WELTKINDERTAG IN KÖLN: KINDERN EIN ZUHAUSE GEBEN
Dienstag, 20. September 2016, 14:00 Uhr
von Kerstin Bücker | 0 Kommentare

"Zuhause ist für mich wie eine Muschel – da fühle ich mich geborgen", sagt Mandy Gilles.

Stolz zeigt die 15-Jährige ihr Muschelbild auf der großen Collage vor dem Kölner Dom. Das geklebte Bild mit Träumen von einem guten Zuhause entstand im "Kunstlabor" des Sozialen Zentrum Lino-Club e.V. in Köln-Chorweiler. Auch Can Alval, 12, hat es mitgestaltet: "Ich habe ein Klavier aufgeklebt. Klavierspielen können heißt für mich, den Stress vergessen."

Weltkindertag 2016: Kinder des Lino-Clubs und Hannelore Kraft

Die Kinder und Jugendlichen des Kölner Sozialen Zentrums Lino-Club e.V. erklären NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft anhand ihrer Collage, was für sie ein gutes Zuhause bedeutet. 
© UNICEF/DT2016-48876/Hyou Vielz

Das Recht auf ein Zuhause

Weltkindertag 2016: Hannelore Kraft stellt sich den Fragen der Kinder

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft stellt sich beim Weltkindertag-Fest den Fragen der Kinder, z.B. "Spielen Sie zu Hause auch Playstation?"
© UNICEF/DT2016-48877/Hyou Vielz

"Kindern ein Zuhause geben" – das bundesweite Motto des Weltkindertags inspirierte viele der Aktivitäten auch beim Fest im Kölner Rheingarten. Bei der Eröffnung stellten sich die Politikerinnen vielen Kinderfragen – von "Hast Du zu Hause auch schon Pokemons gefunden?" über "Was machst Du, wenn Dir zu Hause langweilig ist?" bis zu "Lädst Du zu Hause auch so gerne Freunde ein?".

Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, gab zu, dass sie das Playstationspielen ihrem Sohn überlässt und ihr Lieblings-Zuhause-Essen Sauerbraten ist. Der neunjährige Luca hat Schildkröten zu Hause - Oberbürgermeisterin Henriette Reker nicht. Sie könnte sich aber einen Hund für ihre Wohnung vorstellen, die – genauso wie das Haus der sechsjährigen Lily -, "nicht groß und nicht klein" ist.

UNICEF nahm das Motto des Weltkindertags zum Anlass, die Rechte von Flüchtlingskindern nach vorne zu stellen. "Das Recht auf ein gutes Zuhause gilt für alle Kinder in Deutschland", sagte Anne Lütkes, Vorstand von UNICEF Deutschland. "Aber Kinder, die vor Krieg und Gewalt nach Deutschland geflohen sind, brauchen uns besonders und wir sollten alles tun, damit sie sich zuhause fühlen können."

Rund 50 Millionen Mädchen und Jungen wachsen aktuell in der Fremde auf – oft ohne Chance auf gute Versorgung oder Schulbesuch.

Rucksäcke packen am UNICEF-Stand

Weltkindertag 2016: Politiker und Mitarbeiter am UNICEF-Stand

Viel Trubel am UNICEF-Stand (v.l.n.r): Fahimeh Farsaie, Mirjam Brose, Kimberly Colegrove, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Simon Risse (9), Oberbürgermeisterin Henriette Reker, UNICEF-Vorstandsmitglied Anne Lütkes
© UNICEF/DT2016-48879/Hyou Vielz

Am UNICEF-Stand halfen viele Ehrenamtliche mit, genau diese Kinderrechte mit Leben zu füllen. Sie luden die Weltkindertag-Fest-Besucher ein, auf Zettel zu schreiben, was „Kindheit“ für sie bedeutet. Zum Thema Flucht konnten die Passanten Rucksäcke mit Dingen packen, die ihnen wichtig sind und sich über die UNICEF-Arbeit für Kinder in Syrien oder Jordanien informieren. Die zehnjährige Marie hatte schon einmal ein Flüchtlingskind in ihrer Klasse. Sie findet es „gruselig“, wenn Mädchen und Jungen keinen Ort für Ruhe haben und hatte ihren Eltern schon vorgeschlagen, ein Kind aus Syrien oder Afghanistan bei sich aufzunehmen.

Kinderrechte im Alltag

Weltkindertag 2016: UNICEF-Komiteemitglied Wolfgang Schmitz

"Auf dem Weltkindertagsfest bekommen die Kinderrechte jedes Jahr ein Ausrufezeichen", sagte UNICEF-Komiteemitglied Wolfgang Schmitz auf dem Weltkindertag-Fest in Köln. 
© UNICEF/DT2016-48888/Hyou Vielz

Das Kölner Weltkindertag-Fest fand 2016 zum 25. Mal statt – es wurde kurz nach Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention 1989 gegründet. Wolfgang Schmitz ist vom ersten Tag an dabei: „Das Weltkindertag-Fest ist eine Chance, die Kinderrechte immer wieder mit einem Ausrufezeichen zu versehen“, so der ehemalige WDR-Hörfunkdirektor, der auch UNICEF-Komiteemitglied ist. „Gerade für Flüchtlingskinder ist der Weg noch weit.“

UNICEF hat deshalb Mindeststandards für Unterkünfte mit entwickelt, die nun bundesweit umgesetzt werden müssen. Sie tragen konkret dazu bei, dass Kinder ein schützendes und unterstützendes Umfeld haben – ein Zuhause, das diesen Namen auch verdient. 

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