Gaza: Mädchen füllen Trinkwasser ab

GAZA: KEIN EINZIGER SICHERER ORT FÜR KINDER

30. Juli 2014 - Die Familien in Gaza wissen nicht, wohin sie fliehen sollen. Es gibt in dem dicht besiedelten Streifen, in dem Kinder und Jugendliche unter 18 die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, keinen einzigen Ort, an dem sie vor Luftangriffen sicher sind – nicht einmal die Schulen der Vereinten Nationen.

Gaza: Zerstörte Wohnhäuser in Khan Yunis

Ein Junge in Khan Yunis steht zwischen Trümmern, wo vor kurzem noch Wohnhäuser waren.
© UNICEF/NYHQ2014-1000/El Baba

Seit Anfang Juli die Gewalt in Israel und im Gazastreifen eskaliert ist, sind mehr als 1.200 Palästinenser getötet worden, unter ihnen mindestens 245 Kinder. Das jüngste Opfer war erst drei Monate alt. Rund 2.000 Kinder wurden verletzt. Zahlreiche Häuser liegen in Schutt und Asche, auch Schulen und Krankenhäuser wurden zerstört, die Wasserversorgung ist vielerorts zusammengebrochen.

„Die physischen und körperlichen Auswirkungen der Gewalt auf die Menschen sind unbeschreiblich“, sagt Pernille Ironside, die Leiterin des UNICEF-Büros in Gaza. „Wir sehen, dass Kinder getötet, verletzt und verstümmelt werden und schlimme Brandwunden erleiden – davon abgesehen, dass sie wahnsinnige Angst haben.“ In einem Krankenhaus traf sie die vierjährige Shayma. Sie sehnte sich nach ihrer Mutter und ihren Geschwistern – sie alle starben, als sie auf der Suche nach einem sicheren Ort ihr Haus verließen. Nur Shayma und ihr Vater haben überlebt. „Wie sagt man einem vierjährigen Mädchen, dass gerade fast ihre ganze Familie auf einen Schlag ausgelöscht wurde?“, fragt sich Pernille Ironside.

Nahostkonflikt: Gewalt wird zur neuen Normalität

Auch Kinder in Israel leiden bei jedem Raketenangriff unter großer Angst. Dies ist das dritte Mal in nur sechs Jahren, dass der Nahostkonflikt eskaliert. In den Seelen der Kinder hinterlässt die Gewalt tiefe Wunden.

Gaza: Luftangriff und Zerstörung

Nach Luftangriffen im Gaza-Streifen steigt Rauch auf – ein alltägliches Bild im Juli 2014.
© UNICEF/NYHQ2014-0909/El Baba

„Normalerweise sind Kinder sehr widerstandsfähig, aber wenn sie zu viel Gewalt erleben, wird Gewalt zur neuen Normalität. Die Kinder laufen dann Gefahr, später selbst gewalttätig zu werden“, sagt der Kinderschutzexperte von UNICEF in Palästina, Bruce Grant.

UNICEF schätzt, dass 200.000 Kinder schnelle psychosoziale Hilfe brauchen. Fünf von UNICEF unterstützte Teams kümmern sich derzeit um Kinder, die verletzt wurden oder Angehörige verloren haben, um ihnen bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse zu helfen.

44 Prozent des Gazastreifens gelten als No-Go-Area. Mehr als 200.000 Menschen suchen deshalb Schutz in UN-Schulen. Aber auch mehrere Schulen sind bereits Ziel von Angriffen geworden. Allein heute wurden bei dem Beschuss einer UN-Schule in einem Flüchtlingslager mindestens 16 Menschen getötet.

Hilfe für die Kinder im Gazastreifen

Währenddessen wird die humanitäre Situation immer schwieriger. Zwei Drittel der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser mehr. Kinder wie hier in der Stadt Rafah im südlichen Gaza-Streifen werden von ihren Eltern losgeschickt, um Wasserkanister an öffentlichen Wasserhähnen zu befüllen.

UNICEF hat damit begonnen, Hygiene-Sets für Erwachsene und Windeln für Babys an Familien zu verteilen, die in öffentliche Schulen geflüchtet sind. Zusammen mit dem World Food Programme hat UNICEF an 1.300 Familien elektronische Gutscheine verteilt, mit denen sie Trinkwasser, Nahrungsmittel und Hygieneartikel bei den Geschäften in der Umgebung kaufen können.

Für die Nothilfe nimmt UNICEF Spenden entgegen.

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