
Impfungen gegen Polio: Kinder vor Kinderlähmung bewahren
Das Wichtigste in Kürze:
- Poliomyelitis (Kinderlähmung) ist eine Infektionskrankheit mit schweren, oft lebensgefährlichen Folgen für Kinder.
- UNICEF stellt jedes Jahr über eine Milliarde Impfdosen gegen Polio bereit und schützt so Kinder vor der Krankheit.
- In unseren großen Impfkampagnen setzen wir Ihre Spende wirksam und transparent ein – gemeinsam im Kampf gegen Polio.
Polio: Impfungen schützen vor gefährllicher Kinderlähmung
Kinderlähmung, auch Polio oder Poliomyelitis genannt, ist eine gefährliche und hochansteckende Infektionskrankheit. Wenn ein Kind nicht geimpft ist, kann die Infektion mit Polioviren dauerhafte Lähmungen hervorrufen und im schlimmsten Fall zum Tod führen.
Zum Glück ist die Kinderlähmung heute fast besiegt: Dank großer Impfkampagnen und Aufklärung sind inzwischen fast alle Länder weltweit von Polio befreit. In den vergangenen 30 Jahren sank die Zahl der Poliofälle bei Kindern weltweit um 99,9 Prozent. In Deutschland gilt die Kinderlähmung als ausgerottet.
Das Ziel, Polio vollständig zu besiegen, ist greifbar nah. Ganz erreicht haben wir es aber noch nicht: Pakistan und Afghanistan sind die letzten beiden Länder der Welt, in denen das wilde Polio-Virus weiterhin aktiv ist und die Gesundheit der Kinder bedroht. In diesen beiden Ländern ist Polio endemisch: Das heißt, dass das Poliovirus dort ständig auftritt, weil zu wenige Kinder gegen Polio geimpft sind.
Dabei ist günstiger und wirksamer Schutz durch Impfen möglich: Schon wenige Tropfen Polio-Impfstoff verhindern die Krankheit zuverlässig. Mit Ihrer Unterstützung können wir alle Kinder weltweit vor Polio bewahren. Gemeinsam sorgen wir für Polio-Impfstoffe, sichern Kühlketten, schulen Gesundheits- und Impfhelfer*innen und informieren Familien – selbst in entlegenen Dörfern. Unser Ziel bleibt: 100 Prozent Schutz für jedes Kind!

Ein Mädchen in Afghanistan zeigt nach ihrer Polio-Schluckimpfung stolz die farbliche Markierung an ihrem kleinen Finger. Gesundheitshelfer*innen können so sofort sehen: Dieses Mädchen ist bereits geimpft.
© UNICEF/UNI995937/
So hilft UNICEF gegen Polio
UNICEF bringt jahrzehntelange Erfahrung bei Impfungen mit. Jedes Jahr beschaffen und verteilen wir weltweit über eine Milliarde Dosen Polio-Impfstoff.
Wir kaufen die Impfstoffe, sorgen für ihren sicheren Transport und stellen Kühlräume sowie Kühlboxen bereit, um die Kühlkette der Polio-Impfstoffe zu sichern. Unsere Teams schulen außerdem Gesundheitspersonal und ermöglichen so, jährlich rund 400 Millionen Kinder gegen Polio zu impfen.

Bild 1 von 5 | Dieses Mädchen hat eben per Schluckimpfung den Lebendimpfstoff gegen Polio erhalten. Als Zeichen dafür markiert eine UNICEF-Helferin ihren kleinen Finger.
© UNICEF/UNI994148/Beguel
Bild 2 von 5 | Für einen vollständigen Impfschutz gegen Polioviren braucht ein Kind drei Teilimpfungen. Hier bekommt ein Baby im Sudan einen Kombinationsimpfstoff gegen mehrere Infektionskrankheiten.
© UNICEF/UNI827425/Abdulmajid
Bild 3 von 5 | Amahani ist zwei und hat gerade im Tschad ihre zweite Polioimpfung bekommen. Der Impfstoff schützt sehr wirksam vor der hochansteckenden Poliomyelitis.
© UNICEF/UN0877015/Mahamat
Bild 4 von 5 | Die UNICEF-Kühlboxen mit Polio-Impfstoffen stehen bereit: Diese Mutter in Kamerun wartet an einer Impfstation im Freien darauf, dass ihr Baby an der Reihe ist und den lebensrettenden Schutz erhält.
© UNICEF/UNI994250/Beguel
Bild 5 von 5 | In Afghanistan bekommt die fünfjährige Ayesha aus der Provinz Kundus eine orale Polioimpfung.
© UNICEF/UNI823687/Azizi
Hintergrundinformationen Polio
Gegen Polio kann man auf zwei Arten impfen: per Spritze oder in Form einer Schluckimpfung.
Die Schluckimpfung (orale Impfung) nutzt einen Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Polioviren. Die orale Polioimpfung wird in Tropfenform verabreicht. Sie lässt sich sehr leicht anwenden und eignet sich besonders für Länder mit schlechter medizinischer Versorgung. Die Schluckimpfung ist außerdem sehr günstig. Für einen wirksamen Schutz reichen wenige Tropfen, verteilt auf insgesamt drei Teilimpfungen. Eine Dosis Polio-Impfstoff kostet nur wenige Cent.
Übrigens: In Deutschland wird nicht mehr per Schluckimpfung gegen Polio geimpft, sondern per Injektion. Dabei können keinerlei Viren ausgeschieden werden, da der Impfstoff direkt in den Muskel gespritzt wird.
Die Polioimpfung trainiert das Immunsystem, Antikörper gegen die Viren zu bilden. Trifft der Körper später auf echte Polioviren, ist er darauf vorbereitet: Er hat bereits gelernt, mit den Polioviren umzugehen und sie abzuwehren.
Die Schluckimpfung arbeitet mit abgeschwächten Lebendviren. Die Impfung per Injektion enthält dagegen abgetötete Polioviren. Beide Impfstoffe lösen eine starke Abwehrreaktion des Körpers aus. Sie schützen zuverlässig vor der Krankheit und ihren schweren Folgen.
Impfungen gegen Kinderlähmung (Polio) sind schützen Kinder zuverlässig vor der gefährlichen Krankheit.
Beide Impfmethoden (Schluckimpfung und Spritzimpfung) haben sich seit Jahrzehnten millionenfach bewährt. Sie haben Polioinfektionen um 99,9 Prozent verringert. Schwerwiegende Nebenwirkungen treten äußerst selten auf. In Einzelfällen, bei weniger als einem von 10.000 Geimpften, kann es bei Säuglingen oder Kleinkindern zu einem Fieberkrampf kommen.
Häufiger reagieren Geimpfte mit einer allgemeinen Impfreaktion. Dazu gehören Fieber, Müdigkeit oder Kopf- und Gliederschmerzen. Solche Beschwerden sind Folge der angeregten körpereigenen Abwehr und zeigen, dass das Immunsystem arbeitet. Sie sind harmlos und klingen in der Regel ein bis drei Tage nach der Impfung wieder ab.
1988 startete UNICEF zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation und weiteren Partnern eine globale Initiative, um Polio auszurotten. Seitdem haben wir gemeinsam dafür gesorgt, dass mehr als 2,5 Miliarden Kinder gegen Polio geimpft werden konnten. Die Zahl der Poliofälle ist in dieser Zeit um 99,9 Prozent zurückgegangen.
Jedes Jahr organisiert UNICEF die Beschaffung und Verteilung von mehr als einer Milliarde Dosen Polio-Impfstoff. Damit ermöglichen wir die Impfung von jährlich über 400 Millionen Kindern weltweit – Jahr für Jahr.
"Wilde Polio" entsteht durch das natürlich vorkommende Poliovirus.
Die sogenannte "Impf-Poliomyelitis" dagegen ist die Form der Erkrankung, die unter seltenen Bedingungen durch orale Polioimpfungen selbst ausgelöst werden kann. Das passiert nur dann, wenn innerhalb einer Gemeinschaft zu wenige Menschen gegen Polio geimpft sind und wenn gleichzeitig schlechte hygienische Verhältnisse herrschen.
Der Hintergrund: Der oral verabreichte Polioimpfstoff enthält eine abgeschwächte Dosis des lebenden Poliovirus. Dieses Lebendvirus wird über den Stuhl wieder ausgeschieden und kann schlimmstenfalls durch Schmierinfektion (Kontaktinfektion) auf andere Menschen übertragen werden. Im besten Fall immunisiert sich die Kontaktperson dadurch. Im schlimmsten Fall jedoch kann das Virus im Laufe der Zeit mutieren und damit neue Polioinfektionen verursachen.
Nicht der orale Polioimpfstoff also ist das Problem, sondern die zu geringe Impfquote in einer Region.
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UNICEF wurde 1946 als Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen gegründet. Seitdem setzen wir uns in über 190 Ländern für die Kinderrechte und für Kinder in Not ein. Jedes Kind ist uns gleich wichtig – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Besonders kümmern wir uns um die ärmsten und am meisten benachteiligten Kinder: Kinder in Krisenregionen, entlegenen Dörfern oder auf der Flucht.
Wir arbeiten mit Regierungen und lokalen Organisationen zusammen, um gemeinsam das Beste für die Kinder zu erreichen und ihnen direkt während einer Krise, aber auch langfristig zu helfen. Unsere Partner vertrauen uns, weil wir seit Jahrzehnten weltweit als Hilfsorganisation für Kinder anerkannt sind.
Wir sind Profis in Sachen Logistik und geübt darin, Kindern bei Krisen und Katastrophen schnell zu helfen. Das ist wichtig, denn für Kinder in Not zählt jede Minute. Innerhalb von 72 Stunden bringen wir unsere Hilfsgüter in jeden Winkel der Erde.
Wie wir das machen? Wir haben ein riesiges Warenlager in Kopenhagen – das größte humanitäre Lager weltweit. Hier verpacken wir unsere Hilfsgüter und verschicken sie dorthin, wo Kinder sie bereits dringend erwarten. Dazu kommen fünf weitere große UNICEF-Warenlager sowie hunderte kleinere Regionallager auf den verschiedenen Kontinenten. Weit über Tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich um die Beschaffung und Lieferung von UNICEF-Hilfsgütern, um Kinder und Familien für eine gesündere, sicherere und hoffnungsvollere Zukunft zu rüsten: Von Spezialnahrung und Impfstoffen bis hin zu Erste-Hilfe-Sets und Schulrucksäcken – die UNICEF-Logistik-Experten sorgen dafür, dass die wertvolle Fracht heil am richtigen Ort ankommt, egal ob per Flugzeug, Lastwagen, Schiff oder manchmal auch per Motorrad oder Lastesel.
In unserem jährlichen Geschäftsbericht erfahren Sie, wie viel Geld UNICEF Deutschland eingenommen hat, in welche Länder wir die Spendengelder überwiesen haben und wie sie den Kindern vor Ort in dem Jahr konkret geholfen haben. Sie können sich im Geschäftsbericht auch darüber informieren, wie hoch die interne Kostenquote bei UNICEF Deutschland ist und wie viel wir zum Beispiel für Personal und Spendenwerbung ausgeben.
Das DZI-Spendensiegel bestätigt seit Jahren unsere verantwortungsvolle Verwaltung der Spendengelder. UNICEF Deutschland lässt sich regelmäßig prüfen, um höchste Transparenz und Seriosität zu gewährleisten. Mit dem DZI-Spendensiegel gehören wir seit vielen Jahren zu den besonders vertrauenswürdigen Spendenorganisationen.
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UNICEF: Seit Jahrzehnten sind wir für Kinder im Einsatz, weltweit in über 190 Ländern.
© UNICEF/UNI610093/Dejongh