Pressemitteilung

POLIO: KAMPF GEGEN KINDERLÄHMUNG IST ERFOLGSGESCHICHTE

New York/ Genf/ Köln, 23. Oktober 2015

UNICEF ZUM WELTPOLIOTAG

Zum Weltpoliotag sieht UNICEF Grund zu Optimismus: Noch nie gab es so wenige Fälle von Kinderlähmung (Polio) auf der Welt wie heute, und das Ende von Neuinfektionen ist in greifbarer Nähe. Bisher wurden für 2015 lediglich 51 Fälle offiziell registriert, das ist ein Rückgang um über 99 Prozent seit 1988 (350.000 Fälle). Gleichzeitig ruft UNICEF dazu auf, im Kampf gegen Kinderlähmung nicht nachzulassen, bis jedes Kind auf der Welt geimpft und die Krankheit damit endgültig besiegt ist.

Kampf gegen Polio: Impfungen retten Kinderleben

© UNICEF/NYHQ2015-1543/Pflanz

Nachdem dieses Jahr Nigeria nach zwölf Monaten ohne neuen Fall von der Liste der Polio-endemischen Länder gestrichen wurde, ist die hoch ansteckende Viruskrankheit nur noch in Pakistan und Afghanistan verbreitet. Einzelne Polio-Fälle in Laos, Guinea, Syrien oder der Ukraine zeigen aber auch, dass nur flächendeckender Impfschutz neue Ausbrüche verhindern kann. In der Ukraine zum Beispiel sind weniger als 14 Prozent der Kinder gegen Kinderlähmung geimpft.

„Es gibt dramatische Fortschritte bei dem Ziel, Kinderlähmung vollständig zu beenden“, sagt Peter Crowley, Leiter der Polio-Abteilung von UNICEF. „Aber – und es ist ein großes Aber – bis alle Kinder überall auf der Welt lückenlos und routinemäßig gegen Polio geimpft sind, bleibt die Bedrohung bestehen. Wir dürfen nicht nachlassen, bis es weltweit kein einziges Kind ohne Impfschutz mehr gibt.“

Kampf gegen Kinderlähmung ist Erfolgsgeschichte

Kinderlähmung, einst die Hauptursache für schwere körperliche Behinderungen bei Kindern unter fünf Jahren, hat durch Routine-Impfungen vielerorts ihren Schrecken verloren. In Indien beispielsweise wurden früher jährlich Tausende Kinder durch die Folgen der Krankheit gelähmt, inzwischen gab es dort seit vier Jahren keinen neuen Polio-Fall mehr. Seit 1988 die Globale Initiative zur Ausrottung von Polio (GPEI) gegründet wurde, konnten schätzungsweise zehn Millionen Kinder vor einer Infektion und 1,5 Millionen Kinder vor dem Tod bewahrt werden.

Die Erfolge sind den Regierungen und 20 Millionen freiwilligen Helfern auf lokaler Ebene zu verdanken sowie den Partnern und Unterstützern der Globalen Initiative – UNICEF, Weltgesundheitsorganisation, Rotary International, Bill und Melinda Gates Stiftung und Zentren zur Kontrolle und Prävention von Krankheiten. UNICEF hat allein 2014 rund 1,7 Milliarden Polio-Impfdosen in 76 Ländern zur Verfügung gestellt und von Karachi in Pakistan bis Kano in Nigeria Zehntausende Helfer – und vermehrt Helferinnen – geschult, die Bevölkerung aufzuklären, Vertrauen zu gewinnen und auch in den entlegensten und wegen Konflikten schwer zugänglichen Regionen Kinder zu impfen.

Impf-Lücke bei Polio muss geschlossen werden

Trotz der Erfolge warnt UNICEF davor, dass Kinderlähmung sich jederzeit wieder rasch ausbreiten kann. Das zeigt zum Beispiel das Wiederauftreten von Polio in Syrien 2013 und im Irak 2014, nachdem Mädchen und Jungen in Folge des Konflikts nicht mehr routinemäßig geimpft wurden. Durch breit angelegte Impfkampagnen für Millionen von Kindern ist es UNICEF und Partnern gelungen, den Ausbruch im Nahen Osten zumindest vorläufig zu stoppen. Auch in anderen Konfliktregionen mit erschwertem Zugang für Impfhelfer wie Nigeria, Jemen oder Südsudan sowie in den von Ebola betroffenen Ländern mit ihren geschwächten Gesundheitssystemen ist die Gefahr groß, dass nicht alle Kinder geimpft werden können und die Krankheit wieder auftritt.

Über Kinderlähmung und den Weltpoliotag

Kinderlähmung, auch Poliomyelitis oder Polio, befällt vor allem Kinder unter fünf Jahren. Die ansteckende Virus-Krankheit kann innerhalb von wenigen Stunden zu irreversiblen Lähmungen und in einigen Fällen zum Tod führen. Kinderlähmung ist nicht heilbar, kann aber durch einfache und kostengünstige Impfungen wirksam verhindert werden. Der Weltpoliotag soll jedes Jahr an die Gefahren von Kinderlähmung erinnern und für kontinuierliches Engagement im Einsatz gegen die Krankheit werben.

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