurden dafür vergleichbare Daten zu Schlüsselindikatoren für familienfreundliche Politik aus 31 Ländern der Europäischen Union (EU) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), aus denen vollständige Daten vorliegen. Zu den Indikatoren gehören die Dauer der Elternzeit für Frauen und Männer bei vollem Gehalt sowie Betreuungsangebote für Kinder unter sechs Jahren.

„Keine Phase ist wichtiger für die Entwicklung des Gehirns – und somit die Zukunft von Kindern – als die frühe Kindheit“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Wir brauchen Regierungen, die Eltern dabei unterstützen ein Umfeld zu schaffen, in dem Kinder sich gut entwickeln können. Dafür benötigen wir auch die Unterstützung der Wirtschaft.“

Die Studie nennt folgende Eckpunkte für eine familienfreundlichere Politik:

  • Eine gesetzliche, bezahlte Elternzeit von mindestens sechs Monaten sollte gewährleistet werden;
  • Jedes Kind sollte Zugang zu qualitativ hochwertigen, altersgerechten, bezahlbaren und barrierefreien Betreuungseinrichtungen haben, unabhängig vom familiären Hintergrund;
  • Zwischen dem Ende der Elternzeit und dem Beginn einer bezahlbaren Kinderbetreuung sollte es keine Lücken geben, damit Kinder sich bestmöglich entwickeln können;
  • Mütter sollten ihre Kinder sowohl bevor und nachdem sie zur Arbeit gehen stillen können. Dies erfordert eine angemessene Dauer der Elternzeit, garantierte Arbeitspausen und sichere und geeignete Orte zum Stillen und Abpumpen;
  • Eine verbesserte Datenerhebung zu familienfreundlichen Politikmaßnahmen, die länderübergreifend und vergleichbar sind, sollte sichergestellt werden.

» Hier finden Sie die englischsprachige Pressemitteilung und den Report des UNICEF-Forschungsinstituts Innocenti.

Chrisitine Kahmann, UNICEF Deutschland

CHRISTINE KAHMANN

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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