Elfenbeinküste: Kinder lesen in einem Klassenzimmer Bücher
© UNICEF/UN0613251/DejonghElfenbeinküste: Kinder lesen in einem Klassenzimmer Bücher
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Hier nur gute Nachrichten

Sie tun gut und deshalb sind sie wichtig: gute Nachrichten! Hier sammeln wir die besten Nachrichten für Sie, die das Leben von Kindern weltweit betreffen. Jeden Monat kommt eine neue gute Nachricht hinzu. 

Zuletzt haben meist der Ukraine-Krieg, die Corona-Pandemie und Krisen öffentliche Aufmerksamkeit bekommen. Dabei gab es sie, die positiven, inspirierenden Geschichten, die Hoffnung und gute Laune machen! Lesen Sie selbst:

Die besten Nachrichten der letzten Monate

August: Immer mehr geflüchtete Rohingya-Kinder lernen nach dem Stundenplan von Myanmar

Vielleicht bildet sich angesichts dieser guten Nachricht zunächst ein Fragezeichen auf Ihrer Stirn. Warum ist es wichtig, dass die Kinder der Rohingya in den Flüchtlingscamps in Bangladesch nach dem offiziellen Stundenplan von Myanmar unterrichtet werden?

Bangladesch: Rohingya-Kinder lernen nun nach dem Stundenplan von Myanmar

Asma (5) malt in einem UNICEF-Kindergarten im Rohingya-Flüchtlingscamp ein Bild.
 

© UNICEF/UN0687979/Spiridonova

Tatsächlich ist es ein Meilenstein für die geflüchteten Mädchen und Jungen, der Hoffnung für ihre Zukunft macht. Die Rohingya lebten ursprünglich in Myanmar. Vor fünf Jahren, im August 2017,  flohen sie vor Gewalt und Verfolgung nach Bangladesch. Seitdem harren sie in Flüchtlingslagern aus. Viele von ihnen wollen nach Myanmar zurück.

Dass die Kinder in den Camps nun nach dem offiziellen Stundenplan von Myanmar unterrichtet werden, bereitet sie aktiv auf ihre Rückkehr in das Land vor. Zudem hatten die meisten von ihnen in den letzten fünf Jahren nur Notschulen besucht. Nun erhalten sie erstmals wieder formale Bildung nach offiziellen Standards. 

Bangladesch: Rohingya-Kinder lernen nach Stundenplan aus Myanmar

Mohammad Hobyb (4) hält seine neuen Lesefibeln in den Händen. Wie 120.000 andere Kindergartenkinder wird er nun nach dem offiziellen Stundenplan aus Myanmar unterrichtet.

© UNICEF/UN0687982/Spiridonova

Möglich macht diesen Schritt ein UNICEF-Projekt. Nachdem bereits seit November 2021 die ersten Mädchen und Jungen in einer Pilotphase nach Myanmar-Stundenplan gelernt hatten, wird es nun nach und nach ausgeweitet. Im Mai kamen schon etwa 10.000 Schulkinder dazu, und seit August zusätzlich rund 120.000 Kinder im Kindergartenalter. Der Plan ist, dass 2023 alle Kinder in den Rohingya-Flüchltingscamps nach Myanmar-Stundenplan lernen können.  

Das Recht auf Bildung ist ein fundamentales Kinderrecht. Doch fast zwei Drittel aller Kinder im Alter von unter zehn Jahren können keinen einfachen Text lesen und verstehen. Wir von UNICEF setzen uns für Bildung für jedes Kind ein. #LetMeLearn

Juli: Pascaline und Hunderte weitere Kinder in Ruanda können mit günstigen Hörgeräten endlich gut hören

Wenn Uwimana mit ihrer Tochter Pascaline (13) sprechen wollte, musste sie bisher immer schreien - nur dann konnte das hochgradig schwerhörige Mädchen sie verstehen. Pascaline strahlt: Denn gerade hat sie mit Unterstützung von UNICEF Hörgeräte erhalten und kann endlich mit ihrer Mutter und anderen Menschen ganz normal kommunizieren.

Pascaline kann dank Hörgerät besser hören.

Pascaline kann dank ihres vergünstigten neuen Hörgeräts endlich besser kommunizieren.

© UNICEF/2022/Mucyo

Pascaline und Hunderte weitere Kinder in Ruanda profitieren von einem Pilotprogramm: UNICEF hat kürzlich fünf hochwertige und robuste Hörgeräte-Typen in das Hilfsgüter-Portfolio aufgenommen und durch transparente Ausschreibungen und langfristige Verträge erreichen können, dass diese nun der Regierung von Ruanda zu einem um 94 Prozent günstigeren Preis angeboten werden können. Hörgeräte für ein Kind in Ruanda kosten jetzt umgerechnet nur rund 118 US-Dollar statt durchschnittlich rund 2.000 US-Dollar. Auf diese Weise ist es möglich, dass auch mit begrenzten Mitteln viel mehr Kinder unterstützt werden können. Die ersten 1.200 Hörgeräte sind in Ruanda bereits angekommen.

Viele Kinder mit Behinderungen haben keinen Zugang zu technischen Hilfsmitteln, die ihnen das Leben erleichtern und Teilhabe ermöglichen. Wir wollen das ändern - damit noch mehr Kinder wie Pascaline einen Grund zum Strahlen haben!

Juni: Zwei Kicker-Wochenenden mit Profispieler und Kinderrechte-Training für 64 Kinder in Kinshasa

Schöne Nachrichten mitten aus Afrika! In Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, wurde in den vergangenen Tagen gekickt, gedribbelt und gelernt – und zwar neben fußballerischem Geschick einiges zum Thema Kinderrechte.

64 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren aus der Gemeinde N'Sele nahmen an einem Fußballtraining der besonderen Art teil. Neben Tricks und Kicks auf dem Platz gab es Informationen rund um die Rechte von Kindern. 22 der jungen Fußballer*innen haben auf der Straße gelebt und konnten an den vergangenen Wochenenden viel Wertvolles über die Grundregeln von Gemeinschaft, Solidarität und Freundschaft lernen. Klares Highlight: Dabei hatten sie auch die Gelegenheit, den kongolesischen Nationalspieler Dieumerci Mbokani zu treffen. 

Kongo: Vier Kinder spielen Fußball für die gute Sache.

Bild 1 von 2 | Zusammen kicken für die gute Sache in der Demokratischen Republik Kongo.

© UNICEF/UN0658467/Mulala
Geballte Power: Ein Gruppenfoto der Fußballer*innen im Kongo.

Bild 2 von 2 | Mit der Unterstützung von „Soccer Aid“ lernten Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren aus N'Sele in Kinshasa spielerisch die Kinderrechte kennen.

© UNICEF/UN0658474/Mulala

Mai: Das HIV-Programm von UNICEF in Burkina Faso schenkt Menschen wie Ely und Titian ein neues Leben

Burkina Faso: Eine Mutter küsst ihr Baby

Ely Fuel küsst ihren drei Wochen alten Sohn Titian. Ely ist HIV-positiv. Doch dank Medikamenten wurde das Virus weder auf Titian noch auf eines ihrer anderen Kinder übertragen.

© UNICEF/UN0640791/Dejongh

Liebevoll hält Ely Fuel ihren kleinen Sohn Titian im Arm. Für die 42-Jährige aus Burkina Faso ist es das fünfte Kind. Der Kleine ist gesund. Doch das ist keine Selbstverständlichkeit.

Ely ist HIV-positiv. "Ich habe es vor 14 Jahren erfahren. Ich erinnere mich an den Tag, als wäre es gestern gewesen", erzählt sie. Damals hatte sie einen Hautausschlag und ging ins Krankenhaus. Die Diagnose war ein Schock. "Ich dachte, ich müsste sterben", sagt Ely. 

UNICEF führt in Burkina Faso ein HIV-Programm durch, das drei Komponenten umfasst: 1. Vorbeugung, damit sich das Virus nicht von der Mutter auf ihre Kinder überträgt. 2. Eine gute medizinische Versorgung für Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, die mit dem HIV-Virus leben. 3. Die Aufklärungs-Initiative "All In" mit dem Ziel, die Verbreitung von HIV unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu reduzieren.

Von diesem Programm profitieren Menschen wie Ely – und ihre Kinder: "Ich habe die Anweisungen der Ärzte befolgt und nehme seit dem Tag meiner Diagnose Medikamente. Ich habe ein normales Leben. Alle meine Kinder sind gesund und ich kann nur jede und jeden Betroffene*n ermutigen, ebenfalls die Behandlung zu machen."

April: Mehr Schutz für Kinder im Jemen

Vor sieben Jahren begann der Krieg im Jemen. Manche Kinder kennen keinen Alltag ohne - so wie Khalid. Er ist drei Jahre alt und lebt mit seiner Familie in einem Camp für Geflüchtete. Er wächst, wie viele andere Kinder, mit dem Krieg auf.

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Jemen: Der dreijährige Khalid wächst im Al Jufainah Camp für Geflüchtete in Ma'rib auf.

© UNICEF/UN0624759/Al-hamdani

Nun macht eine Waffenruhe im Jemen Hoffnung auf Frieden. Und nicht nur das: Die Regierung in Sana‘a hat sich im April in einem Aktionsplan mit den Vereinten Nationen verpflichtet, Kinder besser zu schützen und schwere Verstöße gegen ihre Rechte zu verhindern. 

Der Aktionsplan verbietet, dass Kinder als Soldatinnen oder Soldaten eingesetzt werden. Denn das ist eine schwere Kinderrechtsverletzung. Außerdem sollen Gesundheits- und Bildungseinrichtungen wie Schulen stärker geschützt werden, damit Kinder versorgt sind und weiter lernen können. 

Eines ist gewiss: Der beste Schutz für Kinder wie Khalid vor schweren Kinderrechtsverletzungen ist und bleibt anhaltender Frieden im Land. Aber der Aktionsplan ist ein wichtiger Schritt. So erklärt Virginia Gamba, Sonderbeauftragte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Kinder und bewaffnete Konflikte: "Mit diesem Aktionsplan arbeiten nun alle Hauptbeteiligten des bewaffneten Konflikts im Jemen mit den Vereinten Nationen zusammen und verpflichten sich, die schweren Verletzungen von Kindern zu beenden und zu verhindern." Eine gute Nachricht, die Hoffnung macht.


März: Waffenstillstand in Tigray Hoffnungsschimmer für eine gebeutelte Region

Äthiopien gehört zu den trockensten Ländern der Welt, immer wieder gibt es Dürreperioden. Unzählige Familien leiden unter Armut und Hunger. Seit November 2020 ist zudem der Konflikt in der umkämpften Region Tigray im Norden des Landes eskaliert. Seitdem hat sich die Lage für Millionen Menschen immer mehr zugespitzt. Hunderttausende mussten ihr Zuhause verlassen.

Hungerkrise Tigray: Eine Mutter und ihr Baby mit einem UNICEF-Mitarbeiter.

Tigray: Eine Mutter und ihr Baby bekommen Hilfe von einem UNICEF-Mitarbeiter. Viele Frauen und Kinder in der Region sind gefährlich mangelernährt.

© UNICEF/UN0539173/Leul Kinfu

Über 80 Prozent der Menschen in Tigray leiden an Hunger. Familien wissen nicht mehr, wie sie ihren Kindern eine nährstoffreiche Mahlzeit ermöglichen können. Sie sind auf humanitäre Unterstützung angewiesen – doch gerade in den umkämpften Gebieten von jeder Hilfe abgeschnitten.

Dann, Ende März, der Hoffnungsschimmer: Beide Konfliktparteien, die äthiopische Regierung und die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), einigen sich auf einen humanitären Waffenstillstand. Ein Zeichen, dass sich der Konflikt lösen und die humanitäre Situation langfristig verbessern lassen?

Zumindest konnte nun die humanitäre Hilfe weitergehen. Ein UN-Konvoi aus 13 Lastwagen brachte kurz nach Bekanntwerden des Waffenstillstands zunächst 500 Tonnen Lebensmittel in die Region Tigray, um den Familien in ihrer katastrophalen Situation zu helfen. Ein erster Schritt, dem hoffentlich viele weitere folgen. Auch die UNICEF-Teams vor Ort werden weiter daran arbeiten, möglichst alle betroffenen Familien mit Spezialnahrung, Wasser und Medikamenten zu erreichen.

Februar: Mädchen sind gemeinsam stark gegen Genitalverstümmelung

Eine andere Mut machende Geschichte aus Äthiopien erreichte uns schon im Februar. Es geht um zwei Schwestern: Die ältere von ihnen hat als Kind die grausame Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung erlitten; die jüngere Schwester ist dem Ritual entkommen. Und zwar deshalb, weil sie die Hilfe ihrer großen Schwester hatte.

Äthiopien: Zwei junge Frauen engagieren sich gegen die weibliche Genitalverstümmelung

Nejat (links) und Kemeriya (rechts) kämpften gemeinsam gegen Nejats Beschneidung. Mit Erfolg!

© UNICEF/UN0591522/Tadesse

Kemeriya – so heißt die ältere der Beiden – wurde als Kind beschnitten. Bis heute leidet sie unter Schmerzen. Trotzdem hielt sie die Genitalverstümmelung lange Zeit für normal und unausweichlich. Erst in einem von UNICEF finanzierten Training für heranwachsende Mädchen bekam sie eine völlig andere Perspektive vermittelt: Sie erfuhr, dass die weibliche Genitalverstümmelung den Mädchen lebenslangen Schaden zufügt und lebensgefährlich werden kann. Und dass sie noch dazu in Äthiopien inzwischen illegal ist.

Als Kemeriyas Eltern die Beschneidung für ihre jüngere Schwester Nejat planten, stellte sich Kemeriya quer: "Ich habe meinen Eltern alles erzählt, was ich gelernt hatte – über die gesundheitlichen Folgen, die Komplikationen während der Wehen, die psychischen Auswirkungen", erzählt sie. Kemeriyas Eltern waren schwer zu überzeugen, aber Kemeriya und ihre Schwester Nejat ließen nicht locker. Als die Eltern sich immer mehr mit dem Thema auseinandersetzten, machten sie schließlich eine 180-Grad-Wendung: Sie entschieden, Nejat nicht beschneiden zu lassen.

Kemeriya gibt ihr Wissen über die Genitalverstümmelung mittlerweile auch an andere junge Mädchen und Frauen in ihrem Dorf weiter. Sie ist stolz, an einem Umdenken in ihrer Gesellschaft beteiligt zu sein. Und ihre jüngere Schwester Nejat ist einfach glücklich, dass sie so erfolgreich für ihre Rechte kämpfen und sich durchsetzen konnte.

Januar: Endlich wieder Schule!

Endlich wieder Schule! Am 10. Januar ging es in Uganda für Mädchen und Jungen zurück in die Klassenräume. Seit Beginn der Corona-Pandemie waren in dem ostafrikanischen Land die Schulen geschlossen geblieben – fast zwei Jahre lang.

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Bildungskrise durch Corona: Schule ist mehr als ein Klassenzimmer

UNICEF hatte die Rückkehr in die Schulen zusammen mit den Behörden vorbereitet: Für Kinder und Lehrer*innen wurden Corona-Schnelltests besorgt, sauberes Wasser und Seife wurden bereitgestellt. So hieß es zum Schulstart erstmal: Händewaschen! In den Klassen achteten die Lehrer*innen darauf, dass bei aller Freude weiter Masken getragen wurden.

Uganda: Eine Schülerin läutet die Schulglocke.

Letitia ist glücklich, zur Schule zurückzukehren. Nach zwei Jahren Pause durch die Pandemie darf sie zum Neustart die Schulglocke läuten.

© UNICEF/UN0578982/Wamala

Auch Letitia (Foto oben) kehrte im Januar zur Schule zurück. Zum Unterrichtsbeginn hatte die Siebtklässlerin die Ehre, die Schulglocke zu läuten. "Ich bin glücklich", sagte sie, "ich habe das Lernen sehr vermisst."

Danke, dass Sie gute Nachrichten möglich machen!

"Only bad news is good news", lautet eine alte Regel aus dem Journalismus. Soll heißen: Interessant sind nur die schlimmen Schlagzeilen. Auch wir von UNICEF berichten oft über die Probleme und Sorgen, mit denen Kinder weltweit konfrontiert werden. Es gehört zu unserer Aufgabe, den Menschen die Situation der Kinder vor Augen zu führen.

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Die besten Nachrichten des zweiten Halbjahrs 2021

Aber gute Entwicklungen, Fortschritte und glückliche Geschichten sind für uns ebenso relevant. Und all die guten Nachrichten der letzten Monate hätte es nicht gegeben ohne die zahlreichen UNICEF-Unterstützerinnen und -Unterstützer, die sich unermüdlich für Mädchen und Jungen weltweit einsetzen. Dafür danken wir Ihnen herzlich!

Die Autor*innen

Ninja Charbonneau, Caroline Dohmen, Katharina Kesper, Klas Libuda, Susanne Nandelstädt, Tim Rohde und Laura Sandgathe haben für Sie gute Nachrichten recherchiert und diesen Beitrag gemeinsam verfasst.

Haben Sie auch gute Nachrichten entdeckt, die Sie teilen möchten? Wenn Sie mögen, schreiben Sie gerne darüber in den Kommentaren. Wir würden uns sehr freuen.