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UNICEF: Todesfälle auf See verhindern

Statement von Afshan Khan, UNICEF-Sonderkoordinatorin für Flucht und Migration in Europa

“Ich bin schockiert über das Schiffsunglück vor der französischen Küste, bei dem mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen sind, darunter auch Kinder und eine schwangere Frau.
Diese Tragödie - die bisher tödlichste im Ärmelkanal – zeigt erneut, dass dringend gemeinsame Maßnahmen gefunden werden müssen, um den vermeidbaren Verlust von Menschenleben auf See zu beenden und weitere Todesfälle zu verhindern.


Seit 2014 sind in Europa mindestens 744 Menschen auf der Flucht ums Leben gekommen, fast 200 davon beim Versuch, den Ärmelkanal zu überqueren. Nimmt man die Zahl der Todesfälle im Mittelmeer seit 2014 hinzu, erhöht sich diese Zahl auf 23.000 Todesfälle, darunter unzählige Kinder. 


Viele der Kinder und Familien, die in Europa ankommen, fliehen vor Krieg und Konflikten. Andere fliehen vor Armut, Gewalt, Diskriminierung und Missbrauch, oder auf der Suche nach einer sichereren und besseren Zukunft.


UNICEF wiederholt seinen dringenden Aufruf an alle Mitgliedstaaten:

  • Such- und Rettungsaktionen auf See, einschließlich sicherer Häfen, müssen ausgeweitet werden;
  • Sichere und legale Zugangswege der Flucht und Migration müssen geschaffen werden, um geflüchtete und migrierte Kinder zu schützen und zu verhindern, dass sie Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung durch Menschenhändler und Schlepper ausgesetzt sind; 
  • Geflüchtete und asylsuchende Kinder sollten nicht in Länder zurückgeführt werden, es sei denn, es ist anhand verbindlicher Standards in einem Verfahren zur Kindeswohlermittlung festgestellt worden, dass dies dem Kindeswohl dient;
  • Die Inhaftierung von Kindern muss beendet werden und die Einheit der Familie gewahrt werden; 
  • Kinder müssen in ihren Herkunfts- und den Zielländern sowie entlang der Migrationsrouten geschützt und angemessene Aufnahmebedingungen sowie kinderfreundliche Asylverfahren müssen gewährleistet werden.

Es ist sehr besorgniserregend, wie weit wir von der Verwirklichung der Rechte von migrierten und geflüchteten Kindern entfernt sind. UNICEF steht bereit, mit Regierungen, UN-Organisationen und EU-Institutionen verstärkt zusammenzuarbeiten, um geflüchteten und migrierten Kindern dringend humanitäre Hilfe und Schutz zu bieten.


Jeder Tod eines Kindes ist einer zu viel. Wir können – und müssen – zusammenarbeiten, um jedes Kind zu schützen, das vor Konflikten, Gewalt und Armut flieht, ganz gleich wo.“
 

Christine Kahmann (UNICEF/Sebastian Bänsch)

Christine KahmannPressesprecherin - Aktuelle Themen, Nothilfe

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