© UNICEF/UNI308269/Schermbrucker

Fotoreportagen

So treffen die Folgen des Klimawandels fast jedes Kind auf der Welt – schon heute!

Naturkatastrophen und andere Folgen des Klimawandels haben verheerende Auswirkungen auf das Leben und die Zukunft aller Kinder. Sie sind schon heute sicht- und spürbar, wie diese Fotos zeigen.

Mittwoch, 18.05.2022, 10:05 Uhr

von Esther Addo  •  1 Kommentar

2020 war das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen. Der Kohlendioxidgehalt in der Luft ist der höchste seit mindestens 3,5 Millionen Jahren. In vielen Teilen der Welt spüren die Menschen die Auswirkungen des Klimawandels – schwere Dürren und Überflutungen, Luftverschmutzung und Wasserknappheit sorgen für Mangelernährung und Krankheiten bei den Kindern in diesen Regionen. Fast jedes Kind auf der Welt ist von mindestens einer dieser Folgen des Klimawandels betroffen – und wenn nicht jetzt gehandelt wird, wird die Zahl steigen.

Das Leben von schätzungsweise einer Milliarde Kinder ist stark bedroht von den Auswirkungen der Klimakrise.

Diese Kinder sind gleich mehreren Klimafolgen ausgesetzt und leben meist in Regionen, in denen sauberes Wasser knapp ist, es keine ausreichenden Sanitäranlagen gibt und das Gesundheitssystem nicht für alle sorgen kann. Sie wachsen in einer immer gefährlicheren Welt auf: Die Umweltkrise bedroht ihre Gesundheit, Ernährung, Bildung, Entwicklung und ihre Zukunft.

Frauen tragen bunte Eimer auf ihren Köpfen.

In Gwembe Valley, Sambia, gehen Frauen und Kinder weite Wege, um Wasser aus einer Quelle zu holen. Seit 2018 ist die Region von einer schweren Dürre betroffen – 2,3 Millionen Menschen in Sambia droht eine Hungersnot.

© UNICEF/UNI308269/Schermbrucker

Die Zahlen und Aussagen sind erschütternd. Gleichzeitig sind sie mitunter schwer greifbar. Bilder sagen mehr als tausend Worte. Deshalb haben wir in dieser Fotoreportage Bilder aus aller Welt gesammelt, die zeigen, welche ganz konkreten Folgen der Klimawandel heute schon für Kinder hat.

Afghanistan: Luftverschmutzung gefährdet Kinder

Eine Mutter läuft mit ihrer Tochter durch die verschneiten Straßen von Kabul.

Eine Mutter läuft mit ihrer Tochter durch die verschneiten Straßen von Kabul – die Luft ist an diesem Morgen besonders verschmutzt.

© UNICEF/UNI303821/Modola

Kinder in Kabul sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, Atemwegserkrankungen zu erleiden, da hier vermehrt fossile Brennstoffe zum Einsatz kommen. Lungenentzündungen sind weltweit die häufigste Todesursache unter Kleinkindern – vor allen Dingen in den ärmsten Ländern der Welt.  

Bangladesch: Gefährliche Krankheiten durch Umweltverschmutzung

Kinder fahren Fahrrad auf einer stark verschmutzten Straße in Dhaka, Bangladesch.

Kinder fahren Fahrrad auf einer stark verschmutzten Straße in Dhaka, Bangladesch.

© UNICEF/UN0400938/Haque

UNICEF hat sich mit jungen Klimaaktivist*innen zusammengeschlossen, um Aufmerksamkeit zu wecken für die Dringlichkeit, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. 300 „Kinderparlamentarier*innen“ aus ganz Bangladesch debattierten mit ihren gewählten Repräsentant*innen über Klimaprobleme, Strategien und Maßnahmen. Im Rahmen des „Kinder-Klimagipfels“, der im Vorfeld des Weltkindertages am 20. November 2020 stattfand, wurden eine Million Kinder in Bangladesch zum Thema Klimawandel befragt und konnten ihre Ideen äußern, wie sie ihre Zukunft schützen können.

Kambodscha: Schwere Überschwemmungen

Ein Mann und sein Sohn durchwaten eine überflutete Straße am Rande von Phnom Penh in Kambodscha

Ein Mann und sein Sohn durchwaten eine überflutete Straße am Rande von Phnom Penh in Kambodscha.

© UNICEF/Sothy/AFP

2020 ist Kambodscha von den schwersten Überschwemmungen seit fast zehn Jahren getroffen worden. Die Lebensgrundlage von 900.000 Menschen wurde beeinträchtigt, Schulen geschlossen. Das Risiko für durch Wasser übertragene Krankheiten ist in den betroffenen Gemeinden gestiegen und Nahrungsmittel könnten knapp werden.

UNICEF hat die Regierung dabei unterstützt, einen Aktionsplan nach der Flut zu entwickeln. Zudem hat UNICEF 250.000 Menschen in den betroffenen Gebieten mit sauberem Wasser, Hygiene- und Erste-Hilfe-Sets sowie Schulbüchern für die Kinder versorgt.  

Elfenbeinküste: Gefahren durch Plastikmüll

Ki Mariam zeigt einen großen Müllsack.

Ki Mariam, 31 Jahre alt, ist Müllsammlerin in Abidjan in der Elfenbeinküste.

© UNICEF/UN0452647/Dejongh

In den nächsten 30 Jahren könnte weltweit vier Mal so viel Plastik produziert werden wie jemals zuvor. Wenn kein Weg gefunden wird, mit dem Plastikmüll umzugehen, hat das weitreichende Folgen für die Menschen, vor allen Dingen in armen Regionen der Welt: Durch Wasserverschmutzung wird der Zugang zu sauberem Wasser bedroht, die Luftverschmutzung steigt aufgrund der offenen Verbrennung des Mülls und auch Gesundheitsrisiken steigen.

Mariam verkauft die gesammelten Plastikteile an ein Partnerunternehmen von UNICEF, Conceptos Plasticos. Dieses Start-Up-Unternehmen stellt aus Plastikmüll Baumaterial für neue Schulen her. Die Plastikbausteine bestehen zu hundert Prozent aus Plastik und sind günstig, langlebig und einfach zu verarbeiten.

Demokratische Republik Kongo: Überflutete Dörfer und Felder

Kongo: Kinder stehen nach einer Überschwemmung auf einem mit Schlamm verdreckten Platz ihrer Grundschule.

Grundschulkinder spielen in dem Schlamm, den heftige Regenfälle und ein überlaufender Fluss mit sich gebracht hatten.

© UNICEF/UN0368584/Desjardins

Nach starken Regenfällen trat der Fluss Mutahyo in der Demokratischen Republik Kongo 2020 über die Ufer und überflutete zahlreiche Dörfer und Felder. 80 Prozent der Felder im Masis-Gebiet wurden beschädigt oder komplett zerstört, Vieh und Nahrungsmittelvorräte wurden weggespült.

Lehrkräfte und Eltern in der Region waren besorgt, dass die Kinder das Schuljahr nicht beginnen können. UNICEF hat die Regierung unterstützt, 3,6 Millionen Kindern einen sicheren Start in die Schule zu ermöglichen – indem die Wasserversorgung und Möglichkeiten zum Händewaschen wiederhergestellt und Hygienematerial verteilt wurden.

Fiji: Wirbelsturm zerstörte Schulen

Vier Kinder stehen in der zerstörten Bücherei ihrer Schule.

Ame, Paula, Ratu Luke und Semi Nataba stehen in der zerstörten Bücherei ihrer Schule. Im Januar 2021 wurde Fiji von dem Zyklon Yasa getroffen.  

© UNICEF/UN0396379/Stephen/Infinity Images

Der Wirbelsturm der Kategorie fünf bedrohte 850.000 Menschen in Fiji. Als der Sturm auf Land traf, war UNICEF vor Ort, um die Menschen mit Notunterkünften, grundlegenden Hilfsgütern und Lernmaterial für die Kinder zu unterstützen. Die Kinder sollten so schnell wie möglich zu einer Art Normalität zurückfinden.

Guatemala: Verschmutztes Trinkwasser nach Tropenstürmen

Eine Familie steht in ihrem zerstörten Zuhause.

Sonia Magaly Pa und ihre beiden Kinder Hernan, 13, und Dafne, 7, betrachten den Schaden, den die Wirbelstürme Eta und Iota hinterlassen haben, nachdem sie 2020 über Guatemala hinwegzogen.

© UNICEF/UN0370054/Mussapp

Die Familie von Sonia hat ihr Haus und fast ihr komplettes Hab und Gut verloren und musste in eine Notunterkunft ziehen.

Die Stürme Eta und Iota lösten Erdrutsche und Überflutungen aus, die fast 1,9 Millionen Menschen betrafen. Inmitten der Covid-19-Pandemie stellte der eingeschränkte Zugang zu sauberem Wasser ein weiteres Risiko dar. Daher hat UNICEF Hygienesets verteilt, in denen Wasserkanister, Seife und Wasserreinigungstabletten enthalten waren. Des Weiteren versorgten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Menschen mit Wassertanks und testeten die Wasserqualität in den betroffenen Gemeinden.

Mosambik: Stürme und Regenfälle

Eine Mutter läuft mit ihrem Kind über ein überschwemmtes Feld.

In einem überschwemmten Gebiet in Mosambik trägt eine Frau ihr Baby zu einem Auffangzentrum, in dem Familien vor dem tropischen Wirbelsturm Eloise Zuflucht suchen.

© UNICEF/UN0407024/Franco

Der Sturm Eloise zog im Januar 2021 mit starkem Wind und heftigen Regenfällen über Mosambik hinweg. Überflutungen waren die Folge. Felder und Infrastrukturen sowie Tausende Häuser und Hütten wurden zerstört. Die Familien kämpften noch immer mit den Folgen des Zyklon Idai, der weniger als zwei Jahre zuvor für verheerende Zustände gesorgt hatte. Viele verloren damals alles. Die Kleidung, die sie trugen, war alles, was ihnen noch geblieben ist.

Schon im Vorfeld von Eloise waren UNICEF-Nothilfeteams vor Ort und haben medizinische Hilfsgüter, Hygienekits und Zelte für die Familien vorbereitet, die vor dem Sturm fliehen mussten. Im Falle von Überschwemmungen ist das Risiko von Durchfallerkrankungen und einem Ausbruch der Cholera besonders hoch. Daher hat UNICEF mit der Regierung zusammengearbeitet, um die betroffenen Gemeinden mit sauberem Wasser zu versorgen.

Südsudan: Flucht vor Überschwemmungen

UNICEF Mitarbeiter stehen in einem Flussbett.

UNICEF-Mitarbeiter bereiten Wasserkanister zur Aufbereitung von sauberem Trinkwasser und andere Nothilfsgüter für die Verteilung an die Menschen vor, die am Fluss Pibor im Südsudan leben. Dieser ist über die Ufer getreten und bedroht zahlreiche Dörfer.

© UNICEF/UNI375691/Ryeng

2020 kam es zu starken saisonalen Regenfällen und Überschwemmungen in mehreren Regionen im Südsudan. UNICEF sorgt vor Ort für sauberes Wasser und Sanitäranlagen und unterstützt die Menschen mit Nahrungsmitteln und Impfungen. Außerdem vereint UNICEF Kinder mit ihren Familien, wenn sie auf der Flucht vor den Überschwemmungen voneinander getrennt wurden.

Simbabwe: Zyklon und Dürre

Kinder auf dem Weg zwischen Maisfeldern in Simbabwe.

Kinder auf dem Weg zwischen Maisfeldern in Simbabwe.

© UNICEF/UNI296501/Prinsloo

Der Osten Simbabwes wurde 2019 von dem Zyklon Idai und direkt danach, in 2020, von einer schweren Dürre getroffen. Die Dürre hat zu einem Mangel an Nahrungsmitteln geführt. Schätzungsweise 1,1 Millionen Frauen und Kinder waren auf humanitäre Hilfe angewiesen, und 98.000 Kinder unter fünf Jahren benötigten sofortige lebensrettende Unterstützung mit Nahrungsmitteln. UNICEF hat Nahrungsergänzungsmittel für 650.000 Kinder und Frauen bereitgestellt, die von Mangelernährung gefährdet waren.

UNICEFs Einsatz gegen den Klimawandel

UNICEF arbeitet weltweit daran, die Auswirkungen der Klimakrise auf Kinder und ihre Familien zu verringern und ihre Widerstandskraft zu stärken. Wir fördern innovative Ideen, die Klimaresilienz, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung miteinander verbinden, und setzen uns dafür ein, dass junge Menschen Teil der Lösung für die Klimakrise sind.

Trotz der Covid-19-Pandemie hat UNICEF 2020 die Regierungen in 74 Ländern dabei unterstützt, Klima- und Umweltprogramme zu entwickeln. Informationskampagnen wurden in 106 Ländern durchgeführt.

UNICEF hat 1.448 solarbetriebene Wasserpumpen für Familien, Schulen und Gesundheitszentren gebaut und so den CO2-Ausstoß in 41 Ländern verringert.

UNICEFs Programme im Kampf gegen Luftverschmutzung wurden in neun Ländern durchgeführt – China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Madagaskar, Mongolei, Myanmar, Serbien und Vietnam. Weitere 57 Länder wurden bei Maßnahmen gegen Luftverschmutzung sowie die Verschmutzung durch Blei und andere gefährdende Stoffe unterstützt.

*** Dieser Blogbeitrag ist im Original auf der Website von UNICEF International erschienen. Wir haben ihn für Sie übersetzt und leicht angepasst. ***

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