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ALARMIERENDER ANSTIEG VON MASERN-INFEKTIONEN
New York
Freitag, 1. März 2019, 12:49 Uhr

Die Zahl der Masernerkrankungen ist weltweit auf ein alarmierendes Hoch gestiegen, warnt UNICEF. 98 Länder berichten von einem Anstieg im vergangenen Jahr; allein zehn Staaten sind für 74 Prozent des Anstiegs verantwortlich. Auch in Ländern, die als masernfrei galten, sind neue Ausbrüche der gefährlichen Infektionskrankheit zu verzeichnen.

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© UNICEF/UN0284080/ Dyachyshyn

Die Ukraine, Philippinen und Brasilien verzeichnen den stärksten Anstieg zwischen 2017 und 2018. Allein in der Ukraine gab es 2018 35.120 registrierte Erkrankungen. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres infizierten sich dort weitere 24.042 Personen. Auf den Philippinen erkrankten in diesem Jahr bereits 12.736 Menschen; 203 starben.

„Dies ist ein Alarmzeichen. Es gibt sichere, effektive und kostengünstige Impfstoffe gegen diese hoch ansteckende Krankheit; Impfstoffe, die in den vergangenen Jahrzehnten Millionen Kindern das Leben gerettet haben,“ sagte Henrietta Fore, UNICEF Exekutivdirektorin in New York.

Masern sind hoch ansteckend, sogar noch ansteckender als Ebola, Tuberkulose oder Grippe. Selbst zwei Stunden nachdem eine infizierte Person einen Raum verlassen hat, kann sich ein anderer Mensch anstecken. Das Virus verbreitet sich durch die Luft und infiziert das Atemsystem. Insbesondere für mangelernährte Kinder und ungeschützte Neugeborene sind Masern-Infektionen eine tödliche Gefahr.

UNICEF unterstützt zusammen mit seinen Partnern und den Regierungen Impfkampagnen und die Sicherstellung von Routineimpfungen für Millionen Kinder.

  • In der Ukraine hat UNICEF zusammen mit der Regierung im Februar Impfkampagnen in Schulen und Kliniken in der am stärksten betroffenen Region im Westen des Landes gestartet. Dort hatten verbreitete Impfskepsis und ein Mangel an Impfstoffen dazu geführt, dass die Impfraten gesunken waren.
  • Auf den Philippinen bereitet UNICEF zusammen mit der Regierung eine Impfkampagne für neun Millionen Kinder in 17 Regionen vor. Über Social Media sollen Eltern aufgerufen und informiert werden.
  • In Brasilien fand vom August bis September 2018 eine landesweite Impfkampagne gegen Polio und Masern statt. UNICEF begleitete die Kampagne durch Aufklärungsarbeit und trainierte Gesundheitshelfer, die sich um Flüchtlinge aus Venezuela kümmern.
  • Gemeinsam mit Partnern wurden im Bürgerkriegsland Jemen 11,5 Millionen Kinder geimpft.
  • In Madagaskar erhielten seit Anfang des Jahres 3,4 Millionen Kinder Impfschutz; im März sollen weitere 3,9 Millionen erreicht werden.

Die Hauptursachen für den Anstieg der Masern-Infektionen sieht UNICEF in:

  • Schwachen Gesundheitssystemen;
  • Konflikten und Instabilität;
  • Unzureichende Aufmerksamkeit in den Kommunen;
  • Informationsdefiziten und Impfskepsis.

„Fast alle Infektionen sind vermeidbar; trotzdem stecken sich Kinder auch dort an, wo es absolut keine Entschuldigung gibt“, sagte Henrietta Fore. „Masern ist eine Krankheit. Aber nur zu oft besteht die wirkliche Infektion in Falschinformation, Misstrauen und Gleichgültigkeit.“

UNICEF appelliert an Regierungen, Verantwortliche in den Gesundheitssystemen und an Eltern mehr zu tun, um die Masern zurückzudrängen.

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Rudi Tarneden

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