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Covid-19: Schulen in 23 Ländern noch nicht wieder vollständig geöffnet

Aktueller UNICEF-Bericht / Zahl der Kinder, die die Schule abbrechen, droht zu steigen

New York / Köln

Zu Beginn des dritten Jahres der Pandemie sind Schulen in 23 Ländern, in denen rund 405 Millionen Kinder im Schulalter leben, immer noch nicht vollständig geöffnet. Viele Schulkinder laufen Gefahr, nie in die Schule zurückzukehren. 

Schulkinder in Mauretanien sitzen mit Masken geschützt im Klassenzimmer.

UNICEF setzt sich dafür ein, dass Schulen nach Pandemie bedingten Schließungen wieder öffnen und Kinder dort sicher weiterlernen können.

© UNICEF/UNI370446/Pouget

Der heute veröffentlichte UNICEF-Bericht „Are children really learning“ enthält länderspezifische Daten über die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Schulschließungen auf Kinder sowie eine Analyse der Lernsituation vor Beginn der Pandemie. Laut dem Bericht haben 147 Millionen Kinder in den letzten zwei Jahren mehr als die Hälfte des Präsenzunterrichts verpasst. Dies entspricht zwei Billionen Stunden verlorenem Präsenzunterricht weltweit.

„Wenn Kinder nicht mit ihren Lehrer*innen und Gleichaltrigen interagieren können, wirkt sich dies auf ihr Lernen aus. Und wenn sie gar keine Möglichkeit mehr haben, sich direkt auszutauschen, kann dieser Lernverlust dauerhaft werden“, sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. „Durch die zunehmende Ungleichheit beim Zugang zum Lernen steigt die Gefahr, dass Bildung spaltet und nicht eint. Wenn die Welt an der Bildung der Kinder scheitert, wird uns das alle betreffen.“

Der Bericht zeigt zudem, dass viele Kinder nicht in die Schule zurückkehrt sind, nachdem ihre Schulen wieder geöffnet wurden. Beispielsweise zeigen Daten aus Liberia, dass 43 Prozent der Schülerinnen und Schüler den öffentlichen Schulen fernblieben, als diese im Dezember 2020 wieder öffneten. In Südafrika hat sich die Zahl der Kinder, die nicht zur Schule gehen, zwischen März 2020 und Juli 2021 von 250.000 auf 750.000 Schulkinder verdreifacht. Und in Malawi stieg die Schulabbruchsquote bei Mädchen in der Sekundarstufe zwischen 2020 und 2021 um 48 Prozent – von 6,4 auf 9,5 Prozent. In Kenia ergab eine Umfrage unter 4.000 Jugendlichen im Alter von 10 bis 19 Jahren, dass 16 Prozent der Mädchen und 8 Prozent der Jungen nach der Wiedereröffnung nicht zum Unterricht zurückgekehrt sind. 

Kinder, die nicht zur Schule gehen, sind besonders verletzlich und benachteiligt. Es ist weniger wahrscheinlich, dass sie die grundlegenden Kenntnisse im Lesen und Rechnen erlernen. Ohne das Sicherheitsnetz, das die Schule bietet, steigt zudem das Risiko von lebenslanger Ausbeutung, Armut und Benachteiligung.

32 Länder und Gebiete haben bereits vor Ausbruch der Pandemie ein sehr schlechtes Lernniveau aufgewiesen, welches höchstwahrscheinlich durch die Pandemie weiter verschärft wurde, so der Bericht. In den analysierten Ländern ist das Lerntempo so langsam, dass die meisten Schulkinder sieben Jahre brauchen würden, um grundlegende Kenntnisse im Lesen zu erwerben, anstatt zwei Jahre, und 11 Jahre, um grundlegende Kenntnisse im Rechnen zu erlernen. Häufig gibt es keine Garantie, dass die Schulkinder überhaupt grundlegende Kenntnisse im Lesen und Rechnen erlernen.

„Bereits vor der Pandemie wurden die am stärksten benachteiligten Kinder zurückgelassen. Wir müssen die Kinder in die Klassenzimmer bringen, ihren Lernstand ermitteln und ihnen die intensive Unterstützung zukommen lassen, die sie brauchen, um den versäumten Lernstoff nachzuholen. Und wir müssen dafür sorgen, dass das Lehrpersonal über die nötige Ausbildung und Unterrichtsmaterialien verfügt. Wir brauchen eine neue Normalität. Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass wir weniger tun können“, sagte Russell.

Service für Redaktionen

» Den vollständigen, englischsprachigen Bericht finden Sie hier.

» Kostenfreies Bild- und Videomaterial für die Berichterstattung steht hier zur Verfügung.


Christine Kahmann (UNICEF/Sebastian Bänsch)

Christine KahmannPressesprecherin - Aktuelle Themen, Nothilfe

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