Reisetagebuch Liberia: Helens Traumberuf ist Juristin
© UNICEF/DT2015-33303/Kerstin BückerReisetagebuch Liberia: Helens Traumberuf ist Juristin

„Ich will Juristin werden!“ - Helens Geschichte

Ebola war für Liberia die Hölle. Doch unsere Mädchen haben jeden Tag noch ganz andere Probleme. Hunderte haben sich heute in einer Gemeindehalle versammelt, um ihre Geschichten mit uns zu teilen. Mit vielen ist es ein freudiges Wiedersehen, andere wie die 19-jährige Helen lernen wir neu kennen. „Ich will Juristin werden“, sagt Helen, die bis vor kurzem auf der Straße lebte. „Eine Freundin meiner Schwester ist vergewaltigt geworden – ich will, dass diese Täter endlich bestraft werden und die Mädchen Gerechtigkeit erfahren!“

Helen beteiligt sich lebhaft an den Diskussionen, die im Halbkreis stattfinden. Es geht um Gewalt zu Hause, um Diskriminierung und zu frühe Schwangerschaften. „Gemeinsam könnt ihr Eure Situation verändern!“, bestärkt Betreuerin Cavita Nelson, die wir schon vom letzten Besuch kennen, die Mädchen. Als wir mit einigen ausführlicher sprechen, fließen Tränen. Zu schlimm sind viele der Schicksale. Jessica erzählt, dass manche Mädchen aus Not für 50 Cent ihren Körper verkaufen. Mercy erzählt von Drogenmissbrauch und Übergriffen älterer Jugendlicher.

Selbstbewusstsein lernen

Trotzdem ist es beeindruckend, wie gut die Mädchen sich entwickelt haben: Bei unseren ersten Begegnungen waren sie noch sehr schüchtern. Jetzt sind sie zu einer Gruppe zusammengewachsen. Sie trauen sich, ihre Meinung zu sagen, erzählen uns, dass sie Krankenschwester oder Farmerin werden wollen. Susan fragt einige Mädchen, was sie über das Leben ihrer Mütter wissen. Fast einstimmig berichten sie, dass es ihren Müttern früher viel schlechter ging und fast keine zur Schule gehen konnte. Das ist heute zum Glück anders: Als unser Programm mit UNICEF 2013 startete, ging nur knapp ein Drittel von etwa 500 Mädchen zur Schule. Jetzt sind es schon über 90 Prozent!

Ehepaar Findel am Eingang einer Schule

Bild 1 von 4 | You are welcome! Die Mädchen freuen sich riesig, uns wiederzusehen und uns zu zeigen, wie sie sich selbst organisieren.

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Reisetagebuch Liberia: Schutz vor dem Virus: Plastiktüten

Bild 2 von 4 | Schutz vor dem Virus: Plastiktüten sind besser als nichts – Helen zeigt, wie man sich mit einfachen Mitteln vor Ebola schützt.

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Reisetagebuch Liberia: Helen erklärt, wie wichtig Bildung für Mädchen ist

Bild 3 von 4 | Selbstbewusst die Meinung vertreten: Helen (Mitte) erklärt den anderen, warum Mädchen erst etwas lernen sollten, bevor sie ein Kind bekommen.

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Reisetagebuch Liberia: Helens Traumberuf ist Juristin

Bild 4 von 4 | Helens Traumberuf ist Juristin: Helen weiß, was sie will – und wir hoffen sehr, dass sie ihre Träume verwirklichen kann!

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U-Reporter machen mobil

Seit kurzem machen viele Mädchen auch bei U-Report mit, einem weltweiten UNICEF-Programm. Per SMS erhalten sie über die kostenfreie Nummer xyz Informationen und können selbst Nachrichten senden. Mittlerweile gibt es in Liberia 60.000 U-Reporter. Sie erreichen viele Gleichaltrige – denn auch in Entwicklungsländern besitzen immer mehr junge Leute billige Prepaid-Handys. „U-Report kostet Euch nichts und bringt viel!“, sagt Lee Kironget von UNICEF. Für die Unterstützer in Deutschland hat der gebürtige Berliner ein Video aufgenommen.

Wissen weitergeben ist Pflicht

„Diese Mädchen sind wie eine Familie für mich“, sagt Hawa Page von UNICEF, die auch wir längst ins Herz geschlossen haben. Die Liberianerin hat zwei eigene Kinder und nahm während Ebola noch zwei Nachbarskinder bei sich auf. Sie ist den Mädchen eine liebevolle, aber auch strenge große Schwester. „Wer am Kurs teilnimmt, muss sein Wissen an mindestens 50 weitere Teenager weitergeben“, sagt Hawa Page. „Das erwarte ich von Euch.“ Denn viele Jugendliche möchten gern mitmachen, haben aber noch keinen Platz im Programm, weil es am Geld fehlt.

Reisetagebuch Liberia: Mädchen haben es in Liberia sehr schwer

Bild 1 von 6 | Einsatz für die Gemeinde: „Mädchen haben es bei uns sehr schwer“, sagt Elisabeth Cully, 76 – hier im Gespräch mit der Gouverneurin von New Kru Town. Sie macht sich im Gemeinderat für bessere Bildungschancen stark.

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Reisetagebuch Liberia: UNICEF fördert seit kurzem auch Zumba-Kurse

Bild 2 von 6 | Zumba!: UNICEF fördert seit kurzem auch Zumba-Kurse – hier können die Mädchen einfach Spaß haben und Kraft für den Alltag schöpfen.

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Reisetagebuch Liberia: UNICEF-Mitarbeiterin Hawa Page berichtet über Mädchenrechte

Bild 3 von 6 | Wandel für Mädchen: Als UNICEF-Mitarbeiterin Hawa Page Kind war, durften nur die Männer reden, Frauen hatten zu schweigen. „Langsam ändern sich das – auch durch unsere Arbeit!“, sagt die Mutter von zwei Jungen.

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Reisetagebuch Liberia: Susan Findel spricht in West Point mit Gemeindevertreter Sam

Bild 4 von 6 | Power of youth: Susan spricht in West Point mit Gemeindevertreter Sam. „Wir sehen hier jeden Tag, wie viel Jugendliche verändern wollen – und können!“

© UNICEF Liberia/2015/Sarah Grile
Reisetagebuch Liberia: U-Reporterin Tracy Tow macht bei SMS-Meinungsumfragen mit

Bild 5 von 6 | Gut vernetzt: U-Reporterin Tracy Tow, 15, leitet Nachrichten weiter und macht bei SMS-Meinungsumfragen mit.

© UNICEF/DT2015-33253/Kerstin Bücker
Reisetagebuch Liberia: Susan Findel ist begeistert, wie viel Tatendrang in den Mädchen steckt

Bild 6 von 6 | Unsere Mädchen schaffen es: Susan und ich sind immer wieder begeistert, wie viel Power und Tatendrang in den Mädchen steckt – wenn sie nur die Chance zum Lernen bekommen.

© UNICEF/DT2015-33284/Kerstin Bücker