FOTOREIHE: SO SIEHT KINDHEIT WÄHREND DER CORONAVIRUS-PANDEMIE AUS
Mittwoch, 29. April 2020, 10:35 Uhr
von Yvonne Laudien | 0 Kommentare

Kontaktverbote, Schulschließungen, Ausgangssperren von Deutschland über Äthiopien bis nach Indonesien: Corona stellt das Leben von Kindern und Jugendlichen auf den Kopf. Wie leben Mädchen und Jungen der Welt mit dieser zusätzlichen Herausforderung? 

Unsere Fotostrecke zeigt die Verletzlichkeit, aber auch das Engagement und die Widerstandskraft von Kindern und Jugendlichen zu Zeiten einer Pandemie, die die Welt in Atem hält.

Kindheit in der Isolation

Elfenbeinküste: Die kleine Christelle schaut sich die Schutzmaske ihrer Mutter an. 

© UNICEF/UNI316644/Frank Dejongh 

Selbst die Kleinsten merken: Mit Corona, da ist auf einmal alles anders. Das denkt sich wohl auch die drei Monate alte Christelle von der Elfenbeinküste. Ihre Mutter mit einem Mundschutz zu sehen, ist ein ungewohnter Anblick.

USA: Kinder hinterlassen Nachbarschaftsgrüße auf der Straße. 

© UNICEF/UNI314253/Mager 

In Ohio in den USA spielen Kinder nicht wie gewohnt zusammen auf der Straße. Stattdessen hinterlassen sie sich Kreide-Botschaften in den Hauseinfahrten: „Hallo Nachbar! Alles wird gut. Ich hab dich lieb. Deine Ana.”

Panama: Mila (10) spielt alleine auf ihrem Hof Basketball. 

 © UNICEF/UNI322370/Schverdfinger 

Wer noch draußen spielt, tut dies meist mit Geschwistern oder eben alleine. So wie Mila (11) aus Gamboa/Panama. Wie viele Kinder nimmt sie am Schulunterricht online von zu Hause aus teil. Sie vermisst es in die Schule zu gehen. Aber noch schwerer fällt es ihr, nicht zusammen mit ihren Freunden spielen zu können.

USA: Lukas (8) spielt auf dem Sofa mit seinen Kuscheltieren. 

© UNICEF/UNI313390/McIlwaine 

Auch Luka (8) aus Connecticut, USA, muss sich während der Covid-19-Pandemie mit seinen Kuscheltieren als Spielkameraden begnügen. Luka bekommt wie Mila zuhause Online-Unterricht und kann sich erstmal nicht mit seinen Freunden treffen. Aber er hat Glück: Im Gegensatz zur Situation bei vielen anderen Kindern können seine Eltern von zu Hause arbeiten. Sie unterstützen ihn: bei den Schulaufgaben und im ungewöhnlichen Corona-Alltag.

Es gibt aber auch Kinder, die die aktuelle Situation besonders hart trifft. Denn nicht jeder hat gerade das Glück, Rückhalt und Harmonie in der Familie zu erleben.

Bosnien und Herzegowina: Nera schaut aus dem Fenster 

 © UNICEF/UNI320512/Calkic 

Vor allem bei Mädchen und Jungen, die in schwierigen familiären Verhältnissen leben, wächst die Gefahr von häuslicher Gewalt. Diese Kinder können ihren Familien gerade nicht entfliehen. Sie können auch keine Unterstützung bei Freunden und anderen Vertrauenspersonen suchen. Deswegen sind sie besonderem Stress und Ängsten ausgesetzt. Wir dürfen sie nicht vergessen!

Äthiopien: Berhan (17) im Vorgarten der Civil Service University in Addis Ababa. 

 © UNICEF/UNI320576/Tesfaye 

Berhan (17) wäre gerade gern bei seiner Familie. Vor Corona hat er seine Familie und sein Heimatland Äthiopien verlassen, um einen Job im Ausland zu finden. Seine Reise war voller Gefahren und einen Job fand er nicht. Jetzt ist er, wie viele andere, in sein Heimatland zurückgeschickt worden und muss vierzehn Tage in Quarantäne verbringen – wegen Corona. Dabei will Berhan jetzt gerade nur noch zurück zu seiner Familie. Und dort will er auch in Zukunft bleiben, um einen Job in seinem Land zu finden, sagt er.

Junge Power gegen Corona

Die aktuelle ungewöhnliche Situation motiviert einige Jungen und Mädchen, sich im Kampf gegen das Coronavirus zu engagieren. So wie diese Jugendlichen von der Elfenbeinküste.

Elfenbeinküste: Jugendliche der Initiative U-Report springen lachend in die Luft. 

 © UNICEF/UNI321594/El-Dalil 

Sobald der erste Corona-Fall in einem afrikanischen Land bekannt wurde, sind sie aktiv geworden: Jugendliche des von UNICEF initiierten sozialen Netzwerks U-Report. Ihr Ziel: Mithilfe der sozialen Medien über das Coronavirus aufklären, damit sich so viele Menschen wie möglich schützen können.

USA: Selbstportrait zur Gefühlswelt der 16-jährigen Sophia. 

© UNICEF/UNI315905/@_girl_from_pluto 

Geballte Kreativität kommt auch von einer Gruppe von 15 Mädchen und Jungen aus Dänemark, Indien, Kanada und den USA. Wie Sophia (16) dokumentieren sie durch eigene professionelle Fotografien ihr Leben zu Zeiten der Covid-19-Pandemie und fordern andere Jugendliche auf: Redet über eure Gefühle. Weitere Projekte gibt es hier.

Junge Händewasch-Experten in Nigeria und der Welt

Was ist eine günstige, einfache und wichtige Methode, die Verbreitung eines Virus zu verhindern? Genau: das häufige Händewaschen mit Seife und fließendem Wasser. Schülerinnen und Schüler der Urie Grundschule in Nigeria wissen das und haben einen "Umweltgesundheits-Club" gegründet.

Nigeria: Ovuoke (13) und Mark (12) zeigen wichtige Hygienetipps. 

 © UNICEF/UNI319571/Owoicho 

Ovuoke (13) und Mark (12) sind richtige Handwasch-Experten. Sie besuchen ihre ganze Gemeinde und verbreiten wichtige Hygienetipps.

Auch Kinder im Krieg in Syrien müssen sich vor dem Coronavirus schützen. Aber für sie ist es besonders schwer.          

Syrien: Mohammad (11) liest die Covid-19-Informationen auf seinem Brotbeutel. 

 © UNICEF/UNI317783/ 

Händewaschen und Abstand halten: Wie man sich vor Covid-19 schützen kann, liest Mohammad (11) aus Aleppo auf Plakaten und Stickern überall in der Stadt. Einen Aufkleber zur Corona-Prävention hat er sogar auf seinem Brotbeutel entdeckt. Es ist wichtig, dass diese Informationen alle erreichen. Jedes Mädchen, jeder Junge, jede Familie – egal wo - sollten wissen, wie sie sich gerade vor dem Coronavirus schützen können.        

Herausforderung Händewaschen 

Abstand halten und Händewaschen – klingt einfach. Aber für viele Kinder auf der Welt ist das eine riesige Herausforderung. In einigen Regionen ist es nicht leicht, fließendes Wasser oder Seife zu finden.

Malawi: Esther bringt ihrem Sohn Isaac das Händewaschen bei. 

© UNICEF/UNI317783/ 

So auch hier in Malawi, wo Esther ihrem Enkel Isaac das Händewaschen mit einem selbstgebauten Wasserhahn beibringt.

Südsudan: Ruat (10) testet mit seiner Mutter eine Handwaschstation. 

 © UNICEF/UNI322235/Ryeng 

Oder hier im Südsudan - an einem Ort des Schutzes für Zivilbevölkerung, wo Ruat (10) vor seinem Zuhause mit seiner Mutter eine Handwasch-Station ausprobiert.

Griechenland: Kinder eines Flüchtlingslagers füllen ihre Wasserkanister auf. 

© UNICEF/UNI312755/Romenzi 

Selbst in Europa – etwa in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln – können Kinder und ihre Familien von einem eigenen Wasserhahn nur träumen.

Weltweit gemeinsam einsam

Mit Corona ist nicht zu spaßen. Das wissen und spüren Mädchen und Jungen überall auf der Welt. Die junge Generation lehrt uns gerade aber auch flexibel und kreativ zu sein und sich auf die schönen Dinge zu konzentrieren. So wie dieses Vater und Tochter-Gespann aus Kairo/Ägypten, das viel Spaß beim Ausprobieren eines neuen Smoothie-Rezeptes hat.

Ägypten: Vater und Tochter mixen in der Küche einen Smoothie. 

 © UNICEF/UNI321594/El-Dalil 

Oder die Schwestern Feli (5) und Kimy (6) aus Jakarta/Indonesien, die hier zusammen spielen. „Ich vermisse meine Freunde“, sagt Kimy. „Aber es ist schön meine Eltern den ganzen Tag zu sehen. Ich liebe es mit meinem Vater und meiner Schwester arabische Wörter zu lernen.“

Indonesien: Zwei Schwestern umarmen sich beim Spielen. 

 © UNICEF/UNI319332/Veska 

Fast jede Familie ist derzeit Stress ausgesetzt. Kinderbetreuung und Arbeit unter einen Hut zu bringen, das ist nicht leicht. Mithilfe von familiärem Rückhalt und digitalem Lernen werden viele Kinder gerade die Möglichkeit haben, ihre Potenziale weiter zu entfalten und gestärkt aus dieser Situation herausgehen. Viel zu viele Mädchen und Jungen werden dieses Glück nicht haben. Neben unseren persönlichen alltäglichen Herausforderungen sollten wir diese Kinder jetzt nicht vergessen!

Mali: Mady (6) und Harouna (2) mit ihren Eltern 

 © UNICEF/UNI322394/Camara 

Wir sitzen gerade alle in einem Boot - sind gemeinsam einsam. Und sollten uns gegenseitig unterstützen, damit wir die Krise gemeinsam bewältigen können. Denn nur gemeinsam sind wir stark. Viele Kinder und Jugendliche haben das schon längst verstanden.

Sie können mithelfen!

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