Global Compacts zu Flucht und Migration

WAS SIND DIE „GLOBAL COMPACTS“ ZU FLUCHT UND MIGRATION?

DIE WICHTIGSTEN FRAGEN UND ANTWORTEN

Gerade wird Weltpolitik gemacht, die das Leben von Millionen von Menschen betrifft und wahrscheinlich für die nächsten Jahrzehnte richtungsweisend sein wird. Aber weil das Thema so komplex ist und zum größten Teil hinter verschlossenen Türen verhandelt wird, bekommt die Öffentlichkeit kaum etwas davon mit.

Darum geht’s bei den Global Compacts:

2016 haben sich die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf dem UN-Gipfel zu Flucht und Migration in ihrer New Yorker Erklärung darauf geeinigt, bis Ende 2018 zwei globale Rahmenwerke („Global Compacts“) zu erarbeiten: den Global Compact für sichere, geordnete und reguläre Migration („Migration Compact“) und den Global Compact zu Flüchtlingen („Refugee Compact“).

Aber worum geht es dabei genau und was sollen die globalen Pakte bringen?

Hier finden Sie die wichtigsten Antworten:

WAS SIND DIE „GLOBAL COMPACTS“?

  • Worum geht es?

    Im September 2016 einigten die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen sich in ihrer New Yorker Erklärung darauf, bis Ende 2018 den Weg für die Verabschiedung zweier globaler Rahmenwerke („Global Compacts“) zu ebnen, um die Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf große Flucht- und Migrationsbewegungen zu verbessern:

    • Den „Refugee Compact“ für ein verbessertes globales Engagement für geflüchtete Menschen
    • Den „Migration Compact“ für eine sichere, geordnete und reguläre Migration 

    Beide Rahmenwerke bieten die einmalige Chance, Kinder und Jugendliche auf der Flucht und in der Migration besser zu schützen und zu fördern.

  • Was ist der „Refugee Compact“?

    Der Refugee Compact ist ein globales Rahmenwerk, das im Jahr 2018 von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen verabschiedet werden soll, um geflüchtete Menschen besser zu schützen. 

    In ihrer New Yorker Erklärung vereinbarten die UN-Mitgliedsstaaten verschiedene Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen. Diese Maßnahmen werden als „Comprehensive Refugee Response Framework“ (CRRF) bezeichnet.

    Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) wurde damit beauftragt, zusätzlich zu diesem Rahmenplan ein Programm auszuarbeiten, das konkrete Aktionspunkte festhält, um besonders bei großen Fluchtbewegungen und in langandauernden Fluchtsituation besser zu kooperieren. Beides gemeinsam – der CRRF und das Aktionsprogramm – bilden den Refugee Compact, der bis Ende 2018 verabschiedet werden soll. 

  • Was ist der „Migration Compact“?

    Der Migration Compact stellt ein nicht-verbindliches völkerrechtliches Regelwerk dar, das Grundsätze und Handlungsempfehlungen für sichere, geordnete und reguläre Migration setzt.

    Gerade Kinder leiden häufig unter den Folgen irregulärer Migration. Für sie bedeutet Migration oft ein erschreckendes Maß an Schutzlosigkeit und Gewalt, wenn es keine sicheren und legalen Alternativen gibt.

    In Anlehnung an die UN-Kinderrechtskonvention setzt der Migration Compact einen umfassenden Rahmen, Kinder und Jugendliche im Migrationsprozess zu schützen und zu fördern.

    Viele Regierungen – so auch Deutschland – haben bereits praktikable, humane und koordinierte Lösungsansätze zum Schutz und Wohlergehen migrierter Kinder erarbeitet und setzen diese auch um. Nun geht es darum, auf den bisherigen Fortschritten aufzubauen und Kinder in der Migration überall besser zu schützen.

    Der Migration Compact soll bis zum Ende des Jahres von den UN-Mitgliedsstaaten verabschiedet werden.

EINE CHANCE FÜR KINDER

  • Was sind die Herausforderungen für geflüchtete und migrierte Kinder?

    Die UN-Kinderrechtskonvention gilt für jedes Kind – ganz gleich wo es sich gerade befindet und woher es kommt. Doch weltweit werden die Rechte von geflüchteten und migrierten Kindern immer wieder ignoriert.

    Weil es kaum sichere und reguläre Wege gibt, sind viele von ihnen gezwungen, auf gefährlichen Routen große Gefahren auf sich zu nehmen. Sie sind dabei einem erschreckenden Maß an Schutzlosigkeit und Gewalt ausgeliefert.

    Häufig bleibt ihnen nichts Anderes übrig, als sich Menschenschmugglern anzuvertrauen und auf gefährlichen Routen große Gefahren auf sich zu nehmen. Inwieweit sie in den Transit- und Zieländern geschützt werden oder Zugang zu Bildung oder Gesundheitsversorgung haben, hängt häufig vom Zufall, von ihrem Migrationsstatus und den jeweiligen politischen Gegebenheiten ab.  

  • Warum sind die „Global Compacts“ für Kinder so wichtig?

    Gemäß der UN-Kinderrechtskonvention müssen Kinder an jedem Ort und in jeder Situation geschützt und gefördert werden.

    Beide Global Compacts sind eine einmalige historische Gelegenheit, um die Rechte von geflüchteten und migrierten Kindern weltweit zu verwirklichen. Denn obwohl beide Compacts völkerrechtlich nicht bindend sein werden, stellen sie ein zentrales internationales Regelwerk dar, das Standards und Prinzipien setzt, um sie zu schützen und zu unterstützen.

    In zahlreichen Ländern und Regionen gibt es dafür bereits gute Beispiele, auf denen aufgebaut werden kann. Dazu gehören zum Beispiel Investitionen in nationale und auch grenzübergreifende Kinderschutzsysteme sowie in Aufnahmeeinrichtungen, die den Schutz von Kindern gewährleisten, die Unterstützung von Maßnahmen zur Familienzusammenführung, der Zugang zu medizinischer Hilfe und Schulen sowie die Schaffung von Alternativen zur Inhaftierung von Kindern.

  • Ist es nicht selbstverständlich, dass Kinderrechte Teil der Global Compacts sind?

    Leider nicht. Weltweit stimmen viele Menschen darüber ein, dass Millionen von Kindern unter den vielfältigen Auswirkungen und Gefahren von Flucht und Migration leiden. Trotzdem werden ihre Rechte immer wieder ignoriert.

    Als Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen ist UNICEF beauftragt, die Rechte eines jeden Kindes weltweit zu schützen und zu fördern, ganz gleich woher es kommt und wo es sich aufhält. Denn jedes Kind braucht die Chance auf eine Kindheit - frei von Diskriminierung, Gewalt und Benachteiligung. 

    Bei den Verhandlungen zu den Global Compacts hat sich UNICEF deshalb dafür eingesetzt, dass die Rechte der Kinder gemäß der UN-Kinderrechtskonvention in den neuen Rahmenwerken festgeschrieben werden.

WAS FORDERT UNICEF?

  • Unser 6-Punkte Plan

    UNICEF hat intensiv mit Regierungen und Partnerorganisationen daran gearbeitet, die Rechte von Kindern in beiden Abkommen festzuschreiben. Dabei sind sechs grundlegende kinderrechtliche Forderungen in die Global Compacts eingeflossen:

    1. Kinder auf der Flucht und in der Migration müssen vor Ausbeutung und Gewalt geschützt werden.
    2. Die Inhaftierung von Kindern aufgrund ihres Aufenthaltsstatus muss aufhören.
    3. Die Einheit der Familie muss gewahrt bleiben und jedes Kind braucht einen legalen Aufenthaltsstatus.
    4. Alle geflüchteten und migrierten Kinder müssen Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung haben.
    5. Die Ursachen für die Flucht von Kindern und Jugendlichen aus ihrer Heimat müssen adressiert werden.
    6. Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung müssen unterbunden werden.

    » Ausführliche Version des 6-Punkte Plans zum Download

  • Was sind die nächsten Schritte?

    Die Verhandlungen über beide Global Compacts wurden im Sommer 2018 abgeschlossen. Bis Ende des Jahres sollen die vorliegenden Entwürfe von den UN-Mitgliedsstaaten final verabschiedet werden. UNICEF bringt sich weiterhin aktiv ein und arbeitet mit zahlreichen Partnern daran, den weiteren Prozess und vor allem die weltweite Umsetzung der Abkommen im Sinne der Kinderrechte zu gestalten.

WAS JEDER TUN KANN

  • Und was kann ich tun?

    Wir alle können uns dafür einsetzen, dass die Rechte von geflüchteten und migrierten Kindern gewahrt werden und Deutschland sich bei den Verhandlungen der Global Compacts aktiv darum bemüht, Kinder in den Vordergrund zu stellen. Bis zu einer Verabschiedung der Pakte ist es noch ein langer Weg und jede Stimme zählt!

    Mitmachen!
    Werden Sie aktiv und unterstützen Sie unsere Kampagne #kindheitbrauchtfrieden und unsere Aktion #träumesindgrenzenlos mit Ihren Ideen und Ihrer Zeit. In unseren UNICEF-Gruppen treffen Sie auf Gleichgesinnte und finden spannende Aktionen zum Mitmachen.

    Weitersagen!
    Bitte helfen Sie mit, unseren 6-Punkte Plan bekannt zu machen und erzählen Sie Ihren Freunden davon oder teilen Sie diese Seite in Ihren sozialen Netzwerken.

    Helfen!
    Jeder Beitrag – egal wie klein oder groß – hilft, das Leben von Kindern zu verbessern und die Erde zu einem gerechteren Ort zu machen.
    » Helfen Sie jetzt


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