Klimaschutz: Ein Mädchen in Alaska steht auf einer Eisscholle am Ufer des Nordpolarmeers.

ENTWICKLUNGSPOLITIK UND -ZUSAMMENARBEIT

UNICEF-EMPFEHLUNGEN ZUR BUNDESTAGSWAHL 2021

Globale Herausforderungen gefährden das Überleben, die Entwicklung und die Zukunft von Kindern weltweit – vor allem die am stärksten benachteiligten und schutzbedürftigsten Kinder tragen das größte Risiko. Die Covid-19-Pandemie verschärft die bestehenden Probleme und Ungleichheiten zusätzlich. Die meisten Kinder leben zudem in Ländern, die besonders stark von den Veränderungen des Klimas betroffen sind und sein werden – wie etwa in vielen Regionen Afrikas und Asiens.

Wirkungsvolle Entwicklungspolitik und internationale Zusammenarbeit werden in den nächsten Jahren mehr denn je über die Zukunft der heutigen und kommenden jungen Generationen entscheiden. Diese globale Verantwortung muss Deutschland  ernst nehmen und weltweit einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung der Werte leisten, zu denen es sich verpflichtet hat: durch die Stärkung einer kinderrechtsorientierten Entwicklungspolitik auf globaler Ebene, mit der EU, mit Partnerländern und durch innovative Partnerschaften dafür einsetzen, dass kein Kind zurückgelassen wird und jedes Kind frei von Gefahren und Ausgrenzung in seiner Familie und Gemeinschaft gesund und sicher aufwachsen kann.

Strategische und strukturelle Ausrichtung der Entwicklungspolitik an Kinderrechten

  • Eine strategische Basis zur konsequenten Umsetzung von Kinderrechten in der Entwicklungszusammenarbeit in Anlehnung an die EU-Kinderrechtsstrategie etablieren und auf dieser Basis den gezielten Schutz und die Förderung von Kindern systematisch in allen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit integrieren.
  • Den Jugendbeirat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stärken sowie Partizipation von Kindern und Jugendlichen bei der Gestaltung von Programmen der bi- und multilateralen Zusammenarbeit verankern und fördern.
  • Verbindliche Standards in der Entwicklungspolitik setzen, die das Ziel verfolgen, Kinder darin zu stärken, ihre Fähigkeiten und ihr Potential zu Teilhabe und Mitwirkung zu entwickeln, zu entfalten und ihre Zukunft zu gestalten (entsprechend der Engaged and Heard Guidelines).
  • Mindestens 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) in Entwicklungszusammenarbeit investieren, um extreme Armut und die Folgen von Covid-19 insbesondere für Kinder zu bekämpfen. 0,2 Prozent des BNE sollten für die am wenigsten entwickelten Länder reserviert sein.
  • Deutschlands Vorbildfunktion als Geber für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe durch flexible und mehrjährige Finanzierungszusagen stärken, insbesondere für die am meisten benachteiligten und schutzbedürftigen Kinder und Jugendlichen weltweit.
Indien: Ein Mädchen nimmt von zuhause aus am Online-Unterricht teil.

Bildung ermöglicht Kindern ein chancenreiches Aufwachsen und ist der Schlüssel, um Armut zu bekämpfen, sozialen Zusammenhalt zu fördern und für die Zukunftsfähigkeit von Gesellschaften.
© UNICEF/UNI355755/Panjwani

Kein Kind zurücklassen durch Stärkung multisektoraler Ansätze für nachhaltige und gerechte Lösungen

  • Sektoren mit höchster Relevanz für die Entwicklung von Kindern verstärkt fördern, um den sozialen und ökonomischen Auswirkungen von Covid-19 entschlossen zu begegnen und auf zukünftige Krisen besser vorbereitet zu sein. Besondere Anstrengungen angesichts der globalen Herausforderungen sind in den Bereichen Bildung, mentale Gesundheit und psychosoziale Unterstützung, Gesundheit und Impfungen sowie im Bereich Wasser-, Hygiene- und Sanitärversorgung (WASH), Ernährung und soziale Sicherung nötig.
  • Die Resilienz von Kindern und Familien durch einen Fokus auf präventive, systemstärkende und multisektorale Ansätze stärken.
  • Die Entwicklungspolitik als Treiber einer konsequenten, effizienten und effektiven Verknüpfung von Humanitärer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensförderung (Humanitarian-Development-Peace Nexus, HDP-Nexus) stärken, um den umfassenden Auswirkungen von Krisen und Konflikten auf Kinder präventiv und nachhaltig zu begegnen und Resilienz und Frieden zu fördern.
  • Eine globale kindgerechte Klimapolitik entwicklungspolitisch mitgestalten, innovative Modelle der Klimafinanzierung vorantreiben und beschleunigte klimaresiliente Investitionen in Maßnahmen für Kinder in allen Sektoren gewährleisten.

Fokus auf Innovation und verantwortungsvolle Partnerschaften mit dem Privatsektor

  • Das Potential und Know-How des Privatsektors in entwicklungspolitische Ansätze einbinden und darauf aufbauen, um eine fundierte Basis für innovative Lösungsmodelle mit langfristiger Wirkung zu schaffen.
  • Partnerländer gezielt bei der Etablierung eines kinderrechtlichen Rahmens für unternehmerisches Handeln auf der Basis der UN-Kinderrechtskonvention, der „Child Rights and Business Principles“ (CRBP), der UN Leitprinzipien Wirtschaft und Menschenrechte und der OECD Richtlinien für multinationale Unternehmen unterstützen.
  • Programmansätze fördern, die Unternehmen befähigen, Kinderrechte besonders in den ersten Stufen der Wertschöpfungskette wirkungsvoll zu schützen.
  • Multi-Stakeholder-Ansätze und -Programme zur Beseitigung von Kinderarbeit und Förderung der Kinderrechte im Unternehmenskontext weiter unterstützen und ausbauen.

UNSERE EMPFEHLUNGEN ZUR BUNDESTAGSWAHL

Auf der Basis aktueller Daten und Fakten zur Situation von Kindern weltweit und in Deutschland hat UNICEF Deutschland detaillierte Empfehlungen für die folgenden Politikfelder formuliert, die Kinder und Jugendliche betreffen.

Erfahren Sie mehr über die konkreten Empfehlungen zur Bundestagswahl:

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