FUSSBALL FÜR’S LEBEN
Samstag, 12. Juli 2014, 10:00 Uhr
von Kristina Müller | 0 Kommentare

STRASSENFUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT FÜR KINDER IN BRASILIEN

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist mit dem Endspiel am Sonntag vorbei. Kamerateams und Touristen fahren nach Hause. Für die brasilianischen Kinder geht das Leben weiter – zum Beispiel im kleinen Dorf Vila Cabral Miranda. Dort fand während der WM ein ganz besonderes Sport-Ereignis statt – eine Straßenfußball-Weltmeisterschaft, bei der nicht nur die Tore zählten, wie mein Kollege Kent Page berichtet:

„Staub wirbelt unter den Füßen der Kinder auf. Gerade spielt Indien gegen Paraguay. Angefeuert werden die beiden Teams von Eltern, Freunden, Nachbarn und den mehr als 30 anderen jungen Kickern, die rund um das mobile Fußballfeld zusammengekommen sind. Die gemischten Teams bestehen aus vier bis fünf Spielern. Stolz halten sie die Flagge des Landes hoch, das sie repräsentieren. Die meisten von ihnen kommen aus armen Verhältnissen. Einige haben Verwandte, die im nahen Hochsicherheitsgefängnis einsitzen.

Fair Play und Teamgeist führen zum Erfolg

Das Straßenfußball-Turnier ist ein aufregendes Ereignis für alle. Gespielt wird nach ganz besonderen Regeln. „Natürlich geht es auch ums gewinnen“, erzählt einer der jugendlichen Betreuer des Jugendnetzwerks Rejupe, das sich mit Unterstützung von UNICEF für das Recht auf Sport einsetzt und das Turnier in Vila Cabral Miranda organisiert. „Aber zu jedem Spiel gehört es auch, dass sich die Teams vorher zusätzliche Spielregeln geben und nach dem Spiel beide Mannschaften zusammen diskutieren, ob diese eingehalten wurden. Letztendlich zählen also nicht nur Tore. Auch Fairness und Teamgeist bringen Punkte.“

Team Indien und Team Paraguay kommen unter viel Lachen und Rufen vom Spielfeld und sammeln sich zur Besprechung. Zusammen mit einem der Betreuer besprechen sie das Match. Wurde jemand getreten? Haben die Teams sich gegenseitig für Tore beglückwünscht? War jeder in das Spiel eingebunden – egal ob Mädchen oder Junge, älter oder jünger? Hat jemand auf dem Spielfeld geflucht? Erst nach diesem dritten Teil steht schließlich der endgültige Punktestand fest.

Am Ende des Tages ist Team Kenia der glückliche Gewinner. Die neunjährige Sygrid spielte für ein anderes Land. Dennoch ist sie sehr zufrieden: „Ich fühle mich frei und glücklich. Wir haben viel gelacht. Und auch, wenn wir nicht gewonnen haben, hatten wir viel Spaß zusammen. Wir haben uns Regeln ausgedacht und sie eingehalten“, zieht sie stolz ihr Resümee des Tages.“

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