SUPRATIM BHATTACHARJEE, INDIEN

INDIEN: DER FLUCH DER KOHLE

Die Kohlefelder von Jharia im indischen Bundesstaat Jharkhand gehören zu den größten in ganz Asien. Auf 280 Quadratkilometern wird hier Kohle im Tagebau gewonnen. Es ist das Land der schwarzen Gesichter. Giftiges Land, denn seit über 100 Jahren steigen hier aus ungezählten unterirdischen Feuern toxische Gase auf: Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid. Luft und Trinkwasser sind verschmutzt, Asthma, Tuberkulose und Hautkrankheiten grassieren.

Trotzdem halten es Menschen hier aus, ziehen sogar auf der Suche nach Arbeit hierher. Und auch Kinder arbeiten in den offenen Minen, schleppen Steine.

Der indische Fotograf Supratim Bhattacharjee hat in den Gesichtern dieser Kinder ihr ganzes Elend eingefangen, Entsetzen, Erschöpfung, Zerstörung. Szenen, die aus einem dystopischen Film kommen könnten; Gesichter, die man nur schwer vergessen kann.

Die Eltern sind meist Analphabeten. Der Tageslohn, umgerechnet ein bis zwei US-Dollar, in den oft illegal betriebenen Minen am Rande der großen Kohlefelder ist derart gering, dass schon Vier-, Fünf-, Sechsjährige zur Mitarbeit gezwungen sind. Viele Mädchen und Jungen sind mangelernährt; zur Schule gehen sie nicht. 


Der Fotograf: Supratim Bhattacharjee, Indien

Portrait: Supratim Bhattacharjee

© Supratim Bhattacharjee

Supratim Bhattacharjee wurde 1983 in Boraipur bei Kalkutta geboren und hat für Filmproduktionen gearbeitet, bevor er Fotograf wurde. Umwelt- und Menschenrechtsthemen stehen in seinem Fokus. Aus Bangladesch und Nepal hat er berichtet, vor allem aber beschäftigt ihn die sozio-ökonomische Situation in seinem Heimatland, der er Langzeitprojekte widmet. Die Kinder von Jharia zu erleben, schreibt Bhattacharjee, hätte ihn nicht nur geschmerzt. Sie seien „ein Schock“ für ihn gewesen.

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