FÜR JUGENDLICHE: TROTZ KONTAKTVERBOT WEGEN CORONAVIRUS – ZUVERSICHTLICH BLEIBEN!
Freitag, 27. März 2020, 10:13 Uhr
von Yvonne Laudien | 1 Kommentar

SECHS STRATEGIEN FÜR JUGENDLICHE, MIT DEM VORÜBERGEHENDEN KONTAKTVERBOT UMZUGEHEN

Keine Frage: Es ist nicht einfach, ein Teenager zu sein. Noch schwieriger ist: Ein Teenager zu Zeiten der Coronavirus-Pandemie zu sein. Durch Schulschließung, abgesagte Veranstaltungen und Kontaktverbot verpassen viele Jugendliche Moment und Chancen, die ihnen jetzt wichtig sind. Zudem fehlen tägliche Routinen, wie der Schulunterricht oder das Quatschen mit Freunden.

Isoliert, enttäuscht und vielleicht beunruhigt – Jugendliche, die sich jetzt so fühlen, sollten wissen: Du bist nicht allein! Hier haben wir für euch sechs hilfreiche Strategien für Jugendliche zum Thema Achtsamkeit und psychische Gesundheit von der Expertin für Jugendpsychologie, Bestseller-Autorin und New-York-Times Kolumnisten Dr. Lisa Damour.

Ein Mädchen lernt online.

Zu Zeiten von Corona alles von zu Hause und alles digital: Freunden treffen, Schulunterricht, Hobbies.
© UNICEF/UN0140097/Humphries

1. Deine Sorgen sind völlig normal

Du bist nicht die oder der einzige, den Schulschließungen und alarmierende Schlagzeilen beunruhigen. Angst ist etwas ganz Normales. Und sogar total wichtig. Denn Psychologen haben schon lange erkannt: "Angst ist eine normale und gesunde Reaktion, die uns vor Gefahren warnt und uns hilft, Maßnahmen zu ergreifen, damit wir uns schützen", sagt Dr. Damour. "Angst hilft dir Entscheidungen zu treffen, die du gerade treffen musst – zum Beispiel sich nicht mit vielen Freunden oder in großen Gruppen zu treffen, die Hände richtig zu waschen und nicht mit ungewaschenen Händen ins Gesicht zu fassen." Diese Gefühle helfen nicht nur dabei dich selbst zu schützen, sondern auch andere.

Sämtliche Sorgen rund um COVID-19 sind also total verständlich. Achte darauf, dass du dich über zuverlässige Quellen informierst (wie UNICEF, WHO oder in Deutschland: Robert-Koch-Institut und Bundesgesundheitsministerium) und mach auch mal eine Pause vom Lesen all der Schlagzeilen und Eilmeldungen.

Machst du dir Sorgen, dass du Symptome hast? Dann sprich mit deinen Eltern darüber. Denke daran: Die Krankheit COVID-19 verläuft meistens mild – vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen. Außerdem: Viele der Symptome, die durch das Coronavirus entstehen können, können behandelt werden. Lass deine Eltern oder eine Person, der du vertraust, wissen, wenn es dir nicht gut geht oder wenn du dir wegen des Virus Sorgen machst. Dann können sie dir helfen.

Um uns und andere zu schützen gibt es viele wirksame Dinge, die wir tun können: Wasch dir häufig und richtig die Hände, versuche dir mit ungewaschenen Händen nicht ins Gesicht zu fassen und triff dich in der nächsten Zeit nicht mit anderen Personen.

» Tipps zum richtigen Händewaschen findest du hier.

2. Lenke dich ab

In schwierigen Situationen hilft es, Probleme in zwei Kategorien zu unterteilen: Was sind Dinge, gegen die ich etwas tun kann? Und was sind Dinge, gegen die ich nichts tun kann?

Gerade gibt es sicher vieles, was eher unter die zweite Kategorie fällt. Eine Sache, die dann immer hilft, ist Ablenkung. Ablenkung und Balance im Alltag findest du, indem du zum Beispiel Hausaufgaben machst, deinen Lieblingsfilm schaust oder ein gutes Buch liest.

3. Bleibe mit deinen Freunden in Kontakt

Soziale Kontakte zu vermeiden bedeutet nicht, sie aufzugeben. Es gibt viele alternative Wege, sich in diesen Zeiten mit Freunden auszutauschen – zum Beispiel über die sozialen Medien. Werde kreativ: Vielleicht möchtest du an den zahlreichen Instagram-Challenges, wie der #oldpicturechallenge oder der #coronaoutfitchallenge teilnehmen. Sei kreativ und finde andere Wege, dich online mit deinen Freunden auszutauschen.

Versuche aber nicht den ganzen Tag vorm Bildschirm und in den Sozialen Medien zu hängen. Das ist nicht gesund und kann deine Ängste und Langeweile nur verstärken. Konzentriere dich dafür stärker auf dich selbst:

Ein Mädchen dehnt sich in einem Park in Beijing/China.

Bleib positiv: Was tust du mit deiner neu-gewonnenen Zeit?
© UNICEF/UNI304651/Ma

4. Konzentriere dich auf dich selbst

Wolltest du schon immer mal etwas Neues lernen, ein neues Buch anfangen oder mit deinem Musikinstrument üben? Jetzt ist die Zeit dafür! Konzentriere dich auf dich selbst und nutze deine gewonnene Zeit produktiv. So kümmerst du dich gleichzeitig um deine Psyche. "Ich zum Beispiel habe eine Liste geschrieben mit allen Büchern, die ich lesen möchte", sagt Dr. Damour.

5. Hör in dich rein

Freunde treffen, Hobbies, Sportturniere – das alles zu verpassen ist unglaublich frustrierend. "Das sind große Verluste. Sie sind wirklich ärgerlich, und das vor allem für Jugendliche", sagt Dr. Damour. Was ist der beste Weg, mit diesen Enttäuschungen umzugehen? Ignoriere deine Gefühle nicht! "Wenn man Gefühle hat, die schmerzen, muss man sich diesen Gefühlen stellen. Du darfst traurig sein! Und wenn du es zulässt traurig zu sein, dann wirst du dich schneller besser fühlen."

Gefühle zu verarbeiten, das sieht für jeden anders aus. Manche Jugendliche machen Kunst, andere Jugendliche möchten mit ihren Freunden reden, um den eigenen Kummer zu teilen und sich so in dieser Zeit miteinander verbundener zu fühlen. Wiederum andere Jugendliche möchten selbst aktiv werden, sich sozial engagieren und zum Beispiel für die Großeltern oder andere Personen Besorgungen erledigen. Wichtig ist, dass du das tust, was sich für dich richtig anfühlt.

Du brauchst Hilfe oder jemanden, mit dem du reden kannst? Dann kannst du kostenlos bei der "Nummer gegen Kummer" anrufen. 

6. Sei freundlich zu dir und anderen

Manche Kinder und Teenager werden in der Schule oder in den Sozialen Medien wegen des Coronavirus beschimpft und gemobbt. "Der beste Weg gegen Mobbing vorzugehen, ist es, die Unbeteiligten zu mobilisieren", sagt Dr. Damour. Kinder und Jugendliche, die zur Zielscheibe werden, müssen mit ihren Unterdrückern nicht allein fertig werden. Zusammenhalt und Teamgeist sind hier der Schlüssel.

Wenn du mitbekommst, dass ein Freund oder eine Freundin beschimpft oder gemobbt wird, frag ihn oder sie, ob du helfen kannst. Wenn wir nichts tun, können sich betroffene Personen allein gelassen fühlen. Deine Worte können etwas bewirken!

Denk daran: Mehr denn je müssen wir jetzt darauf achten, was wir teilen, sagen oder schreiben, damit wir andere nicht verletzen. 

Hilfreiche Links

Du hast niemandem, mit dem du reden kannst und brauchst Hilfe? Ruf bei der "Nummer gegen Kummer" an. Dort kann dir geholfen werden!

Vielleicht interessieren dich auch unsere Bastel-, Mal- und Spieletipps gegen Langeweile zuhause.

Hast du weitere Tipps oder Anregungen, wie wir in dieser Situation zuversichtlich bleiben können? Dann teile das gerne mit uns unten in einem Kommentar!

Ein Junge überreicht einem Mädchen eine Blume.

Gerade jetzt, wo wir voneinander Abstand halten sollen, sollten wir mehr zusammenhalten.
© UNICEF/UN0322287/Masri

*Diesen Blogbeitrag haben wir für Sie aus dem Englischen übersetzt. Das Interview und der Artikel stammen von Mandy Rich, Digital Content Redakteurin, UNICEF.

KOMMENTARE

  • 02. April 2020 10:32 Uhr

    Ich finde diesen Artikel Schwachsinn, da ich nicht immer nur auf die anderen acht geben kann, ich bin selbst auch eine Person. Und die Sozialen Medien ist meine einzige Verbindung zur aussen Welt.

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