AUGENZEUGENBERICHT AUS MOSAMBIK: "GANZ HERZLICHEN DANK!"
Montag, 15. April 2019, 17:30 Uhr
von Laura Sandgathe | 0 Kommentare

Unser Kollege Daniel Timme ist nach Zyklon Idai in den Überschwemmungsgebieten in Mosambik im Einsatz. Per WhatsApp und E-Mail hält er uns auf dem Laufenden. Wie erlebt er als Helfer die Situation vor Ort? Wie geht es den Kindern, die er trifft? Was bewegt ihn? Hier sammeln wir seine persönlichen Eindrücke.

"Ganz herzlichen Dank!" (15. April 2019)

Einen Monat ist es nun her, dass der Wirbelsturm in Mosambik auf Land traf. Daniel Timme und die anderen UNICEF-Kollegen waren seitdem unermüdlich im Einsatz, um den betroffenen Kindern zu helfen. Ihre Arbeit ist noch lange nicht beendet. Rund drei Millionen Menschen in Mosambik, Malawi und Simbabwe brauchen nach Idai langfristig Hilfe. 

Doch dank Ihrer großzügigen Unterstützung konnten wir vor Ort auch schon viel für die Kinder tun. Daniel Timme schickt per Video ein herzliches Dankeschön an alle Spender aus Deutschland und erklärt, was UNICEF mit ihrer Hilfe bereits erreicht hat.

Endlich wieder Kinderlachen (1. April 2019)

Ein Stück Glück und Normalität nach der Katastrophe erlebt Daniel Timme in einem Kinderzentrum in Beira. "Wir freuen uns, dass wir hier auch mal wieder lachende Kinder sehen", sagt er. Dann richtet er sich mit einer Botschaft direkt an die UNICEF-Unterstützer in Deutschland:

Im Cholera-Behandlungszentrum (29. März 2019)

Daniel Timme meldet sich aus der Hafenstadt Beira, die durch den Zyklon nahezu vollständig zerstört wurde. Tagelang gab es hier kein Trinkwasser; und über das verschmutzte Wasser, das die Menschen stattdessen tranken, sind einige an der gefährlichen Durchfallkrankheit Cholera erkrankt. 

UNICEF und seine Partner tun alles, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Daniel Timme berichtet per Video aus einem Cholera-Behandlungszentrum:

Zerstörung und Hilfe in Beira (25. März 2019)

Eine Videobotschaft aus der zerstörten Hafenstadt Beira. Per Hubschrauber und mit Booten kommen dort Hilfsgüter an. Die Not ist überall in der Stadt präsent.

Paulo schreit nach seiner Mama (24. März 2019)

Auch Tage nach der Katastrophe kommen in den Notunterkünften immer noch Menschen an. Besonderes Augenmerk richten unsere Helfer auf Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden. Wie Paulo, den Daniel Timme in Beira trifft: 

"In der Samora Machel Schule haben wir ein Aufnahmezentrum für Kinder eingerichtet, die ihre Eltern verloren haben oder deren Eltern vermisst werden. Die Atmosphäre ist sehr bedrückend. Viele traurige, verstörte Blicke. Der kleine Paulo etwa kann nur seinen Namen sagen und schreit nach seiner Mama. Wir wissen nicht, woher er kommt, wie alt er ist, wo seine Eltern sind und ob sie überhaupt noch leben. Als das Rettungsteam ihn mit einem Boot auflas, war er allein."

"Im Minutentakt kommen hier Gruppen von völlig durchnässten, ausgemergelten, traumatisierten Menschen an. Sie haben außer ihrem Leben alles verloren. Unsere Kinderschutzexperten werden sich jetzt um Paulo kümmern. Erstmal hat er ein Dach über dem Kopf, Essen und ein paar Menschen um ihn herum, die ihn trösten."

Anflug auf Beira (22. März 2019)

"Unter uns nichts als Wasser": Kurz vor der Landung auf die Hafenstadt Beira schickt uns Daniel Timme eine Videobotschaft. Die Hafenstadt, in der 500.000 Menschen leben, ist weitgehend zerstört und zudem durch Überschwemmungen von der Außenwelt abgeschnitten:

Einschätzung der Lage kurz nach dem Zyklon (21. März 2019)

"In den Überschwemmungsgebieten herrschen erschütternde Zustände. Tagelang haben Menschen inmitten von Hochwasser auf Hausdächern auf Rettung ausgeharrt. Sie sind erschöpft und verzweifelt."

"Wer es geschafft hat, sucht Zuflucht in Schulen oder anderen öffentlichen Gebäuden. Die sind überfüllt, die hygienischen Verhältnisse sind katastrophal. Viele Kinder leiden an Durchfall oder haben Fieber. Die Familien haben oft alles verloren."

"Das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe steht immer noch nicht fest. Ein Gebiet von fünfzig Kilometern Breite und mehreren Hundert Kilometern Länge steht unter Wasser – wie ein Binnenmeer."

Daniel Timme, Sprecher UNICEF Mosambik

Zyklon Idai in Mosambik: UNICEF-Helfer Daniel Timme spielt mit Kindern

Die schöne Seite des Arbeitsalltags eines UNICEF-Helfers: Daniel Timme singt mit Kindern, die nach dem Zyklon in einem Kinderzentrum in Beira betreut werden.
© UNICEF/Wikus de Wet

  

Daniel Timme ist Sprecher von UNICEF in Mosambik. Er hat viele Jahre für UNICEF unter anderem in Madagaskar, der Zentralafrikanischen Republik und in Pakistan gearbeitet. Er ist 45 Jahre alt und wuchs in der Eifel auf.

In Mosambik, Malawi und Simbabwe hat der Zyklon Idai Zerstörung und Überschwemmungen verursacht. Viele Familien haben ihr Zuhause, ihre Ernte, alles verloren und sind langfristig auf Hilfe angewiesen. UNICEF geht von drei Millionen Betroffenen aus, darunter 1,5 Millionen Kinder.

Unterstützen Sie Daniel Timme und das gesamte UNICEF-Team bei seinem Einsatz für die Betroffenen des Zyklons! Gemeinsam mit Ihnen können wir den Mädchen und Jungen und ihren Familien mit einfachen Mitteln helfen. Dabei zählt jede Spende. Vielen Dank.

**In diesem Beitrag haben wir für Sie die Nachrichten gesammelt, in denen Daniel Timme uns von seinem Einsatz in Mosambik berichtet hat. Der Text wurde deshalb mehrfach aktualisiert.

** In einer früheren Version dieses Beitrages haben wir Fotos des Jungen Paulo gezeigt. Dann erhielten wir aus Mosambik die Bitte, die Bilder nicht weiter zu nutzen. Wir haben sie deshalb herausgenommen.

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