Kinder weltweit

Mohammad (15): "Wo wart ihr, als die Flugzeuge kamen und Bomben fielen…"

Montag, 07.12.2015, 16:35 Uhr

von Ninja Charbonneau  •  1 Kommentar

Kindheit kann nicht warten, Teil 2

Was müssen Kinder im Krieg durchmachen? Wie erleben sie Vertreibung und Flucht? Wie geht es ihnen, wenn sie in der Fremde leben müssen? Lesen Sie in den kommenden Wochen unsere Blog-Serie: "Kindheit kann nicht warten – Flüchtlingskinder erzählen von ihrem Schicksal".

Mohammad (15) aus Aleppo

Mohammad, 15, sitzt am Rand des Azraq Camps in der jordanischen Wüste, wo er seit eineinhalb Jahren lebt und eine UNICEF-Schule besucht. In einem offenen Brief schildert er seine Erfahrungen.

Flüchtlingskinder erzählen: Mohammad (15) aus Aleppo
© UNICEF/UNI195882/Badran

"In Syrien haben wir immer draußen gespielt bis es dunkel wurde. Eines Abends, als wir gerade spielten, sahen wir viele Flugzeuge am Himmel. Wir haben hoch geschaut. Plötzlich hörten wir sehr laute Bombenexplosionen, und Leute haben geschrien, viele lagen verletzt am Boden. Meine Freunde und ich haben uns auf den Boden gelegt. Alles um mich herum war voller Staub. Ich hatte riesige Angst und bin nach Hause gerannt.

Am nächsten Tag bin ich aufgewacht, als Bomben direkt vor unser Haus fielen. Das war der Moment, als meine Familie beschloss zu fliehen. Wir sind weiter auf die Golan-Höhen gegangen und noch einige Zeit auf syrischer Seite geblieben, dann sind wir über die Grenze nach Jordanien."

„Wo wart ihr, als die Flugzeuge kamen und Bomben fielen…“

"Ich möchte gerne wieder nach Hause, aber ich habe Angst vor den Bomben. Obwohl wir jetzt in einem Camp in der Wüste leben, wo Tiere kaum überleben könnten, ist es uns hier immer noch lieber, weil es sicher ist."

Mohammad endet seinen Brief mit der Frage: "Wo wart ihr, als die Flugzeuge kamen und Bomben fielen, als Menschen schrien und starben? Und wo seid ihr jetzt, da wir in Sicherheit sind, aber ohne Hoffnung für die Zukunft?"

Inmitten der Wüste

Das Azraq Camp, inmitten der Wüste, ist das zweitgrößte Camp für syrische Flüchtlinge in Jordanien. Mit rund 23.000 Menschen hat es inzwischen den Umfang einer Kleinstadt erreicht.

Azraq Camp: Notunterkünfte und Zelte, so weit das Auge reicht.
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Notunterkünfte, so weit das Auge reicht: Azraq ist eine trostlose Container-Siedlung. UNICEF versorgt die Menschen hier u.a. mit sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen.

© UNICEF/Ninja Charbonneau
Azraq Camp: UNICEF betreibt mehrere Kinderzentren
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UNICEF hat sogenannte "kinderfreundliche Orte" im Azraq Camp eingerichtet - wie hier das Kinderzentrum "Schlumpf". Sie sind wie bunte Oasen für die Kinder.

© UNICEF/Ninja Charbonneau
Die Schule im Azraq Camp ist gut gesichert.
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Vier Camp-Schulen gibt es für die Kinder und Jugendlichen in Azraq.

© UNICEF/Ninja Charbonneau
Wasserversorgung auf dem Schulgelände
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Hygiene ist wichtig: Auch auf dem Schulgelände sind Waschgelegenheiten installiert worden.

© UNICEF/Ninja Charbonneau
Azraq Camp: UNICEF-Mitarbeiterin Ninja Charbonneau trifft Kinder vor Ort.
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Zu Besuch im Flüchtlingslager: Ich (Ninja Charbonneau) habe einige Kinder im Azraq Camp kennengelernt und mit ihnen über ihre Erfahrungen gesprochen.

© UNICEF/Ninja Charbonneau
In den UNICEF-Kinderzentren im Azraq Camp können Kinder in Ruhe kreativ sein.
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Die beste Art, den Schrecken zu verarbeiten: In den Kinderzentren können die Kinder gut betreut spielen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen – sie malen Blumen und Bäume, Schmetterlinge und Vögel.

© UNICEF/Ninja Charbonneau

Lesen Sie hier alle Beiträge der Serie "Kindheit kann nicht warten: Flüchtlingskinder erzählen"

INFO

Die Kinder unter den Flüchtlingen werden häufig übersehen. Wir möchten ihnen eine Stimme geben und stellen Ihnen im Blog Mädchen und Jungen vor, die auf der Flucht sind. Einige von ihnen haben wir in Deutschland interviewt, andere sind in Syrien aus ihren Häusern vertrieben worden oder sind nach Jordanien oder Libanon geflohen. Egal, wo sie sind – sie sind in erster Linie Kinder.

Erfahren Sie hier mehr darüber, wie UNICEF Kindern in Syrien und seinen Nachbarländern und auf den Fluchtrouten hilft.

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